Hockenheimring

Gnadenfrist bis Mitte März 2009

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Gnadenfrist für den GP Deutschland: Der Hockenheimer Gemeinderat hat am Mittwochabend (17.12.) einstimmig einer Verlängerung bis zur endgültigen Entscheidung um rund drei Monate bis Mitte März 2009 zugestimmt.

Sollte bis dahin keine Lösung gefunden werden, um die Stadt zu entlasten, die das Defizit durch das Formel-1-Rennen trägt, wollen die Räte den Grand Prix nach 2010 absagen. "Die Grenze der finanziellen Zumutbarkeit ist erreicht", sagte Oberbürgermeister Dieter Gummer. "Wir haben ein Problemkind, und das heißt Formel 1."

Die 20.000 Einwohner zählende Kommune habe seit 2003 rund 15 Millionen Euro aus dem Haushalt abgezweigt und in den Erhalt der Traditionsstrecke investiert. Im kommenden März will der Gemeinderat endgültig über die Zukunft der Formel 1 auf dem Hockenheimring entscheiden.
 
Ohne "verbindliche Erklärungen" von Wirtschaft, Politik oder Sponsoren zur Übernahme des Defizits soll der Große Preis von Deutschland 2010 zum letzten Mal auf dem Hockenheimring ausgetragen werden. Zudem soll in dem Fall der aktuelle Vertrag mit Formel-1-Boss Bernie Ecclestone neu verhandelt werden, um bessere Bedingungen zu erhalten. In der vergangenen Woche habe er Gespräche mit Ecclestone in London geführt, sagte Gummer.

Langfristiges Defizit

In diesem Jahr fuhr die Hockenheimring GmbH mit dem Grand Prix einen Verlust von 5,3 Millionen Euro ein. Für 2010 wird ein Defizit von rund sechs Millionen Euro erwartet. Das Minus trägt bislang die Gemeinde, die mit 94 Prozent Hauptgesellschafterin der Hockenheimring-GmbH ist. Allein 30 Jahre würde die Stadt den Verlust von 2010 abbezahlen, sagte Gummer. "Dies ist nicht verantwortbar und nicht vertretbar. Deshalb haben wir unsere Bemühungen weiter verstärkt, eine Lösung für diese Problematik zu finden."

Der Oberbürgermeister und die Ring-Geschäftsführung hatten vor kurzem ein Spitzentreffen im Wirtschaftsministerium mit Vertretern der regionalen Politik und Wirtschaft sowie der Automobilindustrie. Alle Parteien hätten dabei Interesse bekundet, die Formel 1 im Motodrom fortzuführen, versicherte der SPD-Politiker. Auch Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) hatte jüngst Gespräche mit Ecclestone über die Zukunft der Formel 1 auf dem Hockenheimring angekündigt. Eine finanzielle Beteiligung lehnte die Landesregierung bislang ab. Für das kommende Jahr verfügte Gummer eine Haushaltssperre. Die finanzielle Last der Rennstrecke müsse auf mehrere Schultern verteilt werden.

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