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Heckflügel-Tests: Muss Red Bull nachbessern?

Strengere Heckflügel-Tests ab 15. Juni Muss Red Bull nachbessern?

Mercedes hat erfolgreich Politik gegen den Heckflügel von Red Bull gemacht. Am 13. Mai verschickte die FIA eine Technische Direktive, die ab dem 15. Juni strengere Heckflügel-Tests ankündigt. Muss Red Bull jetzt nachbessern?

Fotos und Videoaufnahmen haben Mercedes misstrauisch gemacht. Auf den Beweisstücken glaubte der Titelverteidiger zu sehen, dass sich der Heckflügel des Red Bull RB16B ab einer bestimmten Last auf den Geraden verdächtig nach hinten biegt. Der Verdacht war geboren. Es sah auf den Bildern der Kamera, die nach hinten filmt so aus, dass der Flügel horizontal um den Aufhängungspunkt nach hinten rotiert.

Beim GP Spanien streute Mercedes erste Gerüchte. Sogar Lewis Hamilton sprach auf einer der Pressekonferenzen von einem "biegsamen Flügel". Red Bull-Teamchef Christian Horner antwortete lakonisch: "Wir haben alle FIA-Tests bestanden." Die Geräusche aus der Ecke des Weltmeisters haben wie beabsichtigt die FIA auf den Plan gerufen. Die Experten um Technikchef Nikolas Tombazis kamen zu dem selben Schluss. Die Verbiegung bestimmter Flügel schien das Maß zu überschreiten, dass in den Paragrafen 3.8, 3.9.3 und 3.9.4 festgeschrieben ist. Namen wurden natürlich nicht genannt. Es soll sich aber um Red Bull, Ferrari und Alfa Romeo handeln.

Test-Premiere beim GP Frankreich

Am 13. Mai verschickte Tombazis an alle Teams die Technische Direktive TD018. Sie regelt ab dem 15. Juni die Heckflügel-Tests neu. In seiner Einleitung schreibt Tombazis: "Wir haben festgestellt, dass sich in einigen Fällen Heckflügel-Konstruktionen im Fahrbetrieb über Gebühr verbiegen, obwohl sie unsere Anforderungen der Artikel 3.9.3 und 3.9.4 erfüllen. Unserer Meinung nach haben diese Verformungen einen bedeutsamen Einfluss auf die Aerodynamik und müssen daher als Verstoß gegen den Paragrafen 3.8 angesehen werden. Der besagt, dass alle Teile, die die Aerodynamik beeinflussen können, fest mit den gefederten Massen des Autos verbunden sein müssen und sich relativ zu ihnen nicht bewegen dürfen."

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Jetzt macht die FIA gemäß Artikel 3.9.9 von ihrem Recht Gebrauch, bei Verdacht jederzeit die Belastungstests aller Teile der Verkleidung zu verschärfen. Diese neue Direktive tritt zum ersten Mal mit dem neu angesetzten GP Frankreich am 20. Juni in Kraft. Weil Heckflügel nicht einfach Hals über Kopf geändert werden können, gesteht der Verband den Teams eine einmonatige Übergangsfrist bis zum 15.Juli zu, in der die in den neuen Tests beschriebenen Grenzwerte noch um 20 Prozent überschritten werden dürfen.

So laufen die neuen Tests ab

Und das genau ändert sich. Die beiden bereits in den Regeln verankerten Heckflügel-Belastungsprüfungen bekommen neue Grenzwerte. Die Lasten verdoppeln sich im Vergleich zum alten Test, und die Zugpunkte werden zum Teil neu spezifiziert. Im ersten Test darf sich der Flügel nicht mehr als 1,0 Grad um die Horizontalachse bewegen, wenn an zwei Punkten 825 Millimeter über der Referenzebene und 20 Millimeter vor dem vordersten Punkt der Heckflügel-Endplatten mit einer Kraft von 1500 Newton oder 750 Newton pro Seite nach hinten gezogen wird.

Beim zweiten Test darf sich der Flügel um nicht mehr als 1,0 Grad um die Horizontalachse bewegen, wenn gleichzeitig an zwei Punkten jeweils 300 Millimeter neben der Mittellinie des Autos, 350 Millimeter hinter der Mittellinie der Hinterachse und 890 Millimeter über der Referenzebene mit einer Last von insgesamt 2000 Newton oder 1000 Newton pro Seite nach unten gezogen wird. Mit Bedacht wurde der Verformungsgrad von "ein" Grad auf 1,0 Grad geändert, nicht dass ein schlauer Kopf argumentiert, mit "ein" Grad könnten auch 1,9 Grad gemeint sein.

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Muss Red Bull den Heckflügel ändern?

Filmaufnahmen zur Auswertung

Die FIA nimmt sich das Recht heraus, die Lasten um den Faktor 1,5 zu erhöhen, um eine eingebaute Flexibilität auszuschließen. Die geforderten Grenzwerte dürfen dann auch nur um den Faktor 1,5 steigen. Tombazis fordert die Teams auf, ihre Flügel so zu bauen, dass sie auch der verschärften Prüfung widerstehen. Das könnte einige Teams unerwünschte Arbeit und vor allem zusätzliche Kosten einbringen. In Zeiten der Budgetdeckelung ein nicht unerheblicher Faktor, vor allem wenn man wie die Topteams am Limit operiert. Wäre Red Bull betroffen, hätte Mercedes im WM-Duell außerhalb der Rennstrecke einen weiteren Pluspunkt gesammelt.

Die Technischen Delegierten werden in Zukunft die Filmaufnahmen der rückwärts gerichteten Kamera von allen Teams auswerten. Um Verformungen besser erkennen zu können, müssen die Teams die Heckflügel mit zwölf genau spezifizierten Kreuz-Markierungen versehen. Jegliche ungewöhnliche Deformationen wird nicht toleriert. Sollten sich weitere Verdachtsmomente ergeben, kann die FIA die Belastungstests jederzeit noch einmal verschärfen.

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