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Hülkenberg über Kanada-Duell mit Haas

Magnussen beinahe auf die Tribüne gesendet

Renault - GP Kanada - Formel 1 - 2017 Foto: Wilhelm 66 Bilder

Nico Hülkenberg hat in Kanada einen starken achten Platz eingefahren. Im Interview mit auto motor und sport spricht der Renault-Pilot über die stürmischen Bedingungen auf der Strecke und das haarige Duell mit Kevin Magnussen.

17.06.2017 Tobias Grüner

Waren Sie überrascht, von der guten Rennpace in Kanada?

Hülkenberg: Ja, ein bisschen schon. Wir hatten gedacht, dass es schwieriger wird. Gerade auch wegen dem starken Wind. Aber wir hatten damit nicht mehr Probleme als die anderen. Ich habe mich wohl gefühlt im Auto. Die Pace war ordentlich.

Wie fühlt es sich denn an, bei solch stürmischen Bedingungen zu fahren?

Hülkenberg: Das Problem ist, dass der Grip nicht konstant ist. Das ist unvorhersehbar, wie ein Lichtschalter, den man An und Aus schaltet. Vor allem dort, wo man an die Wand gehen muss, ist es schwierig, weil es so unberechenbar ist. Auf den Geraden muss man das Lenkrad mit beiden Händen festhalten. Sonst drückt es einen nach links und rechts. Wenn der Wind von vorne kommt, merkt man das auch am Motor. Das ist wie mit gezogener Handbremse. Ich bin noch nie bei so viel Wind gefahren.

Der Start sah von außen etwas hektisch aus. Wie war es aus Ihrer Sicht?

Hülkenberg: Der Grip war sehr schlecht. Dann habe ich im Rückspiegel nur noch ein Auto fliegen sehen. Da hatte ich Glück, dass ich da nicht mitrasiert worden bin. Das war mit Sainz richtig knapp. Dann kam auch schon das Safety-Car.

War die Strategie mit dem frühen Stopp richtig?

Hülkenberg: Da bin ich mir nicht so sicher. Das müssen wir uns nochmal anschauen. Ich glaube aber, viel hätten wir nicht gewonnen, wenn wir es anders gemacht hätten. Durch den Stopp unter dem Safety-Car haben wir natürlich etwas Zeit gespart. Auf der anderen Seite habe ich das und mehr dann auch wieder in den Zweikämpfen mit Stroll und Magnussen verloren. Aber am Ergebnis hätte es am Ende wohl nichts verändert.

Der Dreikampf sah richtig heiß aus.

Hülkenberg: Für mich war es zunächst eher frustrierend. Ich konnte viel schneller, aber es war brutal schwer vorbeizukommen. Das Problem lag darin, dass Stroll Magnussen nicht überholen konnte. Aber auf der Geraden konnte er vor mir das DRS nutzen. Und der Williams ist so schon schnell im Top-Speed. Da hatte ich keine Chance. Erst als die beiden in der letzten Schikane gekämpft haben, kam ich mit Überschuss aus der Kurve raus. Ich war eigentlich schon auf halber Höhe von Magnussen und dann zieht der Knabe rüber, als wenn da nichts wäre. Ich habe ihn später darauf angesprochen: Er meinte nur, dass er nichts gesehen hätte. Das nehmen wir mal so zur Kenntnis. Aber wäre ich da nicht rausgezogen, hätte ich ihn auf die Tribüne gesendet. Das wäre richtig übel geworden. Ich musste voll ausweichen. Sonst hätte mein Vorderreifen seinen Hinterreifen berührt, und dann wäre er geflogen – aber vom allerfeinsten.

Am Ende schien sich noch eine Chance gegen Räikkönen zu eröffnen.

Hülkenberg: Nein, ich glaube Kimi hat das kontrolliert. Er hat ein paar Runden richtig Gas rausgenommen um die Bremsen zu kühlen. Als ich dann näher kam, konnte er sein Tempo auch wieder steigern. Der war nicht in Gefahr.

Die Fans haben viele Duelle erlebt. Hat es als Fahrer auch besonders viel Spaß gemacht?

Hülkenberg: Ja, das war schon okay so. Die Reifen haben gut gehalten. Man konnte ordentlich pushen.

Mit Aserbaidschan wartet schon die nächste Highspeed-Strecke.

Hülkenberg: Keine Ahnung, was uns da erwartet. Ich lasse mich überraschen.

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