Honda-B-Team mit alten Arrows

Weil er sein Team sonst nicht zur Saison 2006 an den Start bringen kann, hat Aguri Suzuki für das zweite Honda-Team vier drei Jahre alte Arrows-Chassis von Paul Stoddart gekauft. Auch die neu formierte Mannschaft Squadra Toro Rosso (Ex-Minardi) muss wegen der Chassis-Regeln improvisieren.

Das Kopierverbot von Formel 1-Autos treibt manches kleine Team in seltsame Notlösungen. Weil Aguri Suzuki gemäß der geltenden Regeln keine Chassis von BAR-Honda für sein neues Team kaufen darf, hat er vom früheren Minardi-Chef Paul Stoddart vier alte Arrows-Chassis gekauft.

Das Modell Arrows A23 kam 2002 zum Einsatz, bis das Team im Spätsommer pleite ging. Die Kontruktion des Briten Mike Coughlan fällt durch eine extrem hohe Nase auf. Das Auto wurde wegen seiner ausgezeichneten Abtriebswerte gerühmt. Doch die Konstruktion wird zum Saisonbeginn vier Jahre alt sein. Zweites Problem: Der A23 ist für einen V10-Motor konzipiert. Der neue Honda-V8 kann nur mit massiven Umbaumaßnahmen in das zu lange Chassis eingepasst werden.

Die Sportbehörde FIA entscheidet nicht vor Mitte Dezember über das Thema geistiges Eigentum von Kontruktionen, so lange kann Suzuki nicht warten. Der Japaner hoffte auf die Lieferung von neuen Honda-Chassis, aber laut aktueller Regeln muss jeder Rennstall sein Auto selbst bauen. Strittig ist die Frage, ab wann ein Auto als Eigenkonstruktion gilt.

Toro Rosso mit geändertem Minardi oder getürktem Red Bull?

Stoddart hatte Ende 2003 mangels Budget für eine Neuentwicklung vier Arrows gekauft, um sie 2004 als Minardi PS04 einzusetzen. Zu mehr als einigen Tests kam es jedoch nicht. Das Minardi-Nachfolgeteam Squadra Toro Rosso steht vor dem gleichen Problem wie Aguri Suzuki. Weil die Technikabteilung von Günter Steiner aus Zeitnot nicht auf den FIA-Beschluss warten will, haben seit zwei Wochen die Arbeiten an einem "neuen" Auto begonnnen. Tatsächlich wird es sich um eine Weiterentwicklung des Minardi PS05 oder eine kaschierte Kopie des diesjähigen Red Bull-Autos handeln.

Das Auto wird im Teamsitz Faenza unter der Leitung von Gabriele Tredozi entstehen. Toro Rosso hat weniger Probleme mit der Technik als Suzuki. Sowohl der Red Bull RB1 als auch der Minardi ist für einen Cosworth-V10 konzipiert worden. Toro Rosso wird 2006 mit eben diesen Aggregaten (mit gedrosselter Leistung) an den Start gehen.

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