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Hülkenberg scheitert im Q1

Technik beendet Quali-Rekordserie

Nico Hülkenberg - GP Spanien 2018 Foto: sutton-images.com 68 Bilder

Nico Hülkenberg ist im Barcelona-Qualifying schon nach der ersten Runde ausgeschieden. Ein Problem mit dem Benzin-System bremste den Rheinländer unfreiwillig ein. Für das Rennen hofft der Renault-Pilot dennoch auf Punkte.

12.05.2018 Tobias Grüner

Für Renault schien der Europa-Auftakt nach dem Trainingsfreitag in einer Pleite zu enden. Nico Hülkenberg und Carlos Sainz hatten Mühe, das Tempo der anderen Mittelfeldteams mitzugehen. Die Balance im Auto passte einfach nicht. Doch dann ging es im dritten Freien Training am Samstag plötzlich doch noch richtig voran.

Renault schafft die Trendwende

„Wir haben jede Menge Änderungen am Setup vorgenommen. Schon gestern haben wir viel umgebaut, aber über Nacht dann noch einmal. Das hat auch geholfen“, lobte Hülkenberg seine Ingenieure. „Wir konnten deutlich mehr Performance aus dem Auto rausquetschen. Dazu kamen uns die Bedingungen heute noch entgegen. Der Wind hat nicht so stark geweht. Das ist besser für uns.“

Hülkenberg sah wie ein sicherer Kandidat für die Top-Ten-Plätze aus. Doch dann kam alles ganz anders. Kaum war der Emmericher im Qualifying auf die Bahn gegangen, meldete er auch schon Probleme über Funk. Der Motor des Renault R.S.18 war irgendwie ins Stottern gekommen.

„Wir hatten schon im dritten Freien Training ein kleines Problem im Benzinsystem. Aber die Jungs haben alles bis zum Tank gecheckt und wir dachten, dass es eigentlich aussortiert sei. Dass die Probleme dann wieder aufgetreten sind, kam ziemlich überraschend. Der Motor hat ständig ausgesetzt. Ich habe immer wieder kurz Power verloren.“

38 Tausendstel fehlen zum Q2-Einzug

Nico Hülkenberg - Renault - Formel 1 - GP Spanien - Barcelona - 11. Mai 2018 Foto: xpb
Hülkenberg musste im Q2 und Q3 zuschauen, nachdem ihn die Renault-Technik im Stich ließ.

Trotz der fehlenden Leistung quetschte Hülkenberg am Ende der ersten K.O.-Runde noch einmal alles aus seinem Auto heraus. Doch der Kampf wurde nicht belohnt. Winzige 38 Tausendstel fehlten zum rettenden Ufer. Damit ging die beeindruckende Serie des 30-Jährigen zu Ende. Hülkenberg war 60 Mal in Folge immer mindestens ins Q2 gekommen. Das schaffte sonst kein anderer Fahrer im Feld.

Hülkenberg nahm das Ende der Rekordserie mit Galgenhumor: „Das ist wieder so eine geile Trophäe, die ich mir in meinen trostlosen Schrank stellen kann. Die kommt genau neben den Pokal für den Rekord für die meisten Rennen ohne Podium.“ Das letzte Mal schied der Rheinländer übrigens 2015 auch in Barcelona im Q1 aus.

Auch die weiße Weste in Sachen Teamduelle ist Hülkenberg los. Durch das Technik-Problem konnte Carlos Sainz seinen deutschen Renault-Kollegen erstmals schlagen. „So ist das halt in diesem Sport. Darüber ärgere ich mich nicht groß – vor allem unter diesen Umständen. Solange ich am Ende des Jahres trotzdem vorne bin, mache ich mir keine Sorgen. Das Quali ist ja auch nicht so wichtig. Am Ende zählen sowieso nur die WM-Punkte“, winkte Hülkenberg ab.

Hülkenberg erwartet wenig Überhol-Action

Nico Hülkenberg - Renault - Formel 1 - GP Spanien - Barcelona - 11. Mai 2018 Foto: xpb
Überholen ist in Barcelona besonders schwierig. Trotzdem hofft Hülkenberg auf eine Aufholjagd.

Von Startplatz 16 erwartet der Pilot ein hartes Rennen: „Überholen ist nicht einfach. Aber ich versuche das Auto natürlich noch irgendwie in die Punkte zu bringen.“ Nach den Knaller-Rennen in Shanghai und Baku erwartet der Routinier in Barcelona wieder deutlich weniger Platzwechsel auf der Strecke. Mit Hoffnung blickt er schon auf das neue Reglement im Jahr 2019, auch wenn die Autos dann generell etwas langsamer werden könnten.

„Der Speedverlust sollte sich hoffentlich im Rahmen halten. Die Ingenieure werden das schon wieder irgendwie reinholen. Aber das wichtigste ist für uns natürlich, dass man besser überholen kann. Du merkst es hier auf dieser Strecke auch wieder, dass Du keine Chance hast, wenn Du hinter einem anderen Auto steckst. Das ist brutal schwierig hier. Das killt sonst den Sport.“

Eine Strecke wie Barcelona hebt das Problem besonders hervor: „Das ist wie beim Tennis, wenn Du Dich mit der Vorhand zum Ball positionierst, und gerade wenn Du durchziehen willst, nimmt Dir jemand den Schläger aus der Hand. Dann siehst Du ganz schön blöd aus.“

„Natürlich probiert man trotzdem irgendwie anzugreifen. Aber es ist echt mühsam. Vor allem wenn der ganze Reifenabrieb irgendwann neben der Linie liegt. Da gibt es nicht mehr so viele Linien, die man fahren kann, um eine sauber Anströmung zu bekommen. Wenn der Speedunterschied vom Reifen oder vom Auto nicht groß genug ist, kommt man nie vorbei.“

Neuester Kommentar

60 Mal in Q2, nie auf den Podium.

peterhaslund 12. Mai 2018, 22:16 Uhr
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