Historische Formel 1-WM-Duelle (5)

Rosberg gewinnt 1982 im Spielerparadies

Keke Rosberg - 1982 Foto: Wilhelm 110 Bilder

Dieses Jahr kommt es zum 16. Mal im WM-Finale zum Titel-Duell Mann gegen Mann - Rosberg gegen Hamilton. Wir blicken auf die 15 Duelle seit 1950 zurück. In Teil 5 unserer Serie kämpfen Keke Rosberg und Johne Watson in Las Vegas um die Weltmeisterschaft 1982.

Was beim Formel 1-Finale 1982 wirklich passierte

Es ist nicht das erste Mal, dass ein Rosberg um den WM-Titel fährt. 1982 war Nicos Vater Keke an der Reihe. Mit wesentlich besseren Aussichten als sein Sohn. Die Chancen von Rosbergs WM-Gegner John Watson auf den WM-Titel beschränkten sich auf ein einziges Szenario. Er musste den Grand Prix in Las Vegas gewinnen, und Rosberg durfte nicht punkten.

Es lagen aber noch zwei Fragezeichen in der Luft: Williams hatte Berufung gegen die Disqualifikation von Rosberg in Brasilien eingelegt, gleichermaßen McLaren gegen den Ausschluss des drittplatzierten Niki Lauda beim GP Belgien.

Trotzdem entschied McLaren-Teamchef Ron Dennis, dass alle Karten auf Watson zu setzen waren. Er befahl dem verdutzten Niki Lauda: "Du musst hier für John fahren." Rosberg nahm das Unternehmen Weltmeisterschaft in die eigene Hand. Mit dem fünften Platz machte er den Titelgewinn perfekt.

Beide Berufungen wurden kurz später abgeschmettert. Watson kämpfte sich bei dem Parkplatzrennen vom neunten Startplatz bis auf Rang 2 nach vorne. Nur Sieger Michele Alboreto blieb unerreichbar. Zu wenig, um seinen Gegner im WM-Duell noch abzufangen. Keke Rosberg reichte ein Sieg zum Titelgewinn. Viele meinten, er hätte den Titel deshalb nicht verdient. Was ungerecht ist. Keiner gewann in dieser Saison mehr als zwei Grand Prix.

Unser fiktives Abu Dhabi-Finale 2014

Der WM-Stand will es so, dass Lewis Hamilton 2014 in die Rolle von Keke Rosberg schlüpft und Nico Rosberg in die von John Watson. Nico hat es besser als sein Pendant. Er muss nicht gewinnen, und wenn er es doch tut, braucht Hamilton einen zweiten Platz. Es sind auch keine Berufungsverhandlungen vor einem FIA-Gericht anhängig, die alte Resultate noch einmal umdrehen könnten.

Las Vegas und Abu Dhabi sind durchaus vergleichbar. An beiden Orten wird Geld gedruckt. Die einen mit Hilfe von Spielcasinos, die anderen mit Öl. Der Kurs von Las Vegas wurde in den Parkplatz des Prunkhotels Caesar's Palace modelliert. Abu Dhabi ist mit seinen riesigen Auslaufzonen auch ein Parkplatz. Nur größer und moderner. Und nicht so gefährlich.

Damals gingen die WM-Kontrahenten von den Startplätzen 6 (Rosberg) und 9 (Watson) ins Rennen. Die Musik machten andere. Alain Prost und René Arnoux in ihren Turbo-Raketen von Renault. Und der spätere Sieger Michele Alboreto im Tyrrell. Beide Teams sind heute nicht mehr am Start. Oder doch? Tyrrell ist eigentlich der Geburtshelfer von Mercedes. Aus Tyrrell wurde BAR, aus BAR Honda, aus Honda Brawn GP und aus Brawn GP Mercedes. Renault ist heute Lotus.

Watson war der Spezialist für Aufholjagden. Das passt auch zu Nico Rosberg. Er fuhr in Sotschi vom letzten auf den zweiten Platz. Wenn er es in Abu Dhabi wie Watson macht, startet er als Neunter und kommt als Zweiter ins Ziel. Macht 36 Punkte. Hamilton darf wie Keke Rosberg von Rang 6 losfahren. Er bleibt auf dem siebten Platz hängen, bis er von Nico in der 14. Runde überholt wird.

Bis zur Zielflagge macht der Engländer noch drei Plätze gut. Weil drei Konkurrenten vor ihm durch technischen Defekt ausfallen. Die restlichen 50 Runden fährt Hamilton wie einst Keke Rosberg auf Ankommen. Die 20 Punkte für Platz 5 reichen gerade so, um mit 354:353 Zählern Weltmeister zu werden. Das war 1982 klarer. Da gewann Keke Rosberg gegen John Watson mit 44:39 Punkten.

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