Hülkenberg im Gutierrez-Sauber

Autotausch wäre erlaubt gewesen

Nico Hülkenberg - Sauber - Formel 1 - GP Malaysia - 22. März 2013 Foto: Daniel Reinhard 21 Bilder

Das Tankproblem von Sauber in Australien warf eine interessante Frage auf: Hätte Sauber Nico Hülkenberg in das Auto von Esteban Gutierrez setzen dürfen? Die Antwort lautet ja. Allerdings hätte Hülkenberg dann aus der Boxengasse starten müssen.

Für Nico Hülkenberg war der GP Australien beendet, bevor er begonnen hatte. Sieben Minuten nach dem Start setzte sich der Deutsche ins Hotel ab. "Ich wollte nicht das dritte Mal in Folge ein Rennen in Melbourne vom Hospitality-Bereich anschauen müssen", gab der lange Blonde als Grund für seine vorzeitige Abreise von der Rennstrecke an. Hülkenberg hätte aber durchaus am Rennen teilnehmen können. Im Auto von Teamkollege Esteban Gutierrez.

Sauber-Autotausch unter Auflagen erlaubt

Weil so ein Fall seit Jahren nicht mehr eingetreten ist, mussten selbst gestandene Rennkommissare in ihren Regelbüchern nachschauen. Ist es überhaupt erlaubt, dass ein Fahrer nach der Qualifikation in das Auto seines Teamkollegen wechselt? Es ist, allerdings unter Auflagen. Fakt ist: Beide Sauber hatten sich für das Rennen qualifiziert. Beide Fahrer hatten die 107-Prozent-Hürde geschafft. Beide sind also startberechtigt, und es ist zunächst einmal egal auf welchem der beiden Autos.

Doch ein Fahrzeugwechsel in letzter Minute ist nicht mehr so einfach wie bis 2002, als es noch keinen Parc fermé und Beschränkungen für Motoren und Getriebe gab. Hätte Sauber Hülkenberg in das Gutierrez-Auto gesetzt, wäre Hülkenberg ein zweiter Motor angerechnet worden. Zwei von insgesamt acht. Der Wechsel nach der Qualifikation hätte zur Folge gehabt, dass der ausgetauschte Motor erst beim Finale wieder hätte verwendet werden dürfen.

Außerdem hätte es für Hülkenberg einen Getriebwechsel bedeutet. Also fünf Startplätze zurück, ausgehend von der 18. Position seines Teamkollegen. Das aber wäre nicht ins Gewicht gefallen, weil der Sprung ins andere Auto aus Sicht von Hülkenberg einer Setup-Änderung gleichgekommen wäre. Und dann muss man sowieso aus der Boxengasse starten.

Was passiert, wenn es um den WM-Titel geht?

Für Sauber kam die Rochade nicht in Frage. Es wäre für Gutierrez demoralisierend gewesen, wenn man ihm beim Debüt das Auto weggenommen hätte. Hülkenberg hätte es weder erwartet, noch hat er sich mit dieser Frage befasst. Ihm kam gar nicht in den Sinn, dass ein Wechsel möglich gewesen wäre.

Trotzdem ist das Thema heiß. Man muss sich nur folgende Frage stellen: Was würden Red Bull oder Ferrari in einer vergleichbaren Situation machen, wenn es um den WM-Titel ginge? Müssten Mark Webber oder Felipe Massa dann zugunsten ihrer Teamkapitäne ihre Autos abtreten?

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