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Skandal beim IndyCar-Finale: Norris absichtlich abgeschossen

Skandal beim IndyCar-Finale Norris absichtlich abgeschossen

Der letzte Lauf der virtuellen IndyCar-Serie hat für Diskussionen gesorgt, wie noch kein anderes eSports-Rennen zuvor. In den Schlussrunden auf dem Indianapolis Motor Speedway zeigten sich mehrere Piloten von ihrer unfairen Seite.

Dass es beim großen Finale der virtuellen IndyCar-Saison spektakulär zur Sache gehen wird, war schon nach den Trainingsläufen klar. Auf dem Highspeed-Oval schafften die Piloten selten mehr als fünf Runden am Stück ohne größere Crashs. Doch dann war es im Rennen am Samstag (2.5.) plötzlich für eine lange Zeit ungewöhnlich ruhig.

Mit einer künstlichen Erhöhung der Streckentemperatur und einem damit verstärkten Reifenverschleiß hatten die Organisatoren dafür gesorgt, dass sich die Autos im Verkehr nicht mehr so dicht folgen konnten. So kam das Rennen bis auf einen vergleichsweise kleinen Unfall in der Startphase über weite Strecken ohne Gelbphasen aus.

Unter normalen Bedingungen schienen lange Zeit Will Power und Lando Norris den Sieg unter sich auszumachen. Zunächst hatte noch Power die Oberhand. Doch kaum war Norris 18 Runden vor Schluss zum letzten Stopp an der Box, musste die Rennleitung das Geschehen zum zweiten Mal neutralisieren.

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Ein glückliches Safety-Car-Timing beim zweiten Boxenstopp brachte Lando Norris für die Schlussrunden in die perfekte Ausgangslage.

Norris auf dem Weg zum Sieg

Mit dem glücklichen Timing des Safety-Cars schob sich der Gaststarter aus der Königsklasse nicht nur vor Kontrahent Power, er hatte für den Schlussspurt auch die frischesten Reifen im Vorderfeld. Weil der Gummifaktor durch die angesprochene Temperatur-Erhöhung stark ins Gewicht fiel, spielte es auch keine große Rolle, dass Norris beim Stopp kurzzeitig auf Rang 6 zurückfiel.

Und so machte der McLaren-Pilot nach dem Restart wie erwartet schnell Plätze gut. Neun Runden vor der Zielflagge setzte Norris schließlich zum entscheidenden Manöver gegen die zu diesem Zeitpunkt führenden Graham Rahal und Simon Pagenaud an. Dank des Gripvorteils der frischeren Reifen schob sich der Youngster in Kurve drei an beiden Kontrahenten innen vorbei an die Spitze.

Offenbar überrascht von dem mutigen Manöver zog Rahal in der Kurve plötzlich nach außen und krachte in den Penske-Renner von Pagenaud. Der Vorjahressieger des richtigen Indy-500-Rennens musste anschließend mit demoliertem Auto an die Box und schied aus der Verlosung um den Sieg aus.

Doch damit wollte sich der Franzose offenbar nicht abfinden. Nach dem Reparaturstopp kündigte er gegenüber seinem Spotter an, dass er Norris aus dem Rennen nehmen werde. Und so kam es dann auch: Der F1-Star hatte bereits einige Wagenlängen Abstand zwischen sich und seine Verfolger gebracht, als ihm der bereits überrundete Pagenaud in Kurve 4 auf der Ideallinie bummelnd vor die Nase fuhr.

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Norris befand sich zwei Runden vor Schluss auf Siegkurs, als er vom überrundeten Pagenaud einfach aus dem Rennen genommen wurde.

Pagenaud mit Frustfoul

Norris hatte keine Chance auszuweichen. Der McLaren mit der Startnummer 4 trudelte schwer beschädigt in der Boxeneinfahrt aus. Zwei Runden vor der Zielflagge war der sicher geglaubte Sieg dahin. "Das war eines Champions nicht würdig", klagte McLaren-Boss Zak Brown anschließend.

Pagenaud entschuldigte sich nach dem Rennen zwar noch halbherzig. Doch nachdem Norris mitbekam, dass sein Kontrahent die unfaire Aktion vorher angekündigt hatte, zeigte er wenig Verständnis. "Manche denken offenbar, dass man die ganze Sache hier nicht ernst nehmen muss, weil es nur ein Spiel ist. Aber wir stecken mit unseren Ingenieuren viel Zeit in die Vorbereitung, die man auch gut mit der Familie verbringen könnte. Einige Fahrer denken offenbar nur an sich selbst."

Das Foul gegen Norris war aber nicht die einzige Szene, die für Schlagzeilen sorgte. Kaum war Norris aus dem Weg geräumt, gingen auch bei einigen anderen Piloten die Gäule durch. So hatte sich Ex-Sauber-Fahrer Marcus Ericsson in der Schlussrunde mit einem sehenswerten Manöver auf der Gegengeraden gleich an beiden McLaren von Patricio O’Ward und Oliver Askew vorbei an die Spitze geschoben. Doch über die Führung konnte sich der Schwede nicht lange freuen.

Ericsson und Askew abgeschossen

In der letzten Kurve wurde Ericsson von O’Ward einfach abgeschossen. Das Unfallopfer beklagte sich zu Recht, dass ihm sein Gegner mehr als ungestüm auf das linke Hinterrad gefahren war. O’Ward betonte seinerseits, dass es sich nicht um ein absichtliches Foul handelte. Er habe eine Lücke gesehen, die aber nicht da war, erklärte der Rookie unbeeindruckt.

Von der Aktion profitierte zunächst ausgerechnet O’Wards Teamkollege Askew. Doch auch der dritte McLaren durfte den Sieg nicht nach Hause bringen. Auf der Zielgeraden wurde der Youngster aus Florida wenige Meter vor der karierten Flagge von Verfolger Santino Ferrucci aus dem Weg gekegelt.

Ferrucci gab gegenüber seinem Renningenieur zu, dass es sich um ein absichtliches Foul handelte. Im offiziellen Interview wollte er das später aber nicht mehr bestätigen. "Ich wollte es für die Fans einfach etwas spannender machen. Es ist ja nur ein Spiel, oder?", grinste der Heißsporn wenig einsichtig, was ihm einen gepflegten Shitstorm auf den sozialen Medien einbrachte.

Und so gewann am Ende ein Pilot, den man lange Zeit gar nicht auf der Rechnung hatte. V8-Supercars-Pilot Scott McLaughlin, der von der Pole Position in das Rennen gestartet war, hielt sich in der Schlussphase mit einem beschädigten Auto aus allen Scharmützeln raus und staubte am Ende ziemlich glücklich den Sieg ab.

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Nachdem Norris, Ericsson und Askew unsanft aus dem Weg geräumt wurden, staubte Scott McLaughlin den Sieg ab.
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