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Hülkenberg rettet Renault beim GP England 2018

Sechster ohne Balance

Nico Hülkenberg - Renault - GP England 2018 - Silverstone - Rennen Foto: sutton-images.com 22 Bilder

Renault enttäuschte in Silverstone. Und trotzdem vergrößerte der französische Werksrennstall seinen Vorsprung auf die Verfolger im Kampf um Platz vier. Der R.S.18 hat ein Problem in schnellen Kurven. Nico Hülkenberg fordert seine Entwicklungsmannschaft.

11.07.2018 Andreas Haupt

Renault stritt sich zum Saisonstart mit HaasF1 um den Titel viertschnellstes Auto im Feld. Erst lieferte Nico Hülkenberg die Ergebnisse ab, ab dem GP Aserbaidschan dann auch Carlos Sainz. Kein Team war im dicht gepackten Mittelfeld so konstant. Deshalb baute Renault ein Polster auf die Verfolger von HaasF1, Force India und McLaren auf.

Doch seit dem GP Frankreich beschleicht einen das Gefühl, dass es mit dem französischen Werksrennstall bergab statt bergauf geht.Renault fällt im Mittelfeld zurück, obwohl es eigentlich der Anspruch ist, die Lücke zu den drei Top-Teams zu verringern. In Österreich zerstörte ein defekter Turbolader das Rennen von Nico Hülkenberg. Carlos Sainz quälten die Reifen.

Eine Woche später setzte sich der Negativtrend in Silverstone fort. Kein Renault schaffte es in den dritten Qualifikationsdurchgang. Im Rennen waren andere schneller. Trotzdem erreichte Nico Hülkenberg das Ziel als Sechster. Wegen eines guten Starts, einer guter Taktik und einer guten fahrerischen Leistung. Der lange Rheinländer wusste das Ergebnis einzuschätzen. „Wir sind glücklich davon gekommen. Wir haben Hausaufgaben zu erledigen, müssen die Sachen in die Hand nehmen, um im Qualifying und Rennen besser dazustehen.“

Zu wenig Leistung, zu wenig Abtrieb

Am Start schnappte sich Hülkenberg außenherum den Sauber von Charles Leclerc. Dann profitierte er vom Getümmel in der darauffolgenden Kurve. Ausgelöst durch den Schubser von Kimi Räikkönen gegen Lewis Hamilton. Der WM-Siebte beendete die Startrunde als Sechster und sah die Zielflagge auf derselben Position. Hamilton überholte ihn in Runde 10. Den Platz gewann er 36 Runden später nach dem Ausfall von Max Verstappen zurück. Es war ein schwieriges Rennen, wie Hülkenberg zugab. „Am Freitag war das Auto auf den Longruns gut. Im Rennen habe ich keine Balance im Auto gefunden.“ Renault verrannte sich das gesamte Wochenende mit dem Setup auf der Suche nach mehr Geschwindigkeit.

Nico Hülkenberg - GP England 2018 Foto: xpb
Nico Hülkenberg fordert die Entwicklungsmannschaft von Renault.

Das Layout von Silverstone stellte den R.S.18 vor zwei Probleme. Zu wenig Motorleistung und zu wenig Anpressdruck in schnellen Kurven. Renaults V6 fehlen zwischen 30 und 40 PS auf die Motoren von Ferrari und Mercedes. Das kostet in Silverstone nicht nur auf den Geraden, sondern auch in den Kurven, die mit durchgedrücktem Gaspedal durchfahren werden: wie Kurve 1, 2 und 9 zum Beispiel. Oder in superschnellen Kurven, die kurz angebremst und mit leicht gelupftem Gasfuß durchquert werden. Der Renault-V6 widersteht den hohen Fliehkräften nicht, die Drehzahl bricht ein und es dauert, bis das daraus entstehende Leistungsloch wieder zugeschüttet ist.

Beide Renault-Piloten gaben an, besonders zwischen Luffield und Maggotts gelitten zu haben. Das Stück zwischen Kurve 7 und 10 geht unter Volllast. Renault verzichtete darauf, die Flügel flach zu stellen. „Du brauchst in Silverstone keine flachen Flügel wie in Baku, um überholen zu können oder nicht aufgeschnupft zu werden“, erklärte Einsatzleiter Alan Permane.

Ansonsten hätten die Fahrer in den schnellen Kurven noch mehr gekämpft als ohnehin. Schnelle Kurven und schnelle Richtungswechsel sind die Schwachstelle des R.S.18. „Das haben wir schon in Paul Ricard und Spielberg gesehen“, sagte Carlos Sainz. „Das Problem ist seit Saisonbeginn bekannt“, ergänzt Permane. Auch in die kleinen Aero-Updates für Silverstone kurierten die Probleme nicht.

Renault-Upgrade für Hockenheim

HaasF1, Force India und Sauber waren in England schneller. Deshalb musste Renault strategisch etwas anders machen, um die Gegner zu schlagen. Man startete auf Mediums und wechselte mit Hülkenberg in der 20. Runde auf die harten Reifen. Nur Renault verwendete im Grand Prix die Slicks mit der hellblauen Markierung. „Unsere einzige Chance, um mit einem Stopp durchzukommen.“ Der R.S.18 zählt zu den Reifenfressern im Feld. Noch so ein Defizit.

Auf den Betonreifen hatte Hülkenberg die weicher besohlte Konkurrenz im Nacken. In Runde 30 hingen Esteban Ocon, Fernando Alonso, Kevin Magnussen und Teamkollege Sainz dicht hinter ihm. „Ich war in den Passagen schnell genug, in denen es drauf ankam“, sagte Hülkenberg.

Der Le Mans-Sieger von 2015 gab keine Angriffsfläche. Obwohl sein Renault am Ende der Gerade ohne DRS nur 308,2 km/h schnell war, und die Gegner dahinter über zehn km/h schneller. Das Ergebnis war das siebte Punkteresultat in diesem Jahr für Hülkenberg. Die acht Punkte reichten, um die Gegner im Kampf um den vierten WM-Platz in Schach zu halten. Force India holte sieben Zähler, McLaren vier und HaasF1 als erster Renault-Verfolger nur zwei. In Hockenheim muss und will Renault nachlegen. Es ist ein Upgrade angekündigt.

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