Kimi Räikkönen halben Tag ausgebremst

Ferrari-Fahrer hadert mit defektem Auto

Kimi Räikkönen - Ferrari - Formel 1-Test - Barcelona - 24. Februar 2016 Foto: sutton-images.com 161 Bilder

Es war kein Auftakt nach Maß für Kimi Räikkönen: Kaum sollte der Finne den Ferrari von Sebastian Vettel übernehmen, streikte der neue SF16-H. Ein Defekt im Benzinsystem kostete den Iceman den halben Tag. Oder war es doch das Getriebe?

Kimi Räikkönen bestätigte nach seinen ersten Stunden im Ferrari SF16-H die Eindrücke von Sebastian Vettel. "Das erste Gefühl war ziemlich gut. Das neue Auto ist sicher schon besser als im letzten Jahr. Das Team hat einen guten Job gemacht."

Kein idealer Tag für Räikkönen

Trotzdem sprach der Finne von einem "nicht idealen Tag". Weil sein roter Rennwagen am Vormittag streikte. "Es war schmerzhaft, den halben Tag verloren zu haben", befand Räikkönen, ohne das Gesicht zu verziehen. Offiziell heißt es bei Ferrari, dass es ein Problem mit dem Benzinsystem gab. Gerüchte sagen etwas anderes: Bei Vettels letzter Ausfahrt gestern Abend soll das Getriebe schlapp gemacht haben. Der Ferrari-Star blieb fünf Minuten vor Ende der Session in Kurve drei liegen.

Räikkönen kann es egal sein, wo das Problem lag. Das Ergebnis war dasselbe. Erst um 12:13 Uhr machte sich der Weltmeister von 2007 erstmals auf die Piste. Vier Runden - mehr standen bis zur Mittagspause nicht auf dem Konto. Ferrari verkaufte den verkorksten Vormittag bei Twitter mit der Schlagzeile: "Installations-Run für Kimi". Im Pressezentrum konnte man sich ein Grinsen nicht verkneifen.

Kimi Räikkönen - Ferrari - Formel 1-Test - Barcelona - 24. Februar 2016 Foto: sutton-images.com
Kimi Räikkönen belegte am dritten Testtag den dritten Rang.

Drittbeste Zeit für den Iceman

Am Nachmittag waren die Probleme gelöst. Räikkönen kurvte noch 74 Mal um den Circuit de Barcelona-Catalunya. Macht in Summe 363,09 Kilometer. Mit den 195 Runden von Vettel an den ersten beiden Tagen steht das Ferrari-Konto nun bei 273 Umläufen. Oder umgerechnet 1.270 Kilometern.

Im Zeitenklassement schob sich Räikkönen mit seiner schnellsten Runde von 1:25.977 Minuten auf den dritten Rang. Mit den Medium-Gummis. "Wir haben uns zunächst auf kürzere Runs konzentriert, später auf ein paar längere Ausfahrten", fasste der Iceman sein Programm zusammen. "Das Auto wird mit mehr Runden sicher noch besser werden."

Einen der größten Änderungen am Ferrari SF16-H betrifft die Vorderradaufhängung. Der erfolgreichste Rennstall der F1-Geschichte hat dem Pullrod-System abgeschworen und setzt stattdessen auf Druckstreben, die die Feder-Dämpfer-Konfiguration aktivieren. Dadurch erhöht sich zwar der Schwerpunkt leicht, die Vorderachse ist mechanisch aber leichter abzustimmen.

Räikkönen selbstkritisch

Ein Vorteil für Räikkönen, der ein gutes Gefühl an der Front für schnelle Zeiten braucht? "Das ganze Auto musste vom Handling her besser werden. Nicht nur die Vorderachse. Wir mussten mehrere Bereiche verbessern", befindet der Routinier. Durch den verpatzten Morgen ging es am Nachmittag für Räikkönen lediglich darum zu fahren und das Auto kennen zu lernen. Am Setup änderte Ferrari nichts.

Im Fahrerlager wird heiß über das neugeplante Qualifikationssystem diskutiert. Es soll bereits in dieser Saison ein neues Knockout-System geben. Im Prinzip ist es eine verschärfte Version der bisherigen Variante (Artikel). Räikkönen wurde zu seiner Meinung gefragt. Antwort: "Lasst uns abwarten und schauen, was passiert." Ein typischer Kimi, der zum Abschluss seiner Presserunde selbstkritisch wurde. "Ich habe im letzten Jahr zu viele Fehler gemacht. Dazu kamen andere Dinge. Das gilt es abzustellen."

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