Nico Hülkenberg - Renault - GP Belgien 2019 - Spa-Francorchamps xpb
Ferrari - GP Belgien - Spa-Francorchamps - Formel 1 - Donnerstag - 29.8.2019
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Hülkenberg zeigt Verständnis für Renault

Keine Angst bei Cockpitsuche für 2020

Nico Hülkenberg muss sich ein neues Team suchen. Seit Montag dieser Woche weiß der Renault-Pilot, dass ihn 2020 Esteban Ocon ersetzt. Trotzdem ist Hülkenberg entspannt. Er hat keine Angst bei der Cockpitsuche zwischen alle Stühle zu fallen.

Die Sommerpause war für Nico Hülkenberg nicht wirklich eine Pause. Der 32-jährige Deutsche ahnte, dass in diesen vier Wochen bei Renault die Entscheidung über seine Zukunft fallen würde. Am Montagabend (26. August) hatte der lange Rheinländer Gewissheit. Esteban Ocon kommt, er muss gehen. „Am Anfang war es natürlich eine Enttäuschung. Aber ich hatte ja jetzt vier Tage Zeit, die Nachricht zu verdauen“, gibt Hülkenberg zu und geht ins Detail: „Die letzten zwei, drei Rennen sah es noch ganz gut aus, dann hat sich die Dynamik plötzlich verändert. Ich hatte schon so eine Vorahnung, dass etwas im Argen liegt. Es kam also nicht völlig überraschend.“

Bei Renault ist nach der enttäuschenden ersten Saisonhälfte ordentlich Druck auf dem Kessel. Da hat man mit Daniel Ricciardo einen siebenfachen GP-Sieger eingekauft, und dann war man in den ersten zwölf Rennen von einem Podiumsplatz weiter entfernt als je zuvor. Es hätte besser aussehen können, wäre man nicht zu oft über die eigenen Füße gestolpert. Verschärft wird der Druck auf das Team, dass der Renault-Vorstand in Zukunft weniger aus der eigenen Kasse in die Formel 1 investieren will. Also musste etwas passieren. Irgendein ein Zeichen, dass sich etwas ändert. Am besten ein neuer Fahrer, auch wenn Hülkenberg nichts damit zu tun hat, dass sich der Aufwärtstrend von Renault im dritten Jahr ins Stocken geraten ist. Dass der neue Mann Esteban Ocon ein Franzose ist, war sicher kein Nachteil.

Esteban Ocon - Renault - F1 2019
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Interesse von anderen Teams liegt vor

Nico Hülkenberg kann seinen Arbeitgeber unter diesen Umständen sogar verstehen. „Es ist schade, dass sich unsere Wege jetzt trennen. In den ersten zwei Jahren haben wir unsere Ziele erreicht, im dritten nicht. Da ist natürlich ordentlich Druck auf dem Kessel. Auch beim Management hat sich Unzufriedenheit breitgemacht. Da wird schnell der Wunsch nach Veränderungen laut. Es tut mir schon ein bisschen leid, dass wir unser Werk nicht zusammen fortsetzen können.“

Hülkenberg macht trotz der Hiobsbotschaft keinen niedergeschlagenen Eindruck. Ganz im Gegenteil. Er weiß jetzt, woran er ist und kann an seiner Zukunft basteln. „Ich fühle mich frei und entspannt. Es gibt von anderen Teams Interesse an mir. Das muss ich jetzt sondieren. Es muss aber auch für mich passen. Nach neun Jahren in dem Geschäft bin ich kein Anfänger mehr.“ HaasF1-Teamchef Guenther Steiner räumt ein: „Nico ist auf meiner Kandidatenliste.“

Die Optionen liegen auf der Hand. Da ist die naheliegende Lösung Haas. Hülkenberg könnte morgen dort unterschreiben, wenn er das will. Doch da geistert im Hinterkopf auch noch die Frage durch seinen Kopf, was bei Red Bull passiert, wenn sich auch Alexander Albon an der Seite von Max Verstappen nicht bewährt. Red Bull hat im eigenen Kader keine Alternativen mehr. Da kann man nur noch seine vier Fahrer rotieren lassen. Was mit Blick auf die Konstrukteurs-WM 2020 das Eingeständnis einer Niederlage gleich käme. Also müsste man sich von außen bedienen. Was ja auch schon mal passiert ist. Mark Webber war kein Red Bull-Pilot, als er verpflichtet wurde.

Kein Problem mit Magnussen

Es wird mindestens vier oder fünf Rennen dauern, bis man ab schätzen kann, welche Perspektiven Albon hat. Für Hülkenberg wäre das möglicherweise zu spät. „Ich habe keine Angst, zwischen alle Stühle zu fallen“, beruhigt der Blondschopf. Wie viele Stühle sind es denn? „Das könnt ihr euch selbst ausrechnen“, gibt Hülkenberg schlagfertig zurück. Ginge er zu Haas träfe er dort auf Kevin Magnussen, mit dem er 2017 in Budapest sowohl auf der Strecke als auch verbal nach dem Rennen eine Auseinandersetzung hatte. Für Hülkenberg ist das Geschichte: „Ich komme mit jedem klar.“

Der Renault-Pilot sieht seine dritte Saison im Team durchaus kritisch: „In der Qualifikation bin ich nicht zufrieden mit mir. Da hätten die Ergebnisse besser ausfallen müssen. Im Rennen lief es besser. Leider haben wir zu wenig aus unseren Möglichkeiten gemacht.“ Für Hülkenberg ist es deshalb wichtig, im Rest der Saison einen positiven Eindruck zu hinterlassen. „Es ist wichtig, in den letzten neun Rennen doch noch unsere Ziele erreichen.“ Und dann natürlich ein neues Team zu finden. Angefangen hat Hülkenberg bereits mit der Suche. Da brauchte er nicht die Entscheidung von Renault dafür. „Du redest immer mit den Leuten. Es ist nicht so, dass du da einen Startknopf drückst. Das ist eher ein laufender Prozess.“

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