Hülkenberg chancenlos

Force India fehlt es an Konstanz

Nico Hülkenberg - GP England 2014 Foto: xpb 39 Bilder

Nico Hülkenberg startete in Silverstone von Rang 4. Mit einer Verteidigungsschlacht konnte er gerade noch so Rang 8 retten. Sein Force India zeigte sich im Rennen nicht von der besten Seite. Das Rätselraten war nach der Zieldurchfahrt zunächst groß. Doch die Schuldigen für die mangelnde Pace scheinen gefunden.

Nach Platz 4 im Qualifying liebäugelte Force India-Sportdirektor Otmar Szafnauer schon mit dem ersten Podiumsplatz von Nico Hülkenberg. Doch dieser Traum platzte schnell. "Wir haben es heute einfach verbockt", erklärte der in England lebende US-Amerikaner gewohnt unverblümt. "Das fing schon mit dem schlechten Start an. Für das Podium hätte es heute nie gereicht. Aber mit besseren Starts wäre zumindest mehr als Rang 8 möglich."

Beide Force India kamen schlecht von der Linie weg. Sergio Perez wurde im Getümmel der ersten Kurve von Jean-Eric Vergne umgedreht. Hülkenberg kam immerhin ohne Kontakt durch. "Ich habe wenigstens nur 2 Plätze verloren, konnte den Schaden also etwas in Grenzen halten. Das müssen wir uns genauer anschauen und analysieren, was da passiert ist", so der Rheinländer.

Der Start war aber nur der Anfang eines schwierigen Nachmittags. "Wir hatten einfach nicht die Pace. Von der ersten Runde an hat sich dieses Auto schlecht angefühlt. Wenig Grip, sehr nervös, kein Speed. Die Balance hat nicht gepasst. Ich hatte kein Vertrauen ins Auto. Das war ein riesiger Kampf", so die ernüchternde Bilanz.

Hülkenberg im Verteidigungsmodus

Vor allem in der Anfangsphase auf harten Reifen ging die Konkurrenz reihenweise an Hülkenberg vorbei. "Zwichendurch ging es mal besser und mal schlechter. Wir sind einfach nicht konstant genug", analysierte Szafnauer. Von den erwähnten guten Momenten konnte sein Pilot aber nicht viel berichten. "Ich musste mich die ganze Zeit verteidigen. Nicht ein Mal war ich in der Position irgendwo anzugreifen."

Nach einem schwierigen Freitag aber einem guten Qualifying war es nicht leicht herauszufinden, warum es im Rennen wieder rückwärts ging. "Wir wussten vorher, dass schnelle Kurven nicht unsere Stärken sind. Hier gibt es fast nur schnelle Kurven. Dazu kam der Wind, der für unser Auto Gift ist. Der hat am Sonntag wieder etwas zugelegt. Das ist eine Schwäche unseres Autos. Das müssen wir irgendwie in den Griff kriegen. Die Kombination aus Kurven und Wind hat uns alt aussehen lassen", so die Analyse des Piloten.

Immerhin konnte Hülkenberg noch seine Punkteserie aufrecht halten. Rang 8 wurde in den Schlussrunden gegen Daniil Kvyat souverän verteidigt. Der Russe fuhr nur 0,7 Sekunden hinter dem Force India über die Linie. "Wenn man bedenkt, wie schwer es im Auto war, dann überwiegt die Freude über hart erkämpfte 4 Punkte", erklärte Hülk erleichtert.

Bessere Aussichten für Heimspiel in Hockenheim

Nach zwei aus unterschiedlichen Gründen schwierigen Rennen soll es für Hülkenberg in Hockenheim wieder aufwärts gehen. Weniger schnelle Kurven, der Heimbonus und ein größeres Update-Paket könnten dabei helfen. Der Force India bekommt eine neue Kühlung und eine schlankere Motorhaube.

In der Testwoche von Silverstone konnten Sergio Perez und Daniel Juncadella einige Teile schon mal ausprobieren. Das erste Gefühl war positiv. Auch die Gründe für die Probleme vom Rennsonntag konnten ausgemacht werden. "Ich blicke wieder optimistisch nach vorne", so Perez.

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