Hondas Pläne für die Zukunft

Neuer Motor für 2017

Fernando Alonso - McLaren-Honda - GP China - Shanghai - Freitag - 15.04.2016 Foto: xpb 11 Bilder

McLaren-Honda ist im Mittelfeld angelangt. Doch das Team will nach vorne. So schnell wie möglich. Das Chassis hat bereits Podium-Qualitäten. Der Ball liegt bei Honda. Zum GP Kanada soll es die ersten Schritte Richtung Mercedes-Technologie geben. 2017 kommt ein neues Motorkonzept.

McLaren-Honda hat einen deutlichen Schritt gemacht. Die Autos erreichen öfter das Ziel, und sie sind im Mittelfeld angekommen. Das Q2 im Training ist Pflicht. Auf einigen Strecken ist auch der Aufstieg ins Q3 aus eigener Kraft möglich. Im Rennen fahren Fernando Alonso und Jenson Button an der Grenze zu den Top Ten. Ersatzmann Stoffel Vandoorne holte in Bahrain den ersten Punkt. Alonso und Button fehlten in China 11 respektive 16 Sekunden auf den 10. Platz.

Das Chassis fährt nach Aussagen von McLaren bereits in der ersten Liga mit. Es fehlt nur noch Power. Honda hat seine Aufholjagd auf zwei Schritte aufgeteilt. Erst die Zuverlässigkeit, dann die Leistung. Die Standfestigkeit ist um Welten besser, doch kugelsicher sind die japanischen Sechszylinder immer noch nicht. Bei Button brach in Bahrain der Antrieb der MGU-K. Metallspäne sind über das Öl in den Motor gelangt und haben dort einen Totalschaden angerichtet. Somit fährt Button wie Alonso bereits mit der zweiten Antriebseinheit. Alonso verlor seinen Motor bei dem Crash in Melbourne.

Honda will Mercedes-Trick kopieren

McLaren wartet jetzt händeringend auf den zweiten Schritt. Das Auto kann den Zeitverlust auf den Geraden in den Kurven noch nicht so kompensieren, dass man Williams, Force India, Toro Rosso oder HaasF1 im direkten Kampf in die Knie zwingen könnte. Es reicht aber immerhin, deutlich vor Sauber, Renault und Manor zu bleiben. Trotz DRS und Windschatten waren die McLaren-Honda in Shanghai auf der langen Geraden 11 km/h langsamer als die Schnellsten.

Honda will den ersten Schritt zu mehr Leistung beim GP Kanada zünden. Es ist eine Vorstufe zu dem, was Mercedes seit Anfang an praktiziert und von dem der Motor aus Brixworth immer noch profitiert. Eine Art Vorzündung im Bereich der Zündkerze durch trickreiche Verteilung des Gemischs im Brennraum. Auch Renault geht diesen Weg und wird beim GP Kanada mit einem eigenen Ableger davon aufkreuzen.

Langfristig aber muss Honda sein Motorkonzept ändern. Die Japaner haben mittlerweile verstanden, dass sie sich mit der Platzierung von Turbine und Kompressor im V des Sechszylinders ein Eigentor geschossen haben. Das spart zwar Platz, schränkt Honda aber bei der Geometrie des Einlass-Systems ein. Und das kostet am Ende mehr Effizienz und Power als es dank der Kompaktheit den Aerodynamikern hilft. Die bittere Pille: Der neue Motor wird erst 2017 fertig sein.

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