Imola

Blufft BAR?

Foto: dpa

Bei Ferrari fragt man sich: Blufft BAR-Honda nur, oder sind die Briten mit dem japanischen Motor wirklich so schnell? Antwort: Sie wissen es selbst nicht.

Dass die Fabelzeiten von Jenson Button und Takuma Sato im freien Freitagstraining nur das Ergebnis von leeren Tanks und frischen Reifen sind, streitet das Team BAR-Honda heftig ab. Man sei vielmehr mit Rennbefüllung gefahren.

Ferrari-Chefstratege Ross Brawn analysierte, dass die BAR jeweils nur eine wirklich schnelle Runde im tiefen 1:21er-Bereich zustande brachten, danach pendelten sich die Zeiten bei hohen 1:22er- und niedrigen 1:23er-Runden ein. Aber auch Michael Schumacher war bei seinen Longruns im gleichen Tempo unterwegs. "Wenn die BAR mit Renngewicht unterwegs waren, müsste man sich Sorgen machen", sagte Brawn.

Temposünder Sato

Warum allerdings Jenson Button so schnell war, kann sich bei BAR selbst niemand erklären. Der Engländer hatte die härtere der beiden Michelin-Mischungen gewählt, Teamkollege Sato wählte die weichen Gummis. So hätte eigentlich Sato über eine Runde deutlich schneller sein müssen, tatsächlich fehlten ihm aber zwei Zehntel auf Button.

Dafür war der Japaner aber Tagesschnellster in der Boxengasse. Gleich drei Mal rasselte Sato in die Radarfalle. Der defekte Tempomat kostet ihn 2.500 Dollar Bußgeld.

Problemchen bei den anderen

Die restlichen Top-Teams kämpfen bisher mit Abstimmungsproblemen. Kimi Räikkönen erreichte im McLaren-Mercedes zwar die viertschnellste Zeit, hatte aber nur wenig Sprit an Bord. David Coulthard spekuliert mit mehr Benzin auf eine Zweistoppstrategie, der Schotte war aber auch nur Neuntschnellster.

Die Williams-BMW-Fahrer plagen sich mit einer Schwäche, die eigentlich traditionell den McLaren nachhing: Die Autos spingen zu unruhig auf den Randsteinen. Bei vier Schikanen sind davon in Imola reichlich viele zu überfahren. Bei Renault kämpft Fernando Alonso mit leichten Setup-Schwierigkeiten, ansonsten hofft man auf den Samstag. Wegen reduzierter Drehzahlen zur Schonung des Motors, kommt ein Plus von 20 Pferdestärken den Fahrern erst in der Qualifikation zugute.

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