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IndyCar im Corona-Würgegriff: Kommen die neuen Motoren später?

Krisenbewältigung IndyCar vs. Formel 1 Motor-Kosten müssen runter

Der IndyCar-Serie geht es nicht besser als der Formel 1. Auch im US-Rennsport stehen die Räder still. Motorenlieferant Ilmor muss umdisponieren. Weil die Kunden für die Motoren einen Preisnachlass fordern, werden die Laufzeiten verlängert.

Der Motorsport geht durch schwere Zeiten. Nicht nur die Formel 1 muss drastisch sparen. Den IndyCar-Teams geht es nicht besser. Wenigstens sind die Kosten nicht so hoch. Mit Ausnahme von Penske, Ganassi oder Andretti sind die Personalstärken der Teams überschaubar. Ein kleines Team kommt mit 30 bis 40 Mitarbeitern aus.

Auch in der IndyCar-Serie hagelte es bis jetzt nur Absagen. Vor Juni findet kein Rennen statt. Die 500 Meilen von Indianapolis wurden vorsichtshalber auf den 23. August verlegt. Zum ersten Mal in der Geschichte. Einen Ersatzkalender gibt es noch nicht, weil keiner sagen kann, wann es losgeht. So fließt auch bei den Teams kein Geld in die Kasse.

Der Vorteil zur Formel 1 ist, dass die Teams mit dem Chassis aus dem Vorjahr weiterfahren. Sie mussten über den Winter nur ihre Ersatzteillager auffüllen. Entwicklungsarbeit findet praktisch nicht statt.

Die Rennen verteilen sich nicht auf die ganze Welt sondern "nur" auf die USA und Kanada. Das macht es logistisch einfacher, die Saison wieder zu starten. Man bleibt auf dem Kontinent. Die Autos werden im Truck zu den Rennen gefahren.

Auch was die Antriebskosten angeht, ist die IndyCar-Serie deutlich sparsamer unterwegs als die Formel 1. Die Teams leasen die Motoren von Chevrolet und Honda für eine Flatrate von einer Million Dollar pro Auto. Ein Teil der Summe wird von den beiden Autofirmen subventioniert.

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IndyCar
So lange die Corona-Krise anhält, veranstaltet die IndyCar-Serie nur virtuelle Rennen.

Eine Million Dollar pro Auto

Motorenfabrikant Ilmor, der im englischen Brixworth den V6-Turbo für Chevrolet konstruiert und am Prüfstand testet, hat bereits auf ein Notprogramm umgestellt. Die 105-köpfige Mannschaft in England arbeitet noch. Für die Ingenieure heißt das Home Office. Auch für Chef Mario Illien. Er sitzt in der Schweiz fest und kann derzeit nicht nach England fliegen.

Die Produktion wurde in zwei Schichten zu je 40 Mann aufgesplittet. So ist sichergestellt, dass nur die Hälfte der üblichen Belegschaft in der Fabrik arbeitet. Die US-Filiale in Detroit, wo neben der Wartung der IndyCar-Motoren auch die Triebwerke für die NASCAR und die Arca Truck-Serie gebaut werden, ist derzeit komplett still gelegt. Befehl von der Regierung.

Wegen der großen Unsicherheit arbeiten die Ingenieure am neuen IndyCar-Motor für die Saison 2022 derzeit nur mit Halbgas. Ursprünglich war geplant, in der übernächsten Saison den Hubraum von 2,2 auf 2,4 Liter zu erhöhen und den Verbrenner mit einem Hybridantrieb aufzustocken. Es könnte gut sein, dass IndyCar-Chef Roger Penske wegen der Auswirkungen der Corona-Krise die Motorenreform um ein Jahr verschiebt.

Die Teams stöhnen jetzt schon unter der Kostenlast. Sie wünschen sich einen Preisnachlass beim Motor. Da Ilmor und Honda in diesem Fall nicht auf ihre Kosten kommen, gibt es nur eine Möglichkeit. "Wir werden die Laufzeit der Motoren verlängern und damit weniger Motoren in Umlauf bringen", erklärt Mario Illien.

Derzeit muss ein IndyCar-Motor mindestens 2.500 Meilen (4.025 Kilometer) halten, bevor er zum Service geschickt wird. Ilmor baut für seine Kunden 30 bis 40 Motoren pro Jahr. Das werden jetzt weniger.

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