Ilmor Favorit für Einheitsmotor

Foto: Toyota F1

Am Freitag, den 28. November, will die FIA das Geheimnis lüften, wer den Zuschlag für den Einheitsmotor der Formel 1 erhält - sollte er überhaupt kommen. Darüber wird allerdings erst in der FIA-Weltratsitzung am 12. Dezember entschieden.

Die FIA wartet immer noch auf Vorschläge der Hersteller, wie man die Motorenkosten auf fünf Millionen Euro pro Team und Jahr begrenzen kann. Die Reduzierung auf 25 Motoren und zehn Millionen Euro pro Team für die Saison 2009 reicht dem Weltverband nicht aus. FIA-Chef Max Mosley will ab 2010 die Kosten weiter drücken.

Fünf Firmen haben an der Ausschreibung für den Einheitsmotor teilgenommen: Ilmor, Cosworth, Mecachrome, Zytek und Judd. Jüngsten Informationen zufolge hat Ilmor die besten Aussichten, den Zuschlag zu bekommen. Mario Illien, der Konstrukteur der Mercedes-Weltmeistermotoren von 1998 und 1999, liefert derzeit für die amerikanische IndyCar-Serie Einheitsmotoren. 

Neuentwicklung für die Formel 1

Es handelt sich dabei um einen Honda V8 mit 3,5 Liter Hubraum. Die Triebwerke leisten bei 10.300/min rund 650 PS und halten 3.000 Kilometer. Die Leasinggebühr pro Auto beträgt 1,2 Millionen Dollar. Der günstige Preis erklärt sich daraus, das Honda die Entwicklungskosten für den Motor bezahlt hatte.

In der Formel 1 müsste Ilmor die Investition für die Entwicklung mit einrechnen. Laut Mario Illien ist die Zielvorgabe der FIA von fünf Millionen Euro trotzdem zu halten. Weil der Motor schon im Falle eines Entscheides für Einheitsmotoren bereits 2010 rennbereit sein müsste, bietet sich auf die Schnelle nur ein Achtzylinder-Motor an. "Für die Entwicklung eines Turbomotors reicht die Zeit nicht. Da müsste man komplett bei Null beginnen", erklärt Illien.

V8-Sauger als kurzfristige Lösung

Der Schweizer hat so einen Einheitsmotor für die Formel 1 bereits im Kopf skizziert: "Mittelfristig käme ein V8 mit mehr als drei Liter Hubraum in Frage. Als Drehzahl könnte ich mir 13.500 bis 14.000/min vorstellen. Das ergäbe 680 bis 700 PS." Im Zusammenspiel mit KERS, mit dem noch 82 PS aus elektrischem Antrieb beigesteuert würden, würde Illiens fiktives Triebwerk dann auf dem Stand der aktuellen Motoren liegen.

"So ein Motor könnte sechs GP-Wochenenden halten", glaubt der Motorentüftler aus Chur. Je nach Umfang des Testprogramms ergäbe das 80 bis 100 Motoren pro Jahr für das gesamte Feld.

Langfristig ist der Turbo-Motor allerdings das beste Konzept, das räumt auch Illien ein. "Die Aufgabe ist aber nicht so einfach, wie sich das die Leute vorstellen. Wenn der Hubraum zu klein gewählt wird, ist die spezifische Belastung für die Bauteile zu groß, und das treibt dann auch die Kosten nach oben." Illien schlägt deshalb vor: "Das ideale Konzept wäre ein Hubraum von zwei Liter oder darüber, eine Drehzahl zwischen 12.000 und 14.000/min und Direkteinspritzung."

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