Hülkenberg auf dem Sprung

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Mit Nick Heidfeld, Nico Rosberg, Sebastian Vettel, Timo Glock und Adrian Sutil besetzt Deutschland bereits fünf Formel 1-Cockkpits 2008. Ralf Schumacher macht sich noch Hoffnungen auf einen Platz bei Force India.

Mit Nico Hülkenberg hat ein weiterer deutscher Fahrer seinen Fuß in der Formel 1-Tür. Der 20-Jährige, der von Willy Weber gemanagt wird, muss nur seinen Zweitagestest bei Williams erfolgreich absolvieren, dann winkt ihm ein Testvertrag. Sollte Williams Hülkenberg den Zuschlag geben, soll der Deutsche 2008 zehn Testtage in dem englischen Rennstall bestreiten.

Konzentration auf Formel 3

Genau das richtig Maß, um ihn nicht von seinen Formel 3-Verpflichtungen abzulenken, findet Weber. Hülkenberg muss nämlich nicht bei den 18 Grand Prix als Ersatzfahrer anwesend sein. "Nico soll sich nächstes Jahr auf die Formel 3-Euroserie konzentrieren", sagt Weber. Hülkenberg gilt dort als Titelfavorit. Er fährt wie 2007 für das ASM-Team, das künftig jedoch wie der GP2-Ableger ART heißen wird.

Die Truppe des Franzosen Féderic Vasseur hat in den vergangenen vier Jahren Jahren die Formel 3-Euroserie dominiert und neben DTM-Pilot Jamie Green, Formel 1 Superstar Lewis Hamilton und Mercedes-DTM-Fahrer Paul di Resta zuletzt den Schweizer Romain Grosjean zum Meister gekürt. Hülkenberg siegte bei vier Rennen zur F3-Euroserie. Abgesehen zu einem kurzen Durchhänger zu Saisonmitte konnte der Junge aus Emmerich am Niederrhein stets glänzen. 

"Alles was ein Rennfahrer braucht"

So wie etwa am Norisring, als er vom 18. Startplatz den Lauf am Sonntag gewann. Seinen größten Erfolg feierte er indes beim prestigeträchtigen "Masters"-Rennen in Zolder. "Nico hat alles, was ein Rennfahrer braucht", betont Manager Weber, "er ist dickköpfig, ehrgeizig, verbissen, er ist der totale Egomane. Und er ist technisch hochversiert und sehr analytisch." Zudem kann jeder Beobachter seinen Hang zur Selbskritik erkennen, so, wie beim Auftakt in Hockenheim im April diesen Jahres: "Das war Mist", klagte Hülkenberg damals nach einer eher diskreten Vorstellung.

Hülkenberg stand auch bei BMW auf der Wunschliste. Das Problem mit Herstellern ist, dass sie Fahrer am liebsten langfristig an sich binden wollen und mit PR- und Marketingauftritten zuschütten. Deshalb haben sich auch Spekulationen um einen Test mit Ferrari zerschlagen. "Bei Williams kann Nico viel besser glänzen als bei einem großen Team wie Ferrari. Siehe Rosberg. Er hat sich durch tolle Leistungen im Williams einen Namen gemacht", erklärt Weber. "Da würde es bei schnellen Rundenzeiten doch sofort heißen, dass im Ferrari jeder schnell sein kann."

Der erste Formel 1-Testtag begann für Nico Hülkenberg mit Licht und Schatten. Er lag mit 1.21,5 Minuten an zehnter Stelle, als er in Kurve vier ein Rad auf den Randstein setzte und mit Karacho ins Kiesbett abflog. Der Williams-Toyota grub sich ins Kiesbett ein. Dabei wurden der Unterboden und der Hauptbremszylinder beschädigt. Die Reparaturen dauerten bis in die späten Nachmittagsstunden.

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