Heikki Kovalainen

"Fehlerfrei ist fast unmöglich"

Foto: McLaren-Mercedes 12 Bilder

Nach seiner Bestzeit am zweiten Testtag (23.1.) in Valencia stellte sich der McLaren-Neuzugang Heikki Kovalainen exklusiv den Fragen von auto-motor-und-sport.de. Sein Rezept für den Erfolg heißt Gefühl.

Wie werten Sie Ihre Bestzeit?
Kovalainen: Natürlich freut es mich vorne zustehen, aber bei Testfahrten bedeutet das nicht viel. Jeder fährt ein eigenes Programm. Gestern war ich nur Vierter, bin aber deshalb nicht schlechter gefahren.

Wie war der große Vorsprung von sechs Zehnteln auf Felipe Massa möglich?
Kovalainen: Wir müssen da gar nicht groß drumherum reden. Ich hatte weniger Benzin im Tank. Aber nicht um Ferrari zu erschrecken, sondern weil ich ein Gefühl dafür kriegen wollte, wie sich das Auto mit weniger Sprit im Tank anfühlt.

Haben Sie schon ein Gefühl dafür, wo McLaren im Vergleich zu Ferrari steht?
Kovalainen: Das traue ich mich nicht zu sagen. Ich weiß nicht mal genau, was Ferrari genau treibt. Für mich habe ich ein gutes Gefühl. Das Auto ist schnell, und jetzt, wo ich einen besser angepassten Sitz habe, fühle ich mich gleich noch einmal wohler hinter dem Lenkrad.

Sind Sie bei McLaren schon zuhause?
Kovalainen: Die Anpassung ging erstaunlich reibungslos. Ich habe schnell Vertrauen ins Auto und die Mannschaft bekommen. Natürlich ist der Prozess noch nicht abgeschlossen. So etwas geht nicht über Nacht.

Wie kommen Sie ohne Traktionskontrolle zurecht?
Kovalainen: Ich mag es, ohne die elektronischen Hilfen zu fahren. Der Fahrer spielt definitiv eine größere Rolle. Es ist fast nicht möglich, eine fehlerfreie Runde zu fahren. Im Dauerlauf musst du aufpassen, dass du die Reifen nicht zu oft überlastest. Sonst bezahlst du dafür. Die Belastungsspitzen für die Hinterreifen, wenn du mal zu hart ins Gas steigst sind höher als vorher mit der Traktionskontrolle. Die hat ja auch nicht alles weggeregelt, war aber gleichmäßiger als der Mensch.

Und die Starts?
Kovalainen: Du brauchst viel Gefühl im rechten Fuß. Da sind schon noch ein paar schlechte Versuche dabei.

Sie sind vor drei Jahren in der GP2-Serie noch ohne Traktionskontrolle gefahren. Ein Vorteil?
Kovalainen: Nicht wirklich. Die Motoren da hatten weniger Leistung, die Autos weniger Abtrieb. Das kann man nicht vergleichen. Der Kurs von Valencia ist ohne Traktionskontrolle eine echte Herausforderung. Er besteht fast nur aus langsamen Kurven, und da ist der Unterschied zu früher besonders groß.

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