Honda plant Power-Offensive

Erste Token noch vor der Sommerpause

Jenson Button - McLaren - Formel 1 - GP Monaco - 21. Mai 2015 Foto: Wilhelm 27 Bilder

Bei McLaren-Honda geht es bergauf. Die ersten Punkte sind auf dem Konto. Vor der Sommerpause will Honda die ersten Entwicklungs-Token einlösen. Allerdings noch nicht auf der Power-Strecke in Montreal.

Die erste Ehe zwischen McLaren und Honda begann 1988 mit einem Sieg gleich bei dem Debüt in Brasilien. Bei der Neuauflage der Partnerschaft mussten McLaren und Honda sechs Rennen warten, bis die ersten vier Punkte auf das Konto kamen. Der achte Platz von Jenson Button beim GP Monaco war gut für die Moral. Vor allem, weil Button die Platzierung nicht geschenkt bekam.

Monte Carlo erwies sich als guter Boden für McLaren-Honda. Wenn die Motorleistung irgendwo eine untergeordnete Rolle spielt, dann hier. "Sie ist in Monte Carlo nur halb so wichtig wie in Monza", bestätigt Mercedes-Motorenchef Andy Cowell. Das Defizit von Honda auf Mercedes und Ferrari soll noch rund 50 PS betragen. Zu Saisonbeginn war es doppelt so hoch.

McLaren halbiert Power-Rückstand ohne Token

Honda hat aufgeholt ohne dafür auf einen der 9 Entwicklungs-Token zurückzugreifen, die den Japaner zu Saisonbeginn zugestanden wurden. Wie das geht? Ganz einfach. Der Honda V6-Turbo hat deutlich mehr Power in den Genen, als in den ersten Rennen gezeigt werden konnten. Aus Angst vor Schäden drosselten die Ingenieure die Leistung.

Schritt für Schritt wurden die Schwachstellen abgestellt. Zum Beispiel durch eine bessere Kühlung von Turbine, Verdichter und MGU-H im V des Sechszylinders. Durch Verlegung oder bessere Isolierung von Sensoren, Kabeln und Leitungen. Durch eine Verstärkung des MGU-K Antriebs.

Alle Änderungen fallen in die Kategorie "Zuverlässigkeit" und kosten deshalb keine Token. Ein solcher Schritt ist auch für den GP Österreich geplant. "Das Rennen in Montreal müssen wir noch mit der Power überstehen, die wir zu Zeit haben", verriet ein McLaren-Mann.

FIA verlangt detailliertere Dokumentation

Die Leistungssteigerung durch die Hintertür hat im Motorenlager unlängst für Zweifel gesorgt, ob da auch alles mit rechten Dingen zugeht. So wurde der Verdacht geäußert, einige Hersteller wollten sich unter dem Deckmantel der Standfestigkeit nur Token sparen. Deshalb verschickte die FIA in Monte Carlo eine Technische Direktive, die die Regularien für Modifikationen im Sinne der Zuverlässigkeit präzisiert.

FIA-Rennleiter Charlie Whiting forderte die Hersteller dazu auf, den Antrag mindestens 8 Tage vor dem ersten Einsatz bei der Behörde zu deponieren. Und zwar mit einer exakten Beschreibung des Schadens, sämtlicher Gegenmaßnahmen, mit Zeichnungen, Fotos und Prüfstands-Daten und den Referenznummern der einzelnen Komponenten. Handelt es sich um ein Zulieferteil, muss der Lieferant die benötigten Daten bereitstellen.

Nach dem GP Österreich geht es bei Honda ans Eingemachte. Dann wollen die Japaner erstmals durch gezielte Eingriffe an ihrem Sechszylinder und den Elektromaschinen die Leistung steigern.

Aus Teamkreisen hören wir, dass die Japaner noch vor der Sommerpause den Einsatz des vierten Motors planen, in dem dann die ersten Entwicklungs-Token realisiert werden. Aktuell stehen Jenson Button und Fernando Alonso bei Motor Nummer 3. Er wurde in Spanien eingebaut und soll mindestens vier Rennen lang bis zum GP Österreich halten. Sonst müsste man zu viele Strafen in Kauf nehmen.

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