Hülkenberg

"Hat großen Spaß gemacht"

Foto: Daniel Reinhard

Nico Hülkenberg hat seinen ersten Formel 1-Test mit einem positiven Fazit abgeschlossen. "Ich bin zufrieden. Mit den Rundenzeiten und meinem Job."

Der 20-Jährige aus dem niederrheinischen Emmerich spulte an zwei Tagen 95 Runden in einem Williams-Toyota ab. Die beste Zeit erzielte er mit 1.21,068 Minuten am zweiten Tag. Für den Formel 3-Piloten war der Ausflug in die 770 PS-Welt eine spannende Erfahrung: "Nach acht bis zehn Runden beginnst du zum ersten Mal deine Nackenmuskeln zu spüren." Der erste Eindruck: "Unheimlich, wie schnell das vorwärts geht."

Ärger über Abflug

Nach 20 Runden fühlte sich Hülkenberg mit seinem Williams vertraut. Der Abflug ins Kiesbett am ersten Tag ärgerte ihn: "Ich bin ausgangs der vierten Kurve ein bisschen zu weit nach außen gekommen und habe mit dem Hinterreifen den Randstein getroffen. Vielleicht war da noch eine nasse Stelle. Auf jeden Fall ging es ab ins Kiesbett." Die Erkenntnis, dass der Ausrutscher mit Traktionskontrolle nicht passiert wäre, tröstete wenig. Hülkenberg ist das Fahren ohne elektronische Hilfen aus den kleineren Rennserien gewohnt. "Aber hast du ja auch viel weniger Motorleistung."

Hülkenberg ließ sich bei seinem Formnel 1-Debüt nicht unter Druck setzen. Dass von dem Ergebnis ein mehrjähriger Testvertrag mit Williams abhängt, verdrängte der Blondschopf: "Das war nie im Hinterkopf. Ich habe mir gesagt: Wenn es klappt, wäre es toll. Wenn nicht, dann konzentriere ich mich nächstes Jahr auf die Formel 3-Euroserie. Ich habe das Fahren im Formel 1-Auto einfach nur genossen. Es hat unheimlich Spaß gemacht."

Formel 1 kein Kinderspiel

Welche Lehre hat der Formel 1-Schüler aus seinem Ausflug in die ganz große PS-Welt gezogen? "Jetzt weiß ich, warum für die Formel 1 eine lange Lehrzeit in den kleineren Klassen notwendig ist. Unglaublich, was du in so einem Auto alles zu beachten hast. Die Schalter, die Lichter im Cockpit, die Daten. Und dann diese Verantwortung. Da kommen vier LKWs und 50 Leute nur für die zwei Fahrer an die Strecke, und dieses Auto ist so unheimlich teuer. Das ist kein Kinderspiel mehr."

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