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Hülkenberg im Clinch mit Haas

„Der unfairste Fahrer des Tages“

Kaum hatte Nico Hülkenberg in Budapest freie Fahrt, ging die Post ab. Bis er auf Kevin Magnussen traf. Dem heißen Zweikampf folgte nach der Zieldurchfahrt noch ein verbaler Schlagabtausch.

Sechs Uhr morgens, Budapest Flughafen. Nico Hülkenberg trifft HaasF1-Teamchef Guenther Steiner. Die beiden kennen sich gut und flachsen herum. „Warum fährst du meine Autos kaputt?“, macht Steiner auf vorwurfsvoll. Hülkenberg kontert. „Warum stehen mir deine Fahrer im Weg? Normal hätte ich sie verblasen.“

Einen Tag nach dem GP Ungarn können die beiden schon wieder darüber lachen. Hülkenberg hatte mit den HaasF1-Piloten gleich zwei Begegnungen. Romain Grosjean war gleich nach dem Start in Kurve 1 das Opfer. Grosjean forderte eine Strafe. Die Rennleitung entschied: normaler Rennunfall. „Wenn er in der ersten Kurve in dritter Spur ganz außen fährt, dann riskiert er halt, dass er getroffen wird. Weil innen einem nach dem anderen der Platz ausgeht“, meinte Hülkenberg lapidar.

60 Runden später drängte Kevin Magnussen den Renault in der zweiten Kurve in die Botanik ab. Der Ritt durchs Gras führte wenig später zu Schäden an Bremsen und Getriebe. „Nichts gegen hartes Fahren, aber der Magnussen hat sie nicht alle. Er hat mich ohne Rücksicht auf Verluste neben die Strecke geschoben.“

Das war der freundliche Teil der Bewertung. „Du warst wieder mal der unsportlichste Fahrer des Tages“, herrschte Hülkenberg seinen Gegner nach der Zieldurchfahrt im Bereich der TV-Interviews an. Der Däne gab frech zurück: „Suck my balls, honey.“ Steiner grinste Hülkenberg an: „Da warst du platt, oder?“

Wenig später trafen sich alle Beteiligten im Korridor vor Charlie Whitings Büro wieder. Der FIA-Rennleiter gab Magnussen eine Fünfsekunden-Strafe für sein Verhalten auf der Strecke. Für die vulgäre Sprache gab es nichts. „Hättet ihr wohl gerne gehabt“, stichelte Steiner. Die Formel 1-Bosse wird es gefreut haben. Kontroversen sind gut fürs Geschäft.

Auf der Geraden langsamer als McLaren

Für Nico Hülkenberg endete ein Grand Prix-Wochenende, das gut begonnen hatte, mit einer Nullrunde. Der siebte Startplatz war ein weiterer Beweis, dass Renault die Kurve kriegt. Und ein Zeugnis dafür, dass der R.S.17 auf jeder Strecke funktioniert. Dabei wurde das letzte Upgrade noch gar nicht gezündet. Der neue Frontflügel wanderte nach einer Trainingssitzung zurück in den Transporter.

Die Strafversetzung für den Getriebeschaden hat am Hungaroring doppelt weh getan. Vom 12. Startplatz aus hätte Hülkenberg schon eine sehr gute Startrunde gebraucht, um sich Hoffnungen auf den Ehrenplatz hinter den drei Top-Teams zu machen. Doch der lange Rheinländer war zur falschen Zeit am falschen Ort. Zuerst das Gerangel mit Grosjean, dann mitten im Getümmel, als sich Daniel Ricciardo durchs Feld drehte.

Hülkenberg kam nur als Zwölfter aus der ersten Runde zurück, versauerte 18 Runden lang hinter seinem Teamkollegen und musste sich dann bis zur 35. Runde hinter Esteban Ocon anstellen, ehe der Force India endlich zum Reifenwechsel in die Boxen abbog. „Ich steckte ständig im Verkehr. Unser Auto war voll auf Abtrieb getrimmt. Wir waren auf der Geraden sogar langsamer als die McLaren. Und gegen Ocon hatte ich nicht mal mit DRS eine Chance.“

10 Sekunden Verlust wegen defekten Schlagschrauber

Als die Bahn endlich frei war, legte Hülkenberg los. „Ab da war ich locker der Schnellste aus dieser Gruppe. Die Rundenzeit waren echt gut.“ In den 10 freien Runden bis zu seinem Boxenstopp vergrößerte Hülkenberg den Abstand zu Teamkollege Jolyon Palmer von 6,7 auf 19,2 Sekunden. Der Vorsprung auf seine direkten Gegner, die bereits Reifen gewechselt hatten, wuchs in dem Zeitraum so stark an, dass Hülkenberg bei einem normalen Boxenstopp vor Esteban Ocon, Stoffel Vandoorne und Kevin Magnussen an die Boxen gekommen wäre.

Doch dann stand der Renault mit der Startnummer 27 rund 10 Sekunden länger als geplant. Ein Schlagschrauber versagte seinen Dienst. Und schon lag Hülkenberg wieder auf Rang 13. Die Episode mit Magnussen warf den Blondschopf dann endgültig aus der Wertung.

Trotzdem geht Renaults Nummer 1 mit einem positiven Fazit in die Sommerpause: „Wir haben jetzt ein Auto, mit dem wir das Mittelfeld anführen können.“ Zu Steiner gewandt juxte Hülkenberg: „Und ihr könnt euch ab sofort hinter uns anstellen.“ Steiner gab schlagfertig zurück: „So wie in Spielberg?“ Da war Grosjean Sechster.

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Ferrari hatte das schnellste Auto in Budapest.

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