Hockenheim

F1 hinterlässt Millionen-Loch

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Der Große Preis von Deutschland hinterlässt in der Bilanz der Hockenheimring GmbH den befürchteten Millionen-Verlust. Einen Tag nach dem Formel-1-Rennen auf dem nordbadischen Traditionskurs rechneten die Streckenbetreiber mit einem Minus von drei Millionen Euro.

"Das wird sich bestätigen", sagte Karl-Josef Schmidt, Geschäftsführer der Hockenheimring GmbH, am Montag (21.7.). Eine finanzielle Schieflage erwarten die Organisatoren des deutschen Grand Prix aber nicht. "Wir haben Rückstellungen dafür gebildet", erklärte Schmidt.

Seit 2004 schreibt der Hockenheimring mit der Formel 1 rote Zahlen, die Firmengruppe drücken Verbindlichkeiten von 34 Millionen Euro. Vor allem aus wirtschaftlichen Gründen findet das Deutschland-Gastspiel der Motorsport-Königsklasse seit dem Vorjahr abwechselnd in Hockenheim und auf dem Nürburgring statt. "Es ist kein Geheimnis, dass sich die Formel 1 trotz ihres rauschhaften Erlebnis-Charakters für kaum eine Strecke refinanzieren lässt", sagte Schmidt.

10.000 Besucher zu wenig

Den Renn-Organisatoren bleiben von einem Formel-1-Wochenende nur die Ticket-Einnahmen. Die lukrativen TV- und Werbe-Gelder gehen an Formel-1-Boss Bernie Ecclestone und seine Partner. Zudem kassiert Ecclestone von den Streckenbetreibern eine Garantiesumme in zweistelliger Millionenhöhe. Das Hauptrennen auf dem Hockenheimring verfolgten am Sonntag laut Schmidt rund 80.000 Zuschauer. Mindestens 90.000 verkaufte Tickets wären für die Veranstalter wohl nötig gewesen, um einen Verlust abzuwenden.

Dennoch gab sich Schmidt zufrieden. "Es war ein tolles Ereignis. Von der organisatorischen und sportlichen Bilanz gibt es nichts zu beanstanden", sagte der Geschäftsführer. Die Hockenheimring GmbH sei stark daran interessiert, auch über das Vertragsende 2010 hinaus die Formel 1 zu halten. "Dieses Rennen verschafft uns einen gewissen Nimbus", erklärte Schmidt.

Der Status als Formel-1-Strecke macht den Ring attraktiv für andere Rennserien und Unternehmen, die dort Firmen-Veranstaltungen organisieren. Vor Ende 2009 werde jedoch nicht mit Ecclestone über die Verlängerung des Formel-1-Vertrags verhandelt, betonte Schmidt.

Einbruch in der TV-Quote

Der Zuschauerschwund bei Formel 1-Übertragungen im Fernsehen hat sich auch beim Heimrennen in Hockenheim fortgesetzt. 6,02 Millionen Motorsportfans verfolgten am Sonntag den Sieg von Lewis Hamilton beim Großen Preis von Deutschland. Die RTL-Sendung blieb damit deutlich unter der Zehn-Millionen-Marke. Der Marktanteil lag bei 38,9 Prozent. Im Vorjahr hatten noch 7,95 Millionen Zuschauer (45,2 Prozent) das Rennen auf dem Nürburgring eingeschaltet.

Das Formel-1-Rennen war dennoch mit Abstand die meistgesehene Sportsendung am Sonntag. 1,81 Millionen TV-Zuschauer entschieden sich für die erste Alpen-Etappe bei der Tour de France. Das ZDF kam damit auf einen Marktanteil von 11,9 Prozent. Bis zu 1,1 Millionen Basketball-Fans feierten die Olympia-Qualifikation von Dirk Nowitzki & Co. Der Spartenkanal DSF registrierte im Schnitt 670.000 Zuschauer (2,9 Prozent) für das abschließende Match Deutschland - Puerto Rico beim Ausscheidungs-Turnier in Athen.

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