Haug

"Ferrari hat Nase vorn"

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Der Dreikampf ist schon wieder passé - schneller als selbst erwartet ist Ferrari in die alleinige Favoritenrolle in der Formel 1 geschlüpft.

"Ferrari hat die Nase tendenziell vorn, aber nicht meilenweit", meinte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug nach dem ungefährdeten Doppelerfolg der Scuderia beim Großen Preis von Spanien. "Es scheint, dass wir einen kleinen Vorteil haben. Dies bedeutet, dass wir für den Rest der Saison einigermaßen zuversichtlich sein können, solange wir keine Fehler machen und das Auto weiterentwickeln", sagte Ferrari-Stratege Luca Baldisseri.

Schlechte Aussichten für Konkurrenz

Der Europa-Auftakt auf dem Circuit de Catalunya gilt allgemein als Maßstab für das Kräfteverhältnis und damit den weiteren Saisonverlauf. Sollte sich dies bestätigen, sähe es für BMW-Sauber und McLaren-Mercedes, das auf einen Einsatz des in Barcelona verunglückten, aber fast unverletzten Finnen Heikki Kovalainen in zwei Wochen in Istanbul hofft, schlecht aus. Spanien-Sieger Kimi Räikkönen baute seinen Vorsprung in der Fahrer-WM auf beachtliche neun Zähler vor dem am Sonntag drittplatzierten Lewis Hamilton aus.

Räikkönens Teamkollege Felipe Massa kommt nach den ersten beiden "Null-Runden" immer stärker in Fahrt und zählt wieder zum Kreis der Titelkandidaten. In der Konstrukteurs-Wertung haben die Roten die Weiß-Blauen von der Spitze verdrängt. "Gewöhnt Euch dran. Zum zweitenmal nacheinander gewann die Scuderia, ohne ins Schwitzen zu kommen", schrieb die britische Zeitung "The Guardian" am Montag über die "Ferrari-Prozession". Das italienische Blatt "Corriere della Sera" titelte: "Ferrari lässt die Rivalen erröten."

Keine Euphorie bei Ferrari

"Gewöhnlich ist der spanische Grand Prix ja der Lackmustest für die Hackordnung", meinte Baldisserri. Teamchef Stefano Domenicali gab sich trotz Führung in beiden WM-Wertungen zurückhaltender: "Wir müssen diesen Weg weitergehen - unsere Konkurrenten sind sehr stark. Schon Kleinigkeiten genügen, dass dir der Erfolg durch die Finger rinnt."

Danach sieht es für die Roten nach vier Rennen allerdings nicht aus. Die Scuderia scheint an ihre goldenen Jahre mit Rekord-Weltmeister Michael Schumacher, Teamchef Jean Todt und Technik-Guru Ross Brawn anknüpfen zu können. "Ferrari legt die Messlatte, aber ich halte es nicht für unmöglich, drüber zu springen", sagte Haug. Von "Spazierfahrten" wie zu Schumachers stärksten Zeiten könne jedenfalls keine Rede sein. Hamilton schöpft aus dem knappen Rückstand Hoffnung: "Wir sind relativ nah an Ferrari dran, aber es gibt einige Bereiche, in denen wir uns definitiv verbessern müssen."

Baustellen gibt es bei Ferrari derzeit keine, weshalb sich Räikkönen richtig auf den Großen Preis der Türkei freut. "Unser Auto sollte da stark sein. Ich hoffe, wir können unser Resultat dort wiederholen", sagte er. Noch mehr als der Finne fiebert Massa dem fünften Saisonlauf entgegen: In Istanbul feierte der Brasilianer 2005 seinen ersten von inzwischen sechs Grand-Prix-Siegen und im Vorjahr hatte er in der Türkei erneut die Nase vorn.

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