Helmut Marko: "Lex Red Bull"

Vettel-Team tüftelt an Ersatzlösung

F1-Technik 2011 - Auspuff Red Bull Foto: Grüner 24 Bilder

Sebastian Vettels Formel-1-Rennstall Red Bull tüftelt bereits an einer Ersatzlösung für das verbotene Zwischengas. Rennstall-Berater Helmut Marko bezeichnete die FIA-Entscheidung als "Lex Red Bull".

Die FIA hat ernst gemacht und Verwendung der Auspuffgase als aerodynamisches Hilfsmittel verboten. Doch obwohl Red Bull besonders davon betroffen ist, gibt sich der Rennstall kämpferisch. "Wir wären nicht Red Bull Racing, wenn wir nicht auch schon Überlegungen hätten, wie wir das wieder abfedern könnten", sagte Motorsportberater Helmut Marko dem Sender Servus TV.

An diesem Wochenende in Valencia dürfen Titelverteidiger Vettel und sein australischer Teamkollege Mark Webber letztmals mit dem Zwischengas fahren. Dabei wird das Auto durch das Anströmen heißer Luft - auch wenn der Pilot kein Gas gibt - pro Runde bis zu einer halben Sekunde schneller.

Marko beklagt "Lex Red Bull"

"Das hat unser Team erfunden und glaube ich auch zur Perfektion geführt", betonte Marko am Montagabend. Der Internationale Automobilverband FIA verhängte aber ein Verbot vom Großen Preis von Großbritannien an. "Diesmal hat man es scheinbar sehr eilig", bekräftigte der ehemalige Pilot. Es sei sehr eigenartig, dass es mitten in der Saison passiere: "Ich würde es Lex Red Bull nennen."

Zwar dürfen die Teams die umstrittene Technik in Valencia ein letzten Mal verwenden. Allerdings ist es fraglich, ob sie es auch machen. Die Motoreinstellungen dürfen ab sofort zwischen Qualifying und Rennen nicht mehr verändert werden. Auf einer Runde im Training lohnt es sich, aggressive Settings zu fahren, im Rennen sprechen der höhere Spritverbrauch und Probleme mit der Zuverlässigkeit dagegen.

Renault wollte Änderung nach der Saison

Alle Teams würden sich umstellen müssen, meinte der Technische Direktor von Nick Heidfelds Arbeitgeber Renault, James Allison. Deren Wagen gilt als besonders auf das Abgassystem abgestimmt. "Es ist nicht einfach zu beurteilen, wie die Änderung sich auf unsere Konkurrenzfähigkeit auswirkt", sagte er. "Wir hätten es vorgezogen, den Status Quo bis zum Saisonende beizubehalten."

Das hätte auch Red Bull gerne gesehen. Marko sprach von Einbremsmanövern, "die gegen uns doch massiv laufen". "Wenn man es nicht kopieren kann, versucht man, es zumindest zu verhindern", so Marko, nachdem Vettel nach fünf Siegen und zwei zweiten Rängen in den ersten sieben Rennen 60 Punkte Vorsprung auf den zweitplatzieren Kanada-Gewinner Jenson Button hat.

Ferrari profitiert von Auspuff-Verbot

Vor allem Ferrari, das auf den ersten Sieg in diesem Jahr wartet, dürfte sich Hoffnungen machen: "Die haben das nie richtig in den Griff bekommen", sagte der Red-Bull-Motorsportberater. McLaren habe das System sehr gut kopiert.

Große Probleme prophezeite Marko Renault mit Nick Heidfeld, die das Auto komplett auf das Abgaskonzept abgestimmt habe. Noch ist aber unklar, wie das Verbot im Detail aussieht. Die neuen Bestimmungen müssen spätestens bis zum England-Rennen am 10. Juli in Silverstone bekanntgegeben werden. Wenn das Zwischengas ganz wegfalle, könne das zu Motorproblemen führen, betonte Marko.

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