Hülkenberg kritisiert Renault

Zu wenige Fortschritte im Werksteam

Nico Hülkenberg - Renault - GP Japan - Suzuka - Donnerstag - 4.10.2018 Foto: sutton-images.com 103 Bilder

Renault hadert mit seiner Situation. Eigentlich wollten die Franzosen in dieser Saison den Rückstand zu den Top-Teams halbieren. Stattdessen schlägt sich Renault mit HaasF1 im Kampf um Rang 4 herum. Nico Hülkenberg kritisiert die Entwicklung.

In Russland blieb Renault zum dritten Mal in diesem Jahr ohne Punkte. Zuvor hatte der französische Werksrennstall Österreich und Belgien ohne zählbaren Erfolg verlassen. HaasF1 verkürzte den Abstand in der Team-Weltmeisterschaft auf 11 Punkte. „Wir wollen diesen vierten Platz halten. Ich will es unbedingt“, sagt Nico Hülkenberg, der gleichzeitig warnt. „Das wird aber kein Spaziergang. Die nächsten fünf Rennen werden anstrengend.“

Renault läuft seinen Ansprüchen hinterher. Die Franzosen wollten in dieser Saison eigentlich den Abstand zu Mercedes, Ferrari und Red Bull verkleinern. Man hatte gehofft, ihn zu halbieren. Doch die Lücke bleibt konstant zwischen anderthhalb und zwei Sekunden. Zu allem Überfluss kann Renault die Gegner im Mittelfeld nicht abschütteln. Mal ärgert sie HaasF1. Mal Force India. Mal Sauber.

„Zu Saisonbeginn waren wir die klare Nummer vier im Feld. Doch das hat sich geändert“, weiß Hülkenberg. Renault kann von Glück sprechen, dass Force India nach dem Namens- und Besitzerwechsel durch Insolvenz alle Punkte vor dem GP Belgien verlor. Ohne die gestrichenen 59 Punkte würde der Rennstall aus Silverstone bereits vor Renault liegen. Und Renault hätte sogar der Rückfall bis auf die sechste Position gedroht.

Hülkenberg hat noch Geduld

Hülkenberg hat Renaults Schwäche bereits ausgemacht. Es kamen zu wenige Neuentwicklungen aus Enstone und Viry-Châtillon. Die Konkurrenz hat schneller, besser und effektiver entwickelt. „Wir haben Teile gebracht, die anderen aber mehr Fortschritte gemacht. Insgesamt muss man festhalten, dass einfach zu wenig gelaufen ist bei uns. Wir haben auf der Chassis-Seite zu wenig Abtrieb gefunden. Der C-Spec-Motor wurde abgeblasen. Es ist zu wenig gekommen von der Motorenseite. Ich kann mich überhaupt nicht erinnern, wann wir da zuletzt nachgelegt haben.“

Renault - GP Japan - Suzuka - Donnerstag - 4.10.2018 F1-Donnerstags-Check Suzuka Renault wartet auf Motoröl

Der Le Mans-Sieger von 2015 nimmt sein Team in die Pflicht. Die Entwicklungsabteilung muss liefern. „Wir sind unserem Anspruch, ein Werksteam zu sein, nicht gerecht geworden.“ Geduld hat der lange Rheinländer aber noch immer: „Die musste ich meine ganze Karriere haben.“ Der Glaube an das eigene Team ist nicht verloren gegangen. „Wir befinden uns immer noch im Aufbau-Prozess. Es kommen neue Leute, wir bauen die Infrastruktur aus. So ein Prozess dauert.“

In der Fahrerweltmeisterschaft belegt Hülkenberg mit 53 Punkten fünf Rennen vor Saisonende den siebten Platz. Er ist Best of the rest in der Zweiklassen-Gesellschaft Formel 1. Punktgleich mit Kevin Magnussen. Das letzte Rennen führte ihm vor Augen, wie weit der Weg noch ist bis an die Spitze. In Russland fuhr Red Bull von ganz hinten los und wurde trotzdem locker Fünfter und Sechster. Es dauerte nur ein paar Kilometer, bis Max Verstappen die Renaults aufgeschnupft hatte, die von den Rängen elf und zwölf ins Rennen gestartet waren. „Dieser Unterschied war schon brutal“, sagt Hülkenberg.

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