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Sebastian Vettel - Ferrari - GP China 2017 - Shanghai - Rennen
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Impressionen - GP China 2017 - Shanghai - Rennen
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Helmut Marko im Interview

„Verstappen zählt beim Überholen Autos“

Red Bull ist nach einem enttäuschenden Training im Rennen mit einem blauen Auge davongekommen. Teamberater Helmut Marko erzählt im Interview, wie das möglich war, und wie Red Bull die verlorene Zeit finden will.

Noch mal mit einem blauen Auge davongekommen?

Marko: Nach dem Trainingsergebnis können wir zufrieden sein. Zum Glück fand der Start im Nassen statt. Wir hatten uns ein komplettes Regenrennen gewünscht. Im Renntrim sind wir besser dran. Aber es fehlt noch eine gute Sekunde.

Warum ist Red Bull im Rennen besser?

Marko: Mit mehr Benzin im Tank und damit mehr Gewicht kommen die Reifen schneller und besser ins Temperaturfenster.

Und was ist das generelle Problem?

Marko: Wir haben nicht genug Abtrieb. Das hat jetzt Priorität. Und Leistung fehlt natürlich auch noch.

Max Verstappen hat wieder eine Show auf die Bahn gezaubert. Was kann man von dem Jungen noch alles erwarten?

Marko: Das ist halt der Verstappen-Faktor im Nassen. Das erstaunlichste ist aber, dass er in der ersten Runde nicht nur das halbe Feld überholt, sondern dabei auch noch die Autos zählt, an denen er vorbeigefahren ist. Es waren genau neun. Max hat eine unglaubliche Rennübersicht. Der Kampf gegen Vettel fand leider schon mit stumpfen Waffen statt. Die Vorderreifen waren schon hinüber.

Haben Sie beim Duell zwischen Verstappen und Ricciardo die Luft angehalten?

Marko: Wir wissen, dass unsere Fahrer verantwortungsbewusst sind. Deshalb haben wir sie zum Schluss auch frei fahren lassen. Ricciardo hätte überholen dürfen. Er hat bei der Box schon nachgefragt, wie er am besten Energie auflädt, damit er das Maximum an Batterieleistung bekommt. Verstappen hatte Problem, dass ihn Grosjean Grip an der Vorderachse gekostet hat. Der HaasF1 war für uns auf der Geraden einfach zu schnell. Verstappen konnte nicht richtig aufschließen.

Warum Supersoft statt Soft-Reifen?

Marko: Wir hatten Angst, dass wir die härteren Soft-Reifen bei den kalten Temperaturen nicht in das Arbeitsfenster bringen. Wir hatten anfangs sogar gehofft, durchfahren zu können. Das ging aber nicht. Verstappen musste wechseln, weil er sich im Kampf mit Vettel einen Bremsplatten eingefahren hat. Dann ergab sich durch die Stopps der anderen automatisch ein Boxenstopp-Fenster für uns. Bei Ricciardo hatten wir durchweg eigentlich gar kein Reifenproblem.

Warum?

Marko: Weil die beiden Autos unterschiedlich abgestimmt waren. Max mehr für Regen, Daniel eher Richtung Trocken. Das erklärt die starke Leistung des einen am Anfang und des anderen am Ende.

Wie müssen wir uns die Aufholjagd in Milton Keynes vorstellen?

Marko: Die Lichter in Milton Keynes gehen nicht mehr aus. Aber es wird bis Barcelona dauern, bis wir wirklich alles gelöst haben.

Sehen Sie ein Problem im Konzept, oder sind es Retuschen am Detail?

Marko: Nicht am generellen Konzept. Im Nassen funktioniert es ja. Es fehlt einfach an vielen Details, das wir alles abrufen können, das wir brauchen. Wir gehen zu viele Kompromisse ein.

Hat man nicht schon im Winter gemerkt, dass etwas fehlt?

Marko: Wir kannten ja nicht die Daten der Konkurrenz. Und es gab auch gewisse Probleme mit der Korrelation. Wir haben uns da von gewissen Werten täuschen lassen.

Hat das Upgrade in Shanghai etwas gebracht?

Marko: Das Auto ließ sich schon mal leichter abstimmen. Das Fenster ist größer geworden.

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