Hiobsbotschaften aus Hinwil

Sauber kämpft ums Überleben

Sergio Perez, McLaren, Monisha Kaltenborn, Sauber, Formel 1-Test, Jerez, 5.2.2013 Foto: xpb 21 Bilder

Die Formel 1 fährt mit offenen Augen in die Krise. Dass mindestens fünf der elf Teams finanziell am Stock gehen, ist seit langem bekannt. Dass dazu auch der kreuzbrave Sauber-Rennstall zählt, muss all jene aufwecken, die den schlechten Zustand der Formel 1 schön reden. Sauber wartet auf einen Sponsor aus Russland. Wenn der nicht kommt, sieht es zappenduster aus.

Wenn das Wort Krise in der Formel 1 die Runde macht, dann denkt man an die klassischen Hinterbänkler-Teams wie Caterham oder Marussia. Doch diesmal kommen die Hiobsbotschaften aus Hinwil. Bei Sauber läuft es nicht. Sportlich und wirtschaftlich.

Teamchefin Monisha Kaltenborn bestätigte der Schweizer Tageszeitung Blick gegenüber zwar, dass man garantiert bis zum Saisonende durchhalte, doch die Gerüchteküche erzählt alarmierende Geschichten. Von unbezahlten Rechnungen, ausstehenden Fahrergehältern, einer Entwicklung auf Schmalspur, weil das Geld knapp ist. Der Windkanal wird oft an Fremdkunden wie Audi vermietet, um die Kasse aufzubessern. Das hilft natürlich nicht, wenn man ein Auto hat, das hinterherfährt. Nico Hülkenberg soll wegen der verzögerten Ratenzahlung frei und nicht mehr an die Option für 2014 gebunden sein.

Die Hoffnung kommt aus Russland

Während bei anderen Teams in regelmäßigen Abständen kleinere Sponsorabschlüsse vermeldet werden, herrscht bei Sauber Funkstille. Man hört aber, dass die Schweizer einen großen Fisch aus Russland an der Angel haben, doch einen Vertrag gibt es noch nicht. Es soll sich um zwei Staatsbetriebe handeln, einen Gasproduzenten und eine Bank, und das scheint auch der Grund dafür zu sein, dass die Verhandlungen so schwierig sind.

Bei Sauber weiß man jedoch: Wenn dieser neue Partner nicht kommt, könnten beim viertältesten Rennstall der Formel 1 bald die Lichter ausgehen. Die Nachrichten zeigen, wie wichtig es wäre, dass die Topteams endlich aufwachen und einen echten Beitrag zur Kostensenkung liefern. Weniger Windkanalstunden und CFD-Simulation bei gleichzeitig mehr Testfahrten sind eine Augenwischerei. Wenn man gezwungen ist, mindestens 300 Leute anzustellen und mindestens 70 Millionen Euro auszugeben, nur um einigermaßen konkurrenzfähig sein, stimmt etwas nicht. Und das alles nur, weil Red Bull, Ferrari und Mercedes ihren riesigen Apparat nicht zurückrüsten wollen.

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