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Helmut Marko im Interview

„Entwicklung noch nicht am Ende“

Seit Melbourne lief Red Bull einem Rückstand hinterher. In Malaysia konnte man endlich beweisen, dass Ferrari und Mercedes eingeholt sind. Laut Helmut Marko ist die Entwicklung noch nicht beendet.

War es der perfekte Tag für Red Bull?

Marko: Der perfekte Tag! Mercedes auf der Strecke geschlagen. Verstappen hat Hamilton auf der Strecke überholt. Am Funk sagt er: So macht man das! Und dann fährt er eine halbe Sekunde pro Runde weg. Das ist schon eine Genugtuung.

Wie erklären Sie sich die nochmalige Steigerung seit dem letzten Rennen? Eigentlich dachten wir, Singapur wäre schon die perfekte Red Bull-Strecke?

Marko: Das wäre sie auch gewesen, wenn für Mercedes nicht Weihnachten, Ostern und Geburtstag zusammengekommen wären. Wir dürfen auch nicht vergessen, dass unser stärkster Pilot im Regen nach ein paar hundert Metern aus dem Rennen war. Wir hatten auch schon ein schnelles Auto in Spa, Monza und Singapur. Es ist also egal, wie die Streckencharakteristik ist. Wir haben in Malaysia schon am Freitag auf den Longruns gesehen, dass wir auf Ferrari-Level liegen und schneller sind als Mercedes. Was uns immer killt, ist der Quali-Motor-Modus. Der verhindert bessere Plätze in der Startaufstellung.

Heißt das, dass man auf den letzten fünf Strecken auch wieder mit Red Bull rechnen muss?

Marko: In Suzuka denke ich auf alle Fälle. Wir müssen aber mal schauen, ob wir mit unseren Motoren-Teilen über die Runden kommen oder ob es noch Rückversetzungen geben wird. Da gibt es bis zum Ende der Saison Fragezeichen.

Ricciardo konnte nicht ganz so glänzen wie Verstappen. Gab es da einen speziellen Grund?

Marko: Das lag nur am Start und an der Tatsache, dass er lange hinter Bottas festhing. Da hat er sich etwas die Reifen ruiniert. Vom reinen Rennspeed her wäre er glaube ich aber auch vor Hamilton gelandet.

Ihre Piloten konnten jeweils einen Mercedes überholen. Wie erklärt man das mit dem PS-Defizit?

Marko: In dem unser Auto in allen Kurven – den langsamen wie den schnellen – überlegen ist. Die Traktion, der Abtrieb – das passt alles. Und reifenschonend ist das Auto auch noch.

Wie hätte es ausgesehen, wenn Kimi Räikkönen da vorne gestartet wäre?

Marko: Ich glaube, er wäre ein härterer Gegner gewesen als Mercedes. Aber wenn unsere Gewichtsannahmen aus dem Training stimmen, dann war unser Longrun auch gegenüber dem Ferrari wettbewerbsfähig.

Was ist denn da in der Sommerpause passiert?

Marko: Da muss man etwas weiter ausholen: Wir hatten einen relativ schlechten Start in Australien. Dann waren wir in Barcelona halbwegs bei der Musik. Dann ist es eigentlich stetig aufwärts gegangen. In Österreich und Budapest waren wir ja auch schon stark. Die Pechserie von Max hat schon einiges überdeckt. Das waren ja immer Top-Positionen, wenn er so früh ausgefallen ist. Da kam Daniel Ricciardo teilweise schon aufs Podium. Und Max war vom Speed her zum Teil noch schneller. Das hat also nicht ganz das richtige Bild widergespiegelt. Unsere Entwicklungsschritte haben alle funktioniert. Es ging immer in die richtige Richtung. Das zahlt sich jetzt erst so spät aus, weil wir den Start verbockt haben.

Wenn Verstappen nicht so viel Pech, sondern eine normale Saison gehabt hätte, wäre dann Platz 2 in der Teamwertung drin gewesen?

Marko: Ich denke schon. Das wäre zumindest sehr eng gewesen.

Ist die gute Leistung des Autos jetzt schon ein Zeichen, dass es nächstes Jahr auf einem ähnlich guten Level losgeht?

Marko: Es sind alle Hebel umgelegt worden, dass so ein schlechter Start nicht noch einmal passiert. Es gibt jetzt ein neues Prozedere mit dem Windkanal. Wir haben auf jeden Fall ein deutlich besseres Gefühl. Wir sind ja auch noch nicht mit der Entwicklung am Ende. Da kommt noch was. Wir hören nicht auf.

Lenkt die Tatsache, dass man für 2019 noch keinen Motor hat, die Truppe irgendwie ab?

Marko: Überhaupt nicht. Wir sind voll fokussiert auf das jetzige Auto und das von 2018. Und wenn man sich mal anschaut, wo die McLaren immer ins Ziel kommen, dann bestärkt uns das in der Entscheidung, die wir zumindest mal für Toro Rosso getroffen haben.

Es gibt also keine Sorge, dass die Fahrer aus Angst vor Honda 2019 abhauen?

Marko: Verstappen hat noch einen Vertrag. Aber Ricciardo inseriert sich schon auf allen möglichen Plattformen. Wir müssen sicher nach Alternativen schauen. Wir werden nicht unvorbereitet sein.

Sind Sie zufrieden mit dem Debüt von Pierre Gasly bei Toro Rosso?

Marko: Ja, besonders beeindruckt hat mich die Leistung im Nassen. Er hat das Auto da ohne Furcht richtig fliegen lassen. Und im ersten Qualifying lag er nur anderthalb Zehntel von Sainz weg. Im Rennen war die Leistung auch in Ordnung. Man hat ihn nur etwas zu früh reingeholt. Aber wenn er alleine gefahren ist, waren die Rundenzeiten tadellos in Ordnung. Auf Sainz-Niveau.

Weiß man schon, wie es mit ihm weitergeht nach Suzuka?

Marko: Das werden wir Euch bald sagen. Das wissen wir nach Suzuka.

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