Hockenheim

Land verweigert Zuschüsse

Foto: Wolfgang Wilhelm 42 Bilder

Im Kampf um das Formel-1-Rennen auf dem Hockenheimring müssen die Streckenbetreiber auf finanzielle Hilfe des Landes verzichten.

"Von der Landesregierung wurde der Stadt Hockenheim gegenüber keine Bereitschaft signalisiert, Defizite aus dem Formel-1-Rennen zu übernehmen", heißt es in einer am Freitag bekanntgewordenen Antwort des Wirtschaftsministeriums auf eine Anfrage der Landtags-Grünen. Nach Millionen-Verlusten der Ring-GmbH mit der Formel 1 in den vergangenen Jahren ist die Zukunft des Rennens offen. 2010 läuft der Vertrag mit Rechte-Inhaber Bernie Ecclestone aus.

In diesem Jahr mussten die Renn-Organisatoren einen Verlust von 5,3 Millionen Euro bilanzieren. Für die nächste Auflage des Großen Preises von Deutschland in Hockenheim im Jahr 2010 wird dem Ministerium zufolge sogar mit einem Minus von sechs Millionen Euro gerechnet. Mit den Profiten aus anderen Rennveranstaltungen und Fahrer-Trainings können die Streckenbetreiber die Verluste nicht ausgleichen. Hockenheims Oberbürgermeister Dieter Gummer, der auch Vorsitzender der Ring-GmbH ist, hatte deshalb auf Landesmittel gehofft. Die Stadt sehe sich nicht in der Lage, auf Dauer die Kosten allein zu tragen, erklärte Gummer im Oktober.

Sinkendes Zuschauerinteresse

Das Land sagte jedoch lediglich zu, Gespräche mit Vertretern der Metropolregion Rhein-Neckar sowie der baden-württembergischen Automobilindustrie über die Abdeckung des für 2010 erwarteten Defizits zu führen. Die Region Rhein-Neckar profitiere in erheblichem Umfang vom Formel-1-Rennen auf dem Hockenheimring. Insgesamt seien in diesem Jahr 37 Millionen Euro mit dem Deutschland-Grand-Prix umgesetzt worden, bilanzierte das Ministerium. Hotels, Gaststätten und Handel im Umkreis von mehr als 100 Kilometer hätten von der Veranstaltung profitiert.

Grund für das wachsende Minus beim Formel-1-Rennen in Hockenheim sind vor allem die von Ecclestone geforderten Garantieleistungen in zweistelliger Millionenhöhe sowie das sinkende Zuschauer-Interesse. Auch der Nürburgring, der im jährlichen Wechsel mit den Nordbadenern den Großen Preis von Deutschland veranstaltet, verzeichnete zuletzt tiefrote Zahlen mit der Königsklasse des Motorsports.

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