Hockenheim Donnerstag-Teamcheck

Mercedes verbessert Starts

Mercedes - GP Deutschland 2018 Foto: ams 130 Bilder

Donnerstag herrscht im Fahrerlager immer die Ruhe vor dem Sturm. Wir checken die zehn Teams auf Neuigkeiten ab, und was die Fahrer vom Rennen erwarten. Mercedes hat intensiv an den Starts gearbeitet. Red Bull bringt einen neuen Unterboden.

Donnerstag ist der PR-Tag vor einem Grand Prix. auto motor und sport stöbert für Sie im Fahrerlager Geschichten und Gerüchte auf. Wir fragen bei den Ingenieuren nach, was neu am Auto ist und bei den Fahrern, wie sie das Rennen einschätzen. Hier ist unser Streifzug durch die zehn Garagen.

Mercedes

Es war nur noch eine Formsache. Drei Tage vor dem GP Deutschland machte es Mercedes offiziell. Lewis Hamilton verlängert seinen Vertrag um zwei Jahre bis 2020. Valtteri Bottas muss noch warten: „Es wird bald Neuigkeiten geben“, lässt der Finne durchblicken.

An der technischen Front hat Mercedes besonders intensiv an den Starts gearbeitet. „Generell sind wir gar nicht so schlecht“, resümiert Bottas. „Ferrari hat zuletzt besser ausgesehen, aber sie sind auch zwei Mal auf den weicheren Reifen gestartet, was viel ausmacht.“

„Wir wollen an der Konstanz unserer Starts arbeiten. Das ist eine schwierige Angelegenheit, weil die Bedingungen ja nie gleich sind. Da spielen Faktoren wie das Gripniveau des Asphalts, der Reifentyp, die Streckentemperatur mit rein. Darüber haben wir uns seit dem letzten Rennen viele Gedanken gemacht und werden einige neue Dinge hier in Hockenheim ausprobieren.“ Lewis Hamilton ist sich sicher: „Ferrari macht bei den Starts etwas anders als vorher. Es fällt auf, dass sie seit drei bis vier Rennen extrem gut starten.“

Ferrari

Ferrari hat rund um den Frontflügel kleine Modifikationen angebracht. Sebastian Vettel zählt mehr auf das Aero-Upgrade von Silverstone: „Das hat uns dort geholfen. Es sollte auch in Hockenheim funktionieren.“ Während Mercedes in Frankreich und Österreich noch den besseren Speed zeigte, war der GP England praktisch ausgeglichen. Vettel wertet das als klaren Fortschritt von Ferrari. „In Silverstone waren wir in den letzten Jahren nie stark. Wir haben in den schnellen Kurven und auf den Geraden aufgeholt.“

Bei der Frage nach seinem Teamkollegen für 2019 wählt Vettel den diplomatischen Weg: „Ich bin happy mit Kimi weiterzumachen. Charles hat so oder so eine große Zukunft vor sich. Er sollte keine Eile haben. Aber ich war selber mal jung und weiß, dass es dir in dem Alter nicht schnell genug gehen kann.“

Ein Sieg in Hockenheim wäre eine Zugabe für den Mann aus Heppenheim. „Ich bin nur eine halbe Stunde von der Strecke entfernt aufgewachsen. Ein Sieg hier wäre schon etwas Besonderes. Auch, weil wir vielleicht für lange Zeit nicht mehr in Deutschland fahren.“

Red Bull

Red Bull - GP Deutschland - Hockenheim - Formel 1 - Donnerstag - 19.7.2018 Foto: ams
Im Red Bull-Unterboden befinden sich wie bei Ferrari nun auch lange Schlitze.

Daniel Ricciardo wird seine Motorstrafe in Hockenheim nehmen. Das heißt Start von hinten. Der Australier gibt sich keinen Illusionen hin: „Wir werden näher an Ferrari und Mercedes dran sein als in Silverstone, aber es wird immer noch nicht reichen. Im ersten Teil der Strecke werden wir leiden, hinten raus im Motodrom aufholen.“

Max Verstappen sieht es noch drastischer: „Egal ob der alte Kurs von Hockenheim oder der neue: Beides ist schlecht für uns. Die Power spielt eine zu große Rolle.“ Red Bull sucht derweil weiter Zeit beim Auto. Der Unterboden mit seinen Längs-Schlitzen vor den Hinterrädern erinnert stark an Ferrari.

Force India

Nach dem Unterboden in Silverstone bessert Force India weiter am Auto nach. Esteban Ocon lobte: „Unser Auto ist noch nicht perfekt, aber viel besser als bei den Testfahrten und den ersten beiden Rennen. Es ist jetzt einfacher zu fahren und berechenbarer.“

Sergio Perez sieht es genauso: „Ich habe mir mehr erwartet von der Saison, aber wir verbessern uns von Rennen zu Rennen. Wir sind viel näher dran am Mittelfeld. Platz 4 ist immer noch möglich.“

Williams

Ist das die Rettung aus der Krise? Lance Stroll und Sergey Sirotkin freuen sich auf einen neuen Frontflügel. Das war eines der Problemteile am Auto.

Renault

Renault - GP Deutschland - Hockenheim - Formel 1 - Donnerstag - 19.7.2018 Foto: ams
Renault hat seinen neuen Frontflügel auf Hockenheim vorgezogen.

Renault hat auch einen neuen Frontflügel im Gepäck. Ursprünglich war das Debüt für den GP Ungarn geplant. Doch die Konkurrenz ist näher gerückt. Einsatzleiter Alan Permane verrät das Entwicklungsziel: „Der neue Flügel bringt uns nicht direkt mehr Abtrieb. Er soll den Abtrieb stabiler machen und das gleiche erreichen, was wir letztes Jahr mit dem Unterboden in Silverstone geschafft haben.“

Hockenheim sollte den Renault wieder besser liegen als Silverstone, wo es keines der gelbschwarzen Autos ins Q3 geschafft hat. „Manchmal ist es besser, wenn du im Q2 rausfliegst und dafür für das Rennen freier planen kannst“, erklärt Hülkenberg mit Blick auf das letzte Rennen. Da landete der Rheinländer wieder mal auf dem besten Platz hinter den Topteams. Hauptsächlich, weil Renault auf den harten Reifen gesetzt hat, der erst ein Einstopp-Rennen möglich machte.

„Wir haben immer noch Probleme mit der Reifenabnutzung“, gibt Hülkenberg zu, hofft aber, dass der neue Frontflügel einen Teil der Probleme löst. Alan Permane erwartet auch für Hockenheim ein Einstopp-Rennen, obwohl vor zwei Jahren die meisten Teams drei Mal zum Reifenwechsel an die Box abbogen. „Die breiten Autos mit den breiten Reifen, das ist eine ganz andere Welt. Bis auf China haben wir fast nur noch Einstopp-Rennen.“

Toro Rosso

Nach vier schweren Unfällen will Brendon Hartley endlich sein Pech abstreifen. „In den letzten Rennen lief es gar nicht so schlecht. Für die Unfälle konnte ich nichts. Wenn endlich mal alles passt, sind wir in der Lage an die Spitze des Mittelfeldes zu fahren. Es geht in dieser Gruppe nur um ein paar Zehntel hin oder her.“ Teamkollege Pierre Gasly pflichtet bei: „Unser Auto ist nicht schlecht. Wir müssen die Leistung nur konstanter abrufen.“

HaasF1

Bei HaasF1 gab es nach dem GP England eine Standpauke an beide Fahrer. „Es darf einfach nicht mehr passieren, dass sich unsere beiden Fahrer in der ersten Kurve der ersten Runde in die Kiste fahren. Wir haben schon viel zu viele Punkte hergeschenkt“, ärgert sich Teamchef Guenther Steiner. Gibt es deshalb einen neuen Verhaltenskodex? „Für die erste Runde kannst du keine Regeln aufstellen. Der Auftrag lautet ganz einfach: Macht keine Dummheiten.“

Romain Grosjean meinte schmallippig: „Es macht keinen Sinn mehr, das Rennen in Silverstone noch einmal durchzukauen. Teamkollegen sollten nicht crashen. Ich habe mich als erster entschuldigt, obwohl zu einem Unfall immer zwei gehören.“ In den letzten drei Rennen war der HaasF1 vom Speed her klar die Nummer 4. Grosjean urteilt zurückhaltend, ob das in Hockenheim genauso sein wird: „Hier muss sich beweisen, ob unser Aero-Upgrade von Kanada auch in langsamen Kurven funktioniert.“

Sauber

Sauber - GP Deutschland - Hockenheim - Formel 1 - Donnerstag - 19.7.2018 Foto: ams
Neue Flügel am Sauber-Cockpit. Dazu wurde auch das Kühlsystem umgekrempelt.

Sauber macht mobil. Ein neues Kühlkonzept verbessert die innere Durchströmung des C37 und erlaubt es Sauber, das Heck mehr zu schließen. Das hilft der Aerodynamik. Außerdem wurden neben dem Cockpit und im unteren Bereich der Seitenkästen neue Flügel angebracht. Ein Startplatz in den Top Ten ist fast schon Pflicht.

In einem nächsten Schritt will Sauber Toro Rosso im Konstrukteurs-Pokal angreifen. Da fehlen noch 3 Punkte. Bei den Boxenstopps werden die Schweizer nach dem Missgeschick von Silverstone etwas zurückstecken. „Wir werden jetzt einen doppelten Check machen, ob die Radmutter sauber drauf ist. Das kostet ungefähr zwei Zehntel“, rechnet Teammanager Beat Zehnder. Charles Leclerc wünscht sich, dass sein Team weiter Risiken geht. „Lieber einmal ausfallen als irgendetwas herzuschenken.“

McLaren

McLaren wird einen Teil des für Ungarn geplanten Aero-Pakets vorziehen. Den großen Sprung erwartet das neu formierte Team aber erst in Budapest. Fernando Alonso warnt jedoch, Rückschlüsse aus den letzten Budapest-Rennen von McLaren zu ziehen. „Es war immer unsere beste Strecke im Jahr. In diesem Jahr gibt es keine Garantie dafür. Unser Auto im aktuellen Zustand qualifiziert sich unabhängig vom Streckentyp immer für die gleichen Plätze. Deshalb erwarten wir uns auch für Ungarn nicht Spezielles. Außer unser Upgrade schlägt voll ein. Das könnte den Unterschied ausmachen, weil es im Mittelfeld oft nur um zwei oder drei Zehntel geht, ob du am Anfang oder am Ende stehst.“

Alonso notiert seit dem reinigenden Gewitter in Silverstone eine viel bessere Stimmung im Team und ein entschlosseneres Handeln. „Du spürst mehr Optimismus.“ An einer Sache knabbert aber auch der Spanier noch: „Ehrlich gesagt, kann ich euch nicht erklären, warum wir am Sonntag ein besseres Auto als am Samstag haben. Zuerst hatten wir den Motor im Verdacht, weil es Red Bull auf einem höheren Niveau ähnlich geht wie uns. Aber dann vergleichen wir uns mit dem Werksteam und stellen fest, dass die in der Qualifikation sieben Zehntel schneller fahren als wir und im Rennen dann auf Augenhöhe. Dafür fehlt uns noch die Erklärung.

Mehr Bilder von den neuen Teilen für Hockenheim finden Sie in der Galerie.

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