Helmut Marko im Video-Interview

Überleben in der Formel 1

1000. GP

Helmut Marko kennt die Formel 1 von beiden Seiten der Boxenmauer. 1972 endete seine Rennfahrer-Karriere mit einem bizarren Unfall in Clermont-Ferrand. Seit 2005 ist der Österreicher der mächtige Strippenzieher bei Red Bull.

Helmut Marko ging mit Jochen Rindt in die Schule, aber er stieg nach Österreichs erstem Weltmeister in den Motorsport ein. Der Vater verlangte, dass er zuerst sein Jura-Studium beendet. Nach dem Todt von Rindt galt Marko als Kronprinz. Der Grazer gewann 1971 auf einem Porsche 917 die 24 Stunden von Le Mans und debütierte beim GP Österreich auf einem B.R.M. In dem englischen Rennstall sollte Marko 1972 auch eine komplette Saison fahren. In diesem Jahr nahm Markos Karriere richtig Fahrt auf. Bei der Targa Florio fuhr er in einem Alfa Romeo das Rennen seines Lebens.

Dann kam der GP Frankreich in Clermont-Ferrand. B.R.M. hatte ihm zum ersten Mal den P160 mit einem potenten Motor gegeben. Und Marko qualifizierte sich für Platz 6. Der Österreicher lag in den Punkterängen, als ihn Stein mitten im Visier traf, den Ronnie Peterson mit seinem March abgeschossen hatte. Der Unglückspilot wurde dabei so unglücklich am Auge getroffen, dass er seine Laufbahn beenden musste.

Zweite Karriere in der Formel 1

Doch Marko machte auf der anderen Seite der Boxengasse weiter, stellte Teams in den Nachwuchsklassen auf die Beine und suchte Talente. Damit war er für Red Bulls Einstieg in die Formel 1 der richtige Mann. Christian Horner ist der Teamchef, doch an Marko führt keine wichtige Entscheidung in dem Rennstall vorbei. Krönung der zweiten Karriere waren die WM-Titel zwischen 2010 und 2013.

Im Gespräch mit auto motor und sport erzählt Marko, warum Schulfreund Rindt für ihn eine Lichtgestalt war, was damals wirklich in Clermont-Ferrand passierte und wie Red Bull innerhalb von nur sechs Jahren zum Weltmeister-Team wurde.

Ein paar Kostproben aus unserem Gespräch mit Helmut Marko:

„Jedes Auto, das man gekriegt hat, ist man gefahren. Perverserweise sind immer Plätze freigeworden, weil die Unfallhäufigkeit mit fatalen Folgen so hoch war.“

„Dann ging es auf der Straße los. Wir waren drei oder vier im Auto. Wenn einer einen Fehler gemacht hat, ist der nächste drangekommen.“

„Jochen hat eine Todessehnsucht gehabt“.

„Bei mir ist der gleiche Radträger gebrochen wie bei Siffert.“

„In Clermont-Ferrand habe ich das neue Chassis von BRM gekriegt. Ich bin reingehupft, und mit meiner Größe hat es hinten und vorne nicht gepasst. Ich bin sicher 10 Zentimeter drüber rausgeragt. Das wurde mir letztlich zum Verhängnis.“

„Der Krankenwagen ist zuerst ins falsche Krankenhaus gefahren. Der zuständige Arzt war auf einer Grill-Party.“

„Wir hatten den Klien bei Jaguar platziert. Da habe ich schon gemerkt, man kann dieses Team erwerben.“

„Bei der Übernahme von Jaguar haben wir sofort gemerkt: Mit der Mannschaft kommen wir nicht weiter.“

„Jetzt haben wir unsere Chance mit Honda. Es ist seit 14 Jahren das erste Mal, dass wir einen Werksmotor haben.“

auto motor und sport feiert das 1.000. Formel-1-Rennen in dieser Saison mit einer großen Serie in 100 Teilen. Wir liefern Ihnen im täglichen Countdown spannende Geschichte und interessante Video-Features aus der Historie der Königsklasse. Alle bisherigen Artikel finden Sie auf unserer >> Übersichtsseite zum großen Jubiläums-Grand-Prix.

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