Max Verstappen - Red Bull - GP Abu Dhabi 2019 - Formel 1 Motorsport Images
Red Bull 2004
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Honda stellt Bedingungen

Ab 2022 muss gespart werden

Aufatmen bei Red Bull und Toro Rosso. Honda macht weiter. Aber nur ein Jahr. Die Fortsetzung über 2021 hinaus hängt an Bedingungen. Zum Beispiel, dass dann die Motorenentwicklung eingefroren werden muss. Renault und Mercedes stehen vor der gleichen Problematik.

Red Bull und Toro Rosso fällt ein Stein vom Herzen. Honda hat sich offiziell dazu verpflichtet, den Motorenvertrag um ein Jahr bis Ende 2021 verlängern. Damit haben die beiden Teams zunächst einmal Zeit gewonnen. Und Planungssicherheit. Das war wichtig. Ohne Motorenpartner beim Neustart 2021 hätten die beiden Red Bull-Teams keine Verhandlungsbasis für den neuen Formel 1-Vertrag gehabt, der die Teams von 2021 bis 2025 binden soll.

Doch trotz der guten Nachricht ist erst die halbe Miete eingefahren. Den weiteren Verbleib in der Formel 1 macht der japanische Autokonzern von mindestens zwei Faktoren abhängig. Sportlich muss der positive Trend fortgesetzt werden. In diesem Jahr stand der erste GP-Sieg auf der Wunschliste von Honda. Das Ziel wurde mit drei Siegen übertroffen. Nächstes Jahr wollen die Japaner in der Lage sein, mit Red Bull um den WM-Titel zu fahren. Die gleiche Forderung stellt auch Max Verstappen an sein Team. „Dieses Jahr war vielversprechend, aber wir wollen mehr.“

Das setzt Red Bull doppelt unter Druck. Ohne Verstappen kein Honda. Und ohne Honda keine Zukunft. Teamchef Christian Horner bremst: „Mercedes und Ferrari stehen unter dem gleichen Erfolgsdruck.“ Sportdirektor Helmut Marko stellt die Frage: „Wo soll der Max hin? Mercedes könnte sich eine Fahrerpaarung Hamilton und Verstappen gar nicht leisten.“

Helmut Marko & Max Verstappen - GP Mexiko 2019
Red Bull
Red Bull braucht Max Verstappen als Zugpferd und Honda als Motorenpartner.

Mehr Geld, weniger Gegenleistung

Die zweite Forderung von Honda betrifft das Geld. Der japanische Autokonzern macht nur weiter, wenn die Entwicklung des Verbrennungsmotors ab 2022 eingefroren wird. Honda muss Geld sparen. Wie Mercedes und Renault auch. Gerüchten zufolge hat die Aufholjagd der Japaner 450 Millionen Euro gekostet. Dafür hat Honda in der Qualifikation bis auf 25 PS auf Ferrari aufgeschlossen und im Renntrim bis auf 7 PS auf Mercedes. „Im nächsten Jahr machen wir auch noch den Rest gut. Honda hat bis jetzt alle Versprechen eingehalten“, ist sich Sportdirektor Helmut Marko sicher.

Honda wird schon 2020 das Budget durch Strukturveränderungen in der Motorabteilung das Budget etwas herunterfahren. 2021 tritt ein Prüfstandslimitierung auf 1.250 Stunden pro Jahr in Kraft. Das wird 2022 noch einmal auf 1.000 Stunden gesenkt. Im Moment nehmen einige Hersteller ihre Prüfstände um das Vierfache dieser Zeit in Anspruch. „Die Reduzierung der Prüfstandsstunden hilft schon mal beim Sparen“, ist Marko überzeugt. „Wenn du 50 verschiedene Kolben am Prüfstand durchprobierst und jedes neue Teil über 5.000 Kilometer testen musst, geht das ins Geld.“ Das richtig große Geld aber wird in die Entwicklung der Sechszylinder-Turbos investiert. „Die Komplexität dieser Triebwerke macht die Entwicklung so teuer“, bedauert Marko.

Renault-Motorenchef Remi Taffin bestätigt: „Das ist nicht mehr so wie früher, wo du dich auf den Verbrennungsmotor konzentrieren konntest. Heute besteht so ein Antrieb aus sechs Elementen. Wenn du an einem Ende etwas änderst, musst du an den anderen fünf Ecken Anpassungsarbeit leisten.“ Renault-Teamchef Cyril Abiteboul klagt: „Du kriegst für immer mehr Geld immer weniger Gegenleistung.“ Die Ingenieure haben in den vergangenen sechs Jahren der Hybrid-Ära im Schnitt jede Saison 25 PS mehr aus ihren Triebwerken herausgekitzelt.

Kosten senken auf 100 Millionen pro Jahr

Mittlerweile liegen die vier Triebwerke in einem Bereich von rund 25 PS. Wenn man mal die Leistungsspitzen von Ferrari abzieht, die aber nach Aussagen von Mercedes und Red Bull seit zwei Rennen nicht mehr beobachtet werden. Damit wäre die erste Voraussetzung gegeben, den Motoren einen Entwicklungsstopp zu verordnen. Das geht frühestens ab 2022. Für den Neustart 2021 baut jeder neue Motoren, weil neue Autos eine andere Installation bedeuten. Die Motoren müssen außerdem für die Generation der E-Fuels fit gemacht werden. Marko fordert, dass die Antriebseinheiten dann so homologiert werden, dass es die Motorenhersteller nicht mehr als 100 Millionen Euro kostet. „Ob man nur Teile einfriert oder mehr Komponenten standardisiert, darüber kann man diskutieren“, meint der Grazer.

Im Gegensatz zu Honda muss Red Bull sich im neuen F1-Vertrag auf fünf Jahre festlegen. Geht das überhaupt, wenn man von Honda erst die Zusage für 2021 hat? „Wir können auch unter Vorbehalt unterschreiben“, erklärt Marko. Nach dem Bekenntnis von Mercedes-Chef Ola Källenius zur Formel 1 und Hondas Verlängerung bis 2021 stehen die Chancen gut, dass auch der Renault-Vorstand seine Zustimmung gibt. Botschafter Alain Prost will es aber nicht nur am Geld festmachen: „Die Formel 1 muss den Herstellern auch eine Perspektive bieten und Alternativen zum Elektroantrieb aufzeigen. Für die Autokonzerne ist es wichtig, dass sie in Zukunft breit aufgestellt sind. Der Elektroantrieb allein wird sie nicht retten. Wir brauchen einen Mix aus sauberen Antriebstechnologien. Deshalb ist es wichtig, dass die Entwicklung der E-Fuels vorangetrieben wird.“

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