Heidfeld, Rosberg & Schumacher

Drei Crash-Opfer im deutschen Lager

Barrichello vs. Rosberg Foto: xpb 46 Bilder

Mercedes erlebte beim Saisonauftakt in Melbourne die Total-Pleite. Noch vor Halbzeit des Rennens waren beide Autos draußen. Beide Male sorgte Feindkontakt für den Ausfall. Auch Nick Heidfeld ging leer aus, nachdem er sich im Zweikampf das Auto beschädigte.

Die Lange Anreise nach Australien hat sich nicht für alle deutschen Piloten gelohnt. Vor allem im Mercedes-Lager wurde Frust geschoben. Nach nur 25 Runden konnten die Mechaniker einpacken. Michael Schumacher und Nico Rosberg waren schon aus ihren Autos ausgestiegen.

Für Schumacher begann das Unglück schon in der ersten Runde. Der Toro Rosso von Jaime Alguersuari schlitzte dem Rekordchampion den rechten Hinterreifen auf. "Ich hatte einen guten Start, aber in Kurve drei wurde ich hinten getroffen", berichtet Schumi von den ersten Metern der neuen Saison.

Schumi stellt sein Auto aus Sicherheitsgründen ab

An der Box gab es einen neuen Reifen und Schumacher fiel ans Ende des Feldes zurück. Damit war die Sache aber noch nicht erledigt. "Der zerfetzte Reifen hat meinen Unterboden beschädigt. Der Schaden war so erheblich, dass ich aus Sicherheitsgründen anhalten musste." Aufgeben gilt aber nicht: "Ich denke, dass wir Potenzial besitzen, wie man im Wintertest gesehen hat, und ich bin überzeugt, dass wir zurückschlagen werden."

Der Frust am Kommandostand wurde noch größer, als plötzlich auch der zweite Silberpfeil mit einem Gegner kollidierte. Rubens Barrichello nahm Nico Rosberg aufs Korn. Wie bei Schumi wurde auch Rosberg die dritte Kurve zum Verhängnis. Dem Deutschen nutzte es wenig, dass die Rennleitung später eine Durchfahrtsstrafe gegen Barrichello aussprach.

Barrichello schießt Rosberg ab

"Ich habe Rubens im Rückspiegel gesehen, aber er war relativ weit entfernt. Deshalb war ich überrascht, als er mich getroffen hat", schildert Rosberg den Unfall aus seiner Sicht. Der Williams torpedierte den silbernen Seitenkasten, was nach einigen Metern zum rauchenenden Ausfall führte. "Ich habe gleich gedacht, das war es, und habe am Streckenrand angehalten. Das ist sehr schade für das Team, da wir so hart gearbeitet haben im Winter."

Auch Teamchef Ross Brawn schob Frust. "Das war ein enttäuschendes Ende eines enttäuschenden ersten Wochenendes der Saison", klagte der Engländer. Nach dem Wintertest wollte Mercedes eigentlich um die Podiumsplätze kämpfen. Auch ohne die Unfälle wäre man davon weit entfernt gewesen. "Wir werden unsere Stärke als Team beweisen, das Rennen hinter uns lassen, uns sammeln und nach vorne schauen", gab Brawn als Parole aus.

Heidfelds Renault nach Kollision unfahrbar

Bei Renault war die Stimmung deutlich besser. Vitaly Petrov hatte seinen ersten Podiumsplatz in der Formel 1 gefeiert. Da ging der 12. Platz von Nick Heidfeld naturgemäß unter. Nach dem Rennen rätselten alle, warum der Deutsche die starke Pace seines Teamkollegen nicht mitgehen konnte. Auf Anfrage von auto motor und sport zückte Teamchef Eric Boullier nur sein Handy. Darauf zu sehen: Der komplett zerstörte rechte Seitenkasten des Heidfeld-Renaults.

"Das ist direkt in der ersten Kurve passiert", klagte der Franzose. "Das KERS hat danach nicht mehr funktioniert und die Aerodynamik war natürlich gestört." Auf den Fernsehbildern war die Kollision genauso wenig zu sehen wie der Schaden. Nur der Funkspruch von Heidfeld, in dem er seinem Team mitteilte, dass sein Auto unfahrbar sei, ging über die Sender. Nach der Pleite im Qualifying ging damit auch das Rennen komplett in die Hose.

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