Helmut Marko im Interview zum GP Russland

"Max hat links, rechts, oben und unten überholt"

Max Verstappen - GP Russland 2018 Foto: Wilhelm 21 Bilder

Hat Red Bull durch die Motorstrafe beim GP Russland einen möglichen Sieg verzockt? Und warum waren die Autos auf einer Power-Strecke so stark? Wir haben bei Motorsportchef Helmut Marko nachgefragt.

Wie lautet Ihr Fazit zum Rennen in Russland?

Marko: Wir haben eine sensationelle Fahrt vom Max gesehen. Und der Mercedes konnte uns eine ganze Zeit lang nicht folgen. Auf wesentlich frischeren Reifen. Der Ricciardo hat ein Problem mit einem beschädigten Frontflügel gehabt. Das hat er sich im Getümmel der ersten Runde geholt. Das ergibt sehr gute Perspektiven für die nächsten Rennen.

Hat Red Bull mit der Motorstrafe einen Sieg verschenkt?

Marko: Gewonnen hätten wir vielleicht nicht, aber wir wären sicher auf das Podium gefahren. Das eröffnet uns jetzt für die anderen Strecken gute Chancen. Wir haben Dinge am Auto modifiziert, die vorher nicht so gut funktioniert haben. Für Mexiko und Suzuka sieht es sehr gut aus.

Hätte man Max Verstappen nicht noch länger auf der Strecke halten können?

Max Verstappen - GP Russland 2018 Foto: Red Bull
Vor dem Rennen wurde im Red Bull-Lager noch der 21. Geburtstag von Max Verstappen gefeiert.

Marko: Die Reifen waren schon am Limit. Wir wären den letzten Stint besser mit dem Hypersoft-Reifen gefahren. Der hat im Rückblick auf unserem Auto besser funktioniert als der Ultrasoft. Der ist nach einer Runde mehr oder minder eingebrochen.

Was sagen Sie zur ersten Runde von Max Verstappen?

Marko: Unglaublich. Der Max hat links, recht, oben und unten überholt, und seine Gegner wussten gar nicht, was da passiert ist.

Ist das ein anderer Verstappen als zu Saisonbeginn?

Marko: Er macht keine Fehler mehr und fährt mit einer Souveränität und Selbstverständlichkeit, dass er im Moment der einzige ist, der sich auf dem Niveau von Hamilton bewegt.

Wie viel hat Ricciardo durch den Frontflügelschaden verloren?

Marko: Doch einiges. Die Vorderreifen haben stärker abgebaut. Das hat ihm eine andere Fahrweise aufgezwungen.

Die beiden Red Bull standen hinten in der Startaufstellung. Haben Sie vorher mal überlegt, die Taktik zu splitten?

Marko: Es gab nur eine Taktik mit hoher Wahrscheinlichkeit auf WM-Punkte. Ein Taktik-Split hätte nichts gebracht.

Was sagen Sie zum WM-Kampf?

Marko: Der ist leider für Mercedes entschieden. Es ist schon erstaunlich, wie Ferrari zuletzt abgebaut hat. Nicht nur von der Power her. Im Sektor 3 waren sie klar langsamer, und da kommt es auf das Handling an. Das hat sich aber schon in Singapur angedeutet.

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