Hülkenberg fliegt ab

Ein Renault in Einzelteilen

Nico Hülkenberg - Renault - GP Brasilien 2018 - Freitagstraining Foto: xpb 92 Bilder

Nico Hülkenberg legte seinen Renault im zweiten Training zum GP Brasilien in der Leitplanke ab. Das Auto bezahlte einen kleinen Fahrfehler mit großem Schaden. Den Einschlag mit einer Verzögerung von 32g überstand der Unfallpilot unbeschadet.

Nico Hülkenberg und Sao Paulo: Das passte in der Vergangenheit. In all seinen sieben Rennen in Interlagos punktete der 31-jährige Mann aus Emmerich. Das ergibt einen Punktedurchschnitt von 5,28. 2010 gelang Hülkenberg sogar eine kleine Sensation: In Mischverhältnissen raste der damalige Williams-Fahrer auf die Pole-Position und drehte den Spitzenfahrern in den Topautos eine lange Nase.

Der Auftakt für die 2018er Ausgabe des GP Brasilien missglückte Hülkenberg hingegen. Bereits nach zehn Minuten war das zweite Training für den Renault-Piloten beendet. Die LED-Tafeln rund um die Strecke blinkten rot, Hülkenberg kletterte aus einem schrottreifen Renault und begutachtete den Schaden, den er mit einem Fahrfehler angerichtet hatte: ein zerbrochener Frontflügel, eine zerfledderte rechte Vorderradaufhängung, eine abgeknickte rechte Hinterradaufhängung, ein zerfetzter Unterboden, kaputte Leitbleche und Felgen.

Einschlag mit 32g

Hülkenberg sprach von einem kleinen Fahrfehler mit großer Auswirkung. Lassen wir den Piloten selbst den Unfallhergang schildern. „Ich bin in Kurve 12 zu weit rausgekommen. Das Auto setzte mit dem Unterboden auf dem Randstein auf. Das hat mich noch weiter rausgezogen. Als ich aufs Gras kam, war der Unfall nicht mehr zu verhindern. Da bist du nur noch Passagier.“ Über Sekunden kämpfte Hülkenberg vergebens. Die unfreiwillige Einlage endete in der Leitplanke. Die Sensoren spuckten eine Verzögerung von 32g aus. Der Check im Medical Center ergab einen unverletzten Fahrer. „Ich bin völlig okay.“ Schon verrückt, wenn man sich die Bilder des demolierten Renault anschaut. Ein weiterer Beweis dafür, wie sicher die Formel 1-Autos geworden sind. Und wie sicher Rennautos im Allgemeinen sind. Aus einem Straßenauto mit solch einem Schadensbild wäre der Fahrer nicht von allein ausgestiegen

Nico Hülkenberg - Renault - GP Brasilien 2018 - Freitagstraining Foto: xpb
Auf die Renault-Mechaniker erwartet nach dem Einschlag viel Arbeit.

Es war der zweite Unfall innerhalb weniger Wochen für Hülkenberg. In Suzuka zerlegte er seinen R.S.18 im dritten Training in den S-Kurven. Renault-Teamchef Cyril Abiteboul erklärte den Unfall in Brasilien so: „Da kamen Ungeduld und Frustration zusammen. Die machen sich bei Nico breit, wenn das Auto nicht so läuft, wie er sich das vorstellt.“ Für die Startaufstellung hat der Crash keine Folgen. Im R.S.18 waren sowohl der Freitagsmotor als auch das Freitagsgetriebe verbaut.

Longruns vielversprechend

Renault hat Hausaufgaben zu erledigen. In beiden Trainingssitzungen kamen weder Hülkenberg noch Carlos Sainz in die obere Tabellenhälfte. Der Teamchef beschwichtigt: „Die Longruns sahen sehr vielversprechend aus. Wir müssen auf eine Runde zulegen.“ Im Mittelfeld stechen bislang vor allem HaasF1 und Sauber heraus. Renaults Ingenieure müssen Lösungen erarbeiten, will man beide Teams im Qualifying herausfordern.

Hülkenberg geht mit 40 Trainingsrunden in den Qualifying-Samstag. Zum Vergleich: Der Teamkollege strampelte 82 Runden ab. Die Rundendiät macht dem Rheinländer allerdings wenig Sorgen. „Wir sind am Saisonende. Inzwischen kennen wir das Auto sehr gut. Wir wissen um die Stärken und Schwächen. Daher ist der Unfall in Bezug auf die Setuparbeit zu diesem Zeitpunkt des Jahres nicht ganz so schlimm.“

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