Hockenheim

Ring braucht Finanzhilfe

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Nach millionenschweren Verlusten im vergangenen Jahr ruft der Hockenheimring erneut nach Landeshilfe und warnt vor einem Ende der Formel-1-Rennen in Deutschland.

"Das Land Baden-Württemberg muss sich finanziell beteiligen, sonst wird es in Deutschland nach 2010 keine Formel 1 mehr geben», sagte der Geschäftsführer der Hockenheimring GmbH, Karl Josef Schmidt, den "Stuttgarter Nachrichten" (17.5.). Auf der Rennstrecke in Nordbaden wird von 18 bis 20. Juli der Große Preis von Deutschland ausgetragen.

Das baden-württembergische Wirtschaftsministerium wies die Forderung zurück. Ein Ministeriumssprecher sagte der Zeitung: «Es ist nicht Aufgabe der öffentlichen Hand, Event-Veranstaltungen, wie sie auf dem Hockenheimring stattfinden, zu unterstützen.» Das Land hat den Umbau der Rennstrecke vor sechs Jahren bereits mit rund 15 Millionen Euro unterstützt.

Auf der Bilanz der Hockenheim-Gesellschaft lasten vor allem die hohen Lizenzgebühren, die Formel-1-Chef Bernie Ecclestone fordert und die die Rennstrecke allein nicht mehr tragen kann. Der Hockenheimring muss nach Angaben der "Stuttgarter Nachrichten" in diesem Jahr mehr als 19 Millionen Euro an Ecclestone zahlen. Die Hockenheimring GmbH hat laut Geschäftsführer Schmidt Schulden in Höhe von 34 Millionen Euro. Nach früheren Angaben haben auch die hohen Zinsen und Abschreibungen nach dem millionenteuren Umbau der Strecke die Bilanz in die Verlustzone gedrückt.

Zukunft ungewiss

Auch die Stadt Hockenheim sieht die Zukunft der einstigen Goldgrube skeptisch. Für die Rennstrecke hatte sich die Kommune erst vor zwei Jahren mit zusätzlichen 35 Millionen Euro verschuldet. Entscheidend sei nun, ob die Namensrechte für den Ring verkauft werden könnten, sagte Hockenheims Oberbürgermeister Dieter Gummer (SPD) der Zeitung. "Damit wäre der laufende Betrieb gesichert." Zudem will die Stadt einen weiteren Gesellschafter mit ins Boot holen und viele ihrer Anteile an der Rennstrecke verkaufen. An der Hockenheimring GmbH hält die Stadt Hockenheim 94 Prozent, der Badische Motorsportclub sechs Prozent.

Nachdem lange Zeit jede Saison zwei Grand Prix in Deutschland stattfanden, wechseln sich seit 2007 der Nürburgring und der Hockenheimring aus finanziellen Gründen jährlich mit der Ausrichtung eines Formel-1-Rennens ab.

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