Lewis Hamilton - Mercedes - Imola - Formel 1 - GP Emilia Romagna - 17. April 2021 xpb
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Sebastian Vettel - Aston Martin - Imola - Formel 1 - GP Emilia Romagna - 17. April 2021 53 Bilder

Imola-Krimi: Ein Hamilton gegen zwei Red Bull

Zitter-Pole für Mercedes Ein Hamilton gegen zwei Red Bull

Das zweite Quali-Duell des Jahres ging an Mercedes und Lewis Hamilton. 35 Tausendstel Vorsprung zeigen, wie eng es an der Spitze zugeht. Auf Hamilton wartet am Sonntag eine neue Aufgabe. Er wird im Rennen alleine gegen zwei Red Bull antreten.

Es war eine Qualifikation voller Überraschungen. Lewis Hamilton rechnete nicht mit seiner 99. Pole Position, Sergio Perez nicht mit seiner Premiere in der ersten Startreihe und Max Verstappen nicht mit einer Niederlage gegen die Mercedes und seinen Teamkollegen. Wichtig ist: Das Duell Mercedes gegen Red Bull lebt weiter. Nur unter umgekehrten Vorzeichen.

Diesmal startet Lewis Hamilton von der Pole Position, hat dafür aber zwei Red Bull im Nacken. Schützenhilfe von Valtteri Bottas darf er nicht erwarten. Der Finne geht nur vom achten Platz ins Rennen.

Beim Saisonauftakt war es umgekehrt. Da musste sich der Trainingsschnellste Verstappen gegen zwei Mercedes-Fahrer wehren. Und verlor prompt den Sieg aus den Händen. Auch weil Mercedes im Strategiepoker zwei Karten und damit Risiko spielen konnte. Diesen Vorteil hat diesmal Red Bull.

In einem Duell, bei dem die ersten drei Fahrer nur durch 87 Tausendstel getrennt sind, zählt laut Hamilton jede Kleinigkeit. "Um diese Red Bull zu schlagen, muss unser ganzes Team ein perfektes Wochenende abliefern. In der Qualifikation hat das geklappt. Wir haben uns mit jeder Ausfahrt gesteigert. Die Runden waren gut getimt. Ich musste nie im Verkehr fahren."

Lewis Hamilton - Mercedes - Imola - Formel 1 - GP Emilia Romagna - 17. April 2021
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Hamilton raste zum 99. Mal in seiner Karriere auf Pole Position. So knapp war es aber lange nicht.

Hamilton mit beiden Runden auf Pole

Der Weltmeister demonstrierte einmal mehr, dass er auf Knopfdruck funktioniert. Seine beiden Q3-Runden waren nahe an der Perfektion. "Noch besser wäre es gewesen, den ersten Teil des ersten Versuchs mit dem zweiten des zweiten zu kombinieren."

In seiner Pole Position-Runde unterlief Hamilton ein kleiner Fehler in Kurve 12. Als er versuchte, die Zeit von 1.14,411 Minuten zu verbessern, ließ er bis zur Piratella-Kurve eineinhalb Zehntel gegenüber der Runde davor liegen. Bis zum Zielstrich holte er das Defizit fast wieder auf. Auch die zweitschnellste Runde mit 1.14,433 Minuten hätte zum besten Startplatz gereicht.

Seinen Verfolgern ging es nicht besser. Perez patzte in der Rivazza-Kurve, Verstappen in der Tamburello-Schikane. "Ohne den Fehler hätte ich die Pole geholt", ist Perez überzeugt. "Wenn bei Red Bull alles glatt gelaufen wäre, hätte uns Max um zwei Zehntel geschlagen", glaubt Mercedes-Teamchef Toto Wolff. Red-Bull-Sportchef Helmut Marko gab seinem Landsmann diesbezüglich ausnahmsweise Recht.

Sergio Perez - Red Bull - Imola - Formel 1 - GP Emilia Romagna - 17. April 2021
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Die erste Pole Position wäre für Sergio Perez möglich gewesen. Der Frust war entsprechend hoch.

Imola ist eine der größten Herausforderungen an die Fahrer. "Die Strecke ist so schmal und so schnell, dass du nur fünf Zentimeter zu weit fahren musst, und du bist im Gras, oder dir wird die Runde gestrichen. Hier brauchst du die absolute Präzision", schwärmte der Rekord-Mann von der Traditionsrennstrecke in der Emilia Romagna.

Nach dem dritten Training hatte der Titelverteidiger nicht mehr mit der Quali-Bestzeit gerechnet. Verstappen war eine halbe Sekunde schneller. "Diese Zeit hätte ich nie geschafft.". Dabei fühlte sich sein Mercedes von der ersten Runde viel besser an als in Bahrain. "Es war viel einfacher, eine gute Balance zu finden. Unser Auto fährt sich dieses Jahr wie auf Messers Schneide. Das Fenster, in dem es funktioniert, ist unglaublich klein."

Hamilton schob den Formanstieg hauptsächlich auf die Umstände. Die kühlen Temperaturen, den glatten Asphalt, den fehlenden Seitenwind. "Das spielte uns in die Karten." Wolff differenziert: "Es ist niemals nur ein Faktor. Diesmal waren es fünf. Die tolle Runde von Lewis, die verbesserte Balance des Autos, der Fortschritt bei der Fahrbarkeit des Motors, die Streckenbedingungen und der Umstand, dass wir keine Fehler gemacht haben."

Lewis Hamilton - Mercedes - Imola - Formel 1 - GP Emilia Romagna - 17. April 2021
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Im Rennen muss sich Hamilton gegen zwei Red Bull im Nacken wehren.

Bottas mit zu viel Rückstand

Ganz fehlerfrei verlief der Tag für Mercedes nicht. Der achte Startplatz von Bottas stand nicht im Plan. "In beiden Versuchen im Q3 brach mir in Kurve 2 das Heck aus. Das ist schwierig zu verstehen, weil das in den beiden K.O.-Runden davor nicht der Fall war", rätselte Bottas.

Wolff hofft, dass sein Sorgenkind im Rennen schnell zur Spitzengruppe aufschließen kann, wenn die Fahrer, die mit Soft-Reifen starten müssen, an die Boxen abgebogen sind. Das kann dauern. Soft-Starter Carlos Sainz kam letztes Jahr erst in Runde 17 zum Reifenwechsel.

Im Rennen wartet auf Hamilton und seine Strategen eine Aufgabe, die man so umschreiben könnte: Einer gegen alle. Bottas ist weit weg, und die beiden Red Bull in seinem Rücken sind auch noch mit unterschiedlichen Reifen bestückt. Perez hat beim Start den Vorteil der weicheren Reifen, die nicht ganz so lange halten werden wie die Medium-Gummis. Der Unterschied in der Reifenabnutzung ist allerdings deutlich geringer als in Bahrain.

Weil Perez wegen seiner Reifenwahl früher die Boxen ansteuern wird, macht es für Mercedes keinen Sinn den Undercut zu kontern. Das kann in der zweiten Rennhälfte dazu führen, dass Hamilton in das Sandwich der Red Bull-Piloten gerät.

Toto Wolff fürchtet: "Dann hat Lewis zwei Red Bull mit unterschiedlichen Strategien entweder vor oder hinter sich. Wir haben von diesem Luxus oft genug profitiert." Vielleicht kommt dem Weltmeister ja der Regen zu Hilfe. Die Wahrscheinlichkeit ist allerdings im Laufe des Samstags weiter gesunken und steht jetzt nur noch bei 40 Prozent.

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