Hockenheim gesichert

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Die Formel-1-Fans in Deutschland können aufatmen: Der Große Preis von Deutschland am 30. Juli ist trotz der hohen Schuldenlast der Hockenheimring GmbH gesichert. Bei einem Krisen-Gipfeltreffen am Freitag (17.2.) in Stuttgart einigten sich unter anderem Vertreter des Landes Baden-Württemberg, der Stadt Hockenheim und der zuständigen Banken einvernehmlich auf ein Konzept, das den Kurs vor dem Finanzkollaps retten soll.

"Wir haben eine gute Chance, dass die Insolvenz von Hockenheim vermieden wird", sagte der baden-württembergische Ministerpräsident Günther Oettinger. Die Last wird wohl in erster Linie die Stadt Hockenheim tragen müssen. Eine direkte Landesbeteiligung sei nicht Bestandteil der Lösung, sagte Oettinger, während Wirtschaftsminister Ernst Pfister erklärte, dass das Rennen gesichert sei.

Oettinger bestätigte zudem, dass Gespräche mit Formel-1-Chef Bernie Ecclestone über mittel- bis langfristige Perspektiven geführt würden. Ziel ist es, entweder die jährlich ansteigenden Lizenzgebühren - 2006 sollen es 16 Millionen Euro sein - zu drosseln oder aber nur noch alle zwei Jahre ein Formel-1-Rennen auf dem Hockenheimring durchführen zu lassen. Möglich ist der jährliche Wechsel mit dem Rennen am Nürburgring. Die Verantwortlichen aus der Eifel haben bereits Interesse an solch einer Alternative bekundet.

Hockenheimring GmbH bleibt Veranstalter

Vom Tisch sei die angedachte "Sales-and-lease-back"-Lösung, so Wirtschaftsminister Pfister nach dem Treffen in der Landeshauptstadt, an dem auch Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug beteiligt war. Als Veranstalter des Grand Prix von Deutschland wird nach jetzigem Stand also weder ein möglicher zukünftiger Insolvenzverwalter noch Formel-1-Chef Bernie Ecclestone auftreten. Mit diesen Lösungen war bereits spekuliert worden.

"Die Hockenheimring GmbH selbst wird das Rennen veranstalten", sagte Pfister. Alles sei auf einem guten Weg und weise in die richtige Richtung. Damit dürfte auch die Gefahr gebannt sein, dass nach dem bereits abgesagten Großen Preis von Belgien am 17. September in Spa-Francorchamps ein weiterer der ursprünglich insgesamt 19 WM-Läufe aus dem diesjährigen Kalender gestrichen werden muss.

29 Millionen Schulden

Die Gebühren und die von Ecclestone seinerzeit geforderten und 2002 durchgeführten Umbaumaßnahmen in Höhe von rund 65 Millionen Euro drohen dem Kurs zum Verhängnis zu werden. Die Schuldenlast beträgt rund 29 Millionen Euro. Zudem ist das Interesse an der Formel 1 rückläufig. Bislang soll der Kartenvorverkauf um 30 Prozent eingebrochen sein. Weiter sinkende Zahlen sind bei einem Karriereende des siebenmaligen Weltmeisters und nationalen Formel-1-Helden Michael Schumacher zu erwarten.

Hinzu kommen offenbar personelle Verfehlungen, die auch die Mannheimer Staatsanwaltschaft auf den Plan gerufen hat. So soll beispielsweise der in seinen Kompetenzen bereits eingeschränkte Geschäftsführer Georg Seiler laut einem Bericht des "Mannheimer Morgen" Freikarten im Wert von fast 100.000 Euro für das Rennen im vergangenen Jahr gehabt haben. Zudem schwele der Verdacht, dass die Strecke unter der Hand vermietet worden und die Vergabe von Aufträgen beim Streckenausbau nicht immer rechtens gewesen sei.

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