Scott Dixon - IndyCar-Crash - Indy500 - 2017 sutton-images.com
Scott Dixon - IndyCar-Crash - Indy500 - 2017
Scott Dixon - IndyCar-Crash - Indy500 - 2017
Scott Dixon - IndyCar-Crash - Indy500 - 2017
Scott Dixon - IndyCar-Crash - Indy500 - 2017 34 Bilder

Das Wunder von Indianapolis

So überlebten Bourdais und Dixon

Die 500 Meilen von Indianapolis wurden von schweren Unfällen überschattet. Doch sie verliefen alle relativ glimpflich. Die Dallara-Chassis, der Nackenschutz „HANS“ und die „Safer-Wall“ verrichteten ganze Arbeit.

Unfälle auf den Highspeed-Ovalen sind unvermeidbar. Wenn bei Durchschnittgeschwindigkeiten von 370 km/h das Seil reißt, dann ist das Resultat meistens ein furchterregender Crash. Die Todesliste von Indianapolis ist lang. Zwischen 1911 und 2017 ließen 40 Fahrer im Speedway ihr Leben. Der letzte tödliche Unfall datiert vom 22. Oktober 2003, als Tony Renna bei Reifentestfahrten durch den Schutzzaun von Turn 3 in die Tribüne flog.

Seitdem ist in den Sicherheitsbemühungen viel passiert. So viel, dass Unfälle, die noch vor 15 Jahren nicht überlebbar waren, einen glimpflichen Ausgang finden. Nicht umsonst bedankten sich Sebastien Bourdais, Scott Dixon, Buddy Lazier und James Davison bei Dallara und den Rennstreckenbetreibern für die besten Sicherheitseinrichtungen, die der Rennsport je hatte.

Bourdais mit 100g Verzögerung

Die Highspeed-Ovale sind ein gefährliches Pflaster. Allein wegen der Geschwindigkeiten. Scott Dixon spulte für die Pole-Position vier fliegende Runden in 373,654 km/h ab. Ein unheimlicher Wert, der nichts weiter bedeutet, dass die Autos auf den Geraden 390 km/h schnell sind und in den 4 Kurven zwischen 350 und 360 km/h erreichen. Was in Alleinfahrt schon ein Ritt auf der Kanonenkugel ist, wird im dichten Pulk zum Russischen Roulette. Ohne Spotter ist man als Fahrer mittlerweile aufgeschmissen. Aber auch der hilft nicht, wenn man zur falschen Zeit am falschen Ort ist.

Die 101. Ausgabe der 500 Meilen von Indianapolis begann mit 4 harmlosen Unfällen in den freien Trainingssitzungen. Josef Newgarden verlor sein Auto in Turn 1, Spencer Pigot, Zach Veach und Jack Harvey jeweils in Turn 2. Es blieb bei Sachschaden.

Im ersten Teil der Time Trials wurde es ernst. Sebastien Bourdais überlebte einen Unfall, der vor 15 Jahren noch fatale Folgen gehabt hätte. Der 38-jährige Franzose korrigierte in Kurve 2 ein leichtes Übersteuern am Scheitelpunkt. Der Dallara DW12 des Coyne-Teams bekam wieder Grip und bog im 45-Grad-Winkel in die Mauer ab. Bourdais verlor laut Datenaufzeichnung bei 365 km/h die Kontrolle über sein Auto.

Der Einschlag dürfte immer noch mit deutlich über 300 km/h erfolgt sein. Die Verzögerungssensoren im Auto registrierten Spitzenwerte von 100 g. Bourdais kam mit mehrere Beckenbrüchen und einer Fraktur an der Hüfte gemessen an dem Unfall noch gut davon. Das Rennen acht Tage später erlebte er schon wieder an Krücken auf der Rennstrecke. 1982 wurde Gordon Smiley bei exakt dem gleichen Unfallszenario in Kurve 3 auf der Stelle getötet.

Dixon zur falschen Zeit am falschen Ort

Im Rennen ging das Crashfestival weiter. Nur 19 Fahrer sahen die Zielflagge. Für neun Piloten endete der Tag unsanft in der Mauer. Es gab elf Gelbphasen und zwei Unterbrechungen. In der 52. Runde stockte den Zuschauern der Atem, als Jay Howard zwischen Kurve 1 und 2 von der Mauer ins Feld zurückprallte und dabei für den Trainingsschnellsten Scott Dixon zur Sprungschanze wurde.

Dixon hatte zwei Möglichkeiten. Entweder rechts oder links ausweichen. Der Neuseeländer entschied sich für links und lag falsch. Wenn das einem Mann seiner Erfahrung passiert, dann sagt das nur aus, welches Glücksspiel die wilde Jagd im Kreis manchmal ist.

Der Ganassi-Dallara schlug mehrere Saltos und Pirouetten und zerbrach beim Aufprall kopfüber in die Zäune in zwei Teile. Dixons Kopf kam dabei zwei Mal den Absperrungen gefährlich nahe. Auch Howard schrammte nur Zentimeter an einem Kontakt mit dem fliegenden Dallara seines Unfallgegners vorbei. Beide Fahrer blieben unverletzt. Dixon kommentierte extra-cool: „Ich bin ein bisschen durchgeschüttelt. Es war ein wilder Ritt, aber er hat gezeigt, wie sicher unsere Autos sind.“

Buddy Lazier warf ein gebrochener Frontflügel in Kurve 2 aus der Spur. Er krachte rückwärts in einem Winkel in die Mauer, der viele seiner Kollegen in der Vergangenheit schon das Leben gekostet hat. Zum Beispiel Scott Brayton 1996. Lazier traf im Gegensatz zu Brayton nicht den nackten Beton, sondern die vorgelagerte Schutzeinrichtung. Der 49-jährige Indy-Veteran wurde mit Brustverletzungen ins Krankenhaus eingeliefert. Zum Glück nichts ernstes.

Conor Daly und Jack Harvey wurde Turn 3 zum Verhängnis. Auch hier gab es nur Schäden an den Autos. Bei einem Massen-Crash in Runde 183, in den sechs Autos verwickelt waren, blieben vier Fahrer auf der Strecke. Oriol Servia und James Davison hatten ihn mit einer Kollision beim Re-Start ausgelöst. Will Power und James Hinchcliffe blieb keine Zeit mehr zum Ausweichen. Die Autos flogen wie Flipperkugeln durch die Gegend.

Safer Barrier ist der beste Lebensretter

Neun Unfälle mit 14 Fahrern in zwei Wochen. Nur ein ernsthaft verletzter Pilot. Das hat nicht nur mit Glück zu tun. Die IndyCars sind mittlerweile fast so sicher wie die Formel 1. Bourdais kann sich nicht nur bei dem Kohlefaserchassis des Dallara, der Knautschzone vorne, dem Nackenschutz im Cockpit und dem HANS-System bedanken.

Zum wichtigsten Lebensretter wurde die Safer Barrier. Dabei handelt es sich um fünf übereinander geschachtelte Stahlschienen in einer Gesamthöhe von 102 Zentimetern, die 92 Zentimeter vor der Mauer platziert sind und alle 86 Zentimeter von Blöcken aus Spezialschaum abgefedert werden. Die Schutzeinrichtung wurde zum ersten Mal 2002 im Indianapolis Motor Speedway eingesetzt.

Die Safer Barrier hat seit dem unglücklichen Tony Renna viele Fahrer vor dem Schlimmsten bewahrt. Dem 26-jährigen Amerikaner hätte aber auch die Mauer vor der Mauer nichts geholfen. Sein Auto bekam nach einem Dreher Unterluft und flog über alle Schutzvorrichtungen hinweg.

In der Galerie zeigen wir noch einmal die Bilder des spektakulären Indy500-Crashs von Scott Dixon.

Motorsport Motorsport Takuma Sato - IndyCar - Indianapolis 2017 Ergebnis Indy500 2017 Sato siegt, Alonso fällt aus

Takuma Sato hat die 500 Meilen von Indianapolis gewonnen.

Das könnte Sie auch interessieren
Charles Leclerc - Ferrari - Michael Masi - FIA - GP Ungarn - Budapest - Formel 1 - Donnerstag - 1.08.2019
Aktuell
Max Verstappen - Red Bull - Zandvoort - Showrun
Aktuell
Kevin Magnussen - Haas - 2019
Aktuell