Haug

"Spa wird als Sieg abgehakt"

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Zwei Tage nach dem Skandalurteil gegen Hamilton hat sich McLaren-Mercedes immer noch nicht mit dem geschenkten Sieg für Massa abgefunden. "Wir haben das Rennen gewonnen und kein anderer", betonte Mercedes-Sportchef Norbert Haug am Dienstag (9.9.).

Auch wenn die F1-Motoren schon am Freitag in Monza wieder aufheulen werden, bestimmt noch immer der spektakuläre GP Belgien und die drastische Strafe gegen Hamilton die Schlagzeilen. McLaren-Mercedes wird nicht müde zu betonen, dass man in der Einschätzung des strittigen Überholmanövers überhaupt nicht mit den Kommissaren einer Meinung ist, die eine 25 Sekunden-Strafe gegen den Vizeweltmeister ausgesprochen hatten.

"Alle waren empört. Die Entscheidung ist nicht gerade auf Verständnis gestoßen", beschreibt Haug in vorsichtigen Worten die Stimmung innerhalb des Teams. Auf die betreffende Szene angesprochen kann der Sportchef beim besten Willen keine Vorteilnahme seines Fahrers erkennen: "Lewis war zu der Zeit einfach um Lichtjahre schneller. Er hat sich gegenüber Kimi regelkonform verhalten." Auch Experten, wie z.B. die ehemaligen F1-Piloten Christian Danner und Niki Lauda gaben dem Sportchef recht und übten zum Teil harsche Kritik am Urteil der Stewards.

Medienecho einhellig

"So eine einhellige Meinung habe ich lange nicht gesehen", sagte Haug zufrieden. An Verschwörungstheorien gegen McLaren-Mercedes will der 55-Jährige allerdings nicht glauben. "Wir können nur das sagen, was wir beweisen können. Aber es muss auch akzeptiert werden, wie wir die Dinge sehen."

Nach Ansicht von Mercedes hat das Urteil dem Sport keinen Gefallen getan. Überholen sei das Wesen des Rennsports, so Haug, und die Überhol-Aktion von Hamilton sei das beherzteste Manöver seit Ewigkeiten. "Es ist wirklich bitter: Wäre Lewis einfach hinterher gefahren, hätte wir acht Punkte Vorsprung. So hat er es versucht und wurde bestraft."

McLaren in der Höhle des Löwen

Noch in dieser Woche will Mercedes die notwendigen Unterlagen für den Einspruch gegen das Urteil an den Weltverband weiterleiten. Ob es überhaupt zu einer Verhandlung kommt, ist allerdings fraglich. In der Regel können derartige Tatsachenentscheidungen der Kommissare vor Ort nicht noch einmal vor Gericht angefochten werden.

Die Silberpfeile wollen sich nicht weiter von der Geschehnissen ablenken lassen. "Wir werden uns jetzt voll auf das nächste Rennen konzentrieren und uns nicht beeindrucken lassen", so Haug. "Wenn man Wirkung zeigt, wird es nur noch schwieriger." Mit dem Grand Prix von Italien erwartet McLaren-Mercedes am Wochenende allerdings ausgerechnet das brisante Auswärtsspiel in Monza.

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