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Formel 1 - Honda V6 - Turbomotor
Honda-Motor - Formel 1 - GP Japan - Suzuka - 26. September 2015
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Honda-Ausstieg aus der Formel 1?

Entscheidung im Oktober

Es gibt viele Gerüchte um Honda, McLaren und Sauber. Doch was ist die Wahrheit? Wir bringen Licht ins Dunkel und verraten, was die Japaner planen und welche Auswirkungen das auf die Formel 1-Kunden hat.

Seit Monaten wird spekuliert, mit welchen Motoren McLaren in der Saison 2018 fährt. Von Ausstiegsklauseln war die Rede, weil Honda nicht die versprochene Qualität liefert. Als Ersatz für Honda war alles im Angebot. Zuerst Mercedes, dann Renault, zuletzt sogar Ferrari. Letzte Woche rückte Sauber ins Zentrum der Gerüchte. Honda will dem Schweizer Rennstall keine Motoren geben, hieß es. Angeblich weil der Vertrag mit einem Teamchef gemacht wurde, der nicht mehr im Amt ist. Der bisherige Partner Ferrari wäre der logische Retter, so der Fahrerlagerfunk.

Die Wahrheit sieht anders aus. McLaren kann sich nicht von Honda trennen, Sauber schon. Bei McLaren muss Honda selbst den Stecker ziehen. Seit die Japaner einen Großteil des Budgets bestreiten, bestimmen sie die Bedingungen. Umgekehrter Fall bei Sauber. Dort gibt es Klauseln, die es den Eidgenossen offenbar erlauben, aus dem Vertrag wieder auszusteigen.

McLaren sieht Licht am Ende des Tunnels

Nach unseren Quellen will Honda erst im Oktober über seine Zukunft in der Formel 1 entscheiden. Dann soll der zweite Teil der Ausbaustufe gezündet werden, die in Österreich mit moderatem Erfolg ihr Renndebüt feierte. Das komplette Paket sollte Honda bis auf 35 oder 40 PS an die Konkurrenz heranbringen. Wenn das der Fall wäre, bleibt Honda in der Formel 1. Wird das Upgrade ein Flop, dann nicht.

Damit wird auch klar, warum Fernando Alonso in Österreich plötzlich den Oktober als Termin für seine Entscheidung nannte. Bislang war es immer der September. Jetzt versteht man auch, warum McLaren plötzlich seine öffentliche Kritik am Motorenpartner wieder eingestellt hat. Es gibt Licht am Ende des Tunnels. Entweder Honda kriegt von selbst die Kurve, oder man ist raus aus der Honda-Falle.

Sauber hat die Wahl: Mercedes oder Ferrari

Sauber - GP Australien 2017
ams
Welchen Motor hat Sauber 2018 im Heck?

Doch wer gibt McLaren und Sauber Motoren, wenn Honda aussteigt? McLaren kann bis Oktober warten, Sauber nicht. Für einen kurzfristigen Motorwechsel ist das Team zu klein. Andererseits kann Sauber den Honda.-Deal auflösen und sich somit früher als McLaren auf dem Motorenmarkt umschauen. Beide strecken natürlich schon jetzt ihre Fühler nach einem möglichen Ersatz aus. Die verbleibenden Hersteller Mercedes, Ferrari und Renault versuchen gerade Fakten zu schaffen, um den Kunden zu bekommen, den man haben will. Sonst bestimmen die Regeln oder die FIA, wer McLaren und Sauber aus der Not helfen muss.

Diese Regeln sehen so aus: Wenn Honda aussteigt, beliefern Mercedes und Renault je drei Teams, Ferrari zwei. Ferrari ist also die erste Adresse, an die sich die Teams ohne Motor wenden müssen. Da Maranello nicht zu beiden Nein sagen kann, haben sie die Wahl. Dann würde vermutlich Sauber den Zuschlag bekommen. Damit hätten alle drei Hersteller je drei Teams. Würden sich dann alle weigern, McLaren zu beliefern, entscheidet das Los. Wir hören jedoch, dass McLaren bereits erfolgreich Gespräche mit Renault geführt hat.

Mercedes und Ferrari haben kein großes Interesse, McLaren zu beliefern. Man würde nur einen zusätzlichen Konkurrenten stark machen. Sauber ist somit in einer komfortablen Situation. Die Schweizer haben die Wahl. Mercedes und Ferrari könnten sich mit einem Pakt mit Sauber gegen McLaren schützen und ihre Juniorfahrer in dem Team aus Hinwil platzieren.

Das Problem von Wehrlein, Giovinazzi und Leclerc

Sauber hat also einen attraktiven Köder. Ein freies Cockpit neben Marcus Ericsson. Honda würde das Cockpit von Pascal Wehrlein mit Nobuharu Matsushita besetzen. Ferrari hat Antonio Giovinazzi und Charles Leclerc im Angebot. Mercedes ist daran interessiert, Wehrlein in der Formel 1 zu halten, weil es sonst kaum offene Plätze für 2018 gibt.

Mercedes-Rennleiter Toto Wolff und der neue Sauber-Teamchef Frédéric Vasseur sind gut befreundet. Es ist also gar nicht so ausgeschlossen, dass man sich vorab auf einen Motorenvertrag einigt für den Fall, dass Honda aussteigt.

Ferrari wird natürlich das gleiche versuchen, weil man sonst in die McLaren-Falle gerät. Die Regeln erlauben maximal vier Abnehmer pro Hersteller, ohne die FIA um Erlaubnis zu bitten, zwingen aber denjenigen mit den wenigstens Teams, im Notfall einzuspringen. Das wäre Ferrari, wenn sich Mercedes vorab mit Sauber einigen würde.

Es gibt nur ein Problem. Offiziell können Mercedes und Ferrari erst Verhandlungen aufnehmen, wenn der Vertrag zwischen Sauber und Honda rechtskräftig aufgelöst würde. Kein Automobilhersteller lässt sich auf das juristische Himmelfahrtskommando ein, in den bestehenden Vertrag eines anderen Autokonzerns einzugreifen.

Motorsport Aktuell Frédéric Vasseur - Renault - F1 - 2017 Frédéric Vasseur neuer Sauber-Teamchef Kaltenborn-Nachfolger gefunden

Frédéric Vasseur wird neuer Teamchef bei Sauber.

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