Indy-Skandal

Haug für Ersatzrennen

Foto: dpa

Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug hat für den umstrittenen Startverzicht der sieben Michelin-Teams beim Großen Preis der USA ein Ersatzrennen in Indianapolis vorgeschlagen.

"Ich habe keine Ahnung, ob das durchzusetzen ist", sagte Haug am Sonntag (26.6.) dem Pay-TV-Sender Premiere am Rande des Rennens der Deutschen Tourenwagen Masters (DTM) in Oschersleben. "Aber ich glaube, das wäre die richtige Richtung! Wenn wir als 'Gemeinschaft Formel 1' zumindest anbieten würden, dort nochmal zu fahren und die Zuschauer, die dort waren, einzuladen."

Schumi für Freispruch

Zuvor hatte Formel-1-Weltmeister Michael Schumacher einen Freispruch für die Michelin-Rennställe gefordert. "Ich denke, die anderen sind gestraft genug", wurde der Ferrari-Pilot in der "Bild"-Zeitung zitiert. Renault, McLaren-Mercedes, BMW-Williams, Red-Bull-Racing, BAR-Honda, Toyota und Sauber müssen am Mittwoch in Paris vor der obersten Sportbehörde des Automobil-Verbandes FIA Stellung zu den Vorgängen am vergangenen Sonntag in Indianapolis beziehen. Ihnen droht eine Strafe. Unter anderem sind eine Geldstrafe und Punkteabzug im Gespräch.

Rekordchampion Schumacher würde davon profitieren. Er rangiert nach neun von 19 Rennen mit 34 Punkten auf Rang drei hinter dem Spanier Fernando Alonso (59 Punkte) im Renault und dem Finnen Kimi Räikkönen (37) im McLaren-Mercedes. "Nach wie vor ist der Rückstand sehr groß, ich habe 34 Punkte und Fernando hat 59, das ist also noch ein sehr langer Weg...", schrieb Schumacher auf seiner Homepage.

Beim Grand Prix der USA waren die 14 Fahrer, die mit Reifen des französischen Herstellers Michelin beliefert werden, nach der Einführungsrunde noch vor dem Start wieder an die Box gefahren. Nur Ferrari, Jordan und Minardi, die vom japanischen Michelin-Konkurrenten Bridgestone ausgerüstet werden, bestritten das Rennen. Michelin hatte aus Sicherheitsgründen seinen Rennställen empfohlen, auf die Teilnahme zu verzichten.

Minardi-Teamchef Paul Stoddart hat sich mit den Michelin-Teams solidarisch erklärt und drohte mit Konsequenzen, sollten sie am Mittwoch bestraft werden. Die Teams würden sich überlegen, ob sie weiterhin Rennen fahren, sagte der Australier dem britischen Sender BBC. "Ich denke, wir würden uns treffen und unsere Teilnahme zumindest nicht garantieren. Die Teams sind genauso absolut
schuldlose Opfer wie der 'Indianapolis Motor Speedway' und die amerikanische Öffentlichkeit." Die Auseinandersetzung könne bis vor ein Zivilgericht gehen.

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