F1-Ingenieure über 18-Zoll-Räder

Aerodynamik wird stabiler

Pirelli 18 Zoll - GP2 - Showrun - Monaco - 2015 Foto: Pirelli 23 Bilder

Spätestens im Jahr 2021 soll die Formel 1 auf 18-Zoll-Rädern rollen. Für die Ingenieure der Königsklasse stellt der Schritt eine große Umstellung dar. Wir haben bei den Technikern nachgefragt, wie sich die Umstellung auswirken wird.

Noch weiß niemand genau, was die F1-Verantwortlichen um Ross Brawn für die nächste Auto-Generation aushecken. Die wichtigsten Änderungen für 2021 sind aber schon durchgesickert. Die Rennwagen sollen deutlich spektakulärer aussehen, der Halo wird besser in das Chassis integriert, das Überholen soll einfacher werden und von 13-Zoll-Rädern wird auf 18 Zöller gewechselt.

Der letzte Punkt auf der Liste wird nicht nur den Look der Autos komplett verändern. Er hat auch Auswirkungen auf die Arbeit der Ingenieure. Die Techniker haben seit mehr als zwei Jahrzehnten mit dem aktuellen Format gearbeitet. Nun muss sich jeder umgewöhnen. Im Fahrerlager sind die Meinungen zu dem geplanten Wechsel allerdings geteilt.

Formel 1 im Formel E-Look

Pirelli - 18 Zoll Formel 1 Reifen - 2014 Pläne für F1-Zukunft 18-Zoll-Räder schon 2020?

„Ich glaube, das ist ein guter Schritt. Es gibt den Autos einen moderneren Look. Und es dürfte auch andere Reifenhersteller anziehen“, sieht Renault-Technikdirektor Bob Bell den Wechsel positiv. Sein Force India-Kollege Andy Green ist nicht ganz so begeistert: „Für mich ist das keine Formel 1. Aber wenn sie den Weg gehen wollen, dann ist das okay. Für mich sieht es ein wenig nach Formel E aus.“

Beide sind sich allerdings einig, dass die größeren Räder keine allzu große Herausforderung darstellen. Die Aufhängungen müssen verstärkt werden, weil die Gummis nicht mehr beim Federn helfen. Ob sich auch die Größe der Radträger ändert, hängt vom Reglement ab. Aus Kostengründen wird darüber diskutiert, die aktuellen Dimensionen im inneren Bereich beizubehalten.

Weniger Einfluss auf die Aerodynamik

Den Auswirkungen auf die Aerodynamik sehen die Ingenieure positiv entgegen. „Bei den aktuellen weichen Reifen müssen wir auch die Aufhängung weicher bauen – um die Schwingungen im Reifen selbst auszugleichen. Bei härteren Reifen können wir auch eine härtere Dämpfung fahren. Damit wird die ganze Aerodynamik des Autos stabiler“, erklärt Green.

Kollege Bell fügt an: „Das große Problem, das wir mit den aktuellen Reifen haben, ist die starke Verformung. Die seitliche Belastung lässt sich im Windkanal leider nur schwer simulieren. Dadurch wird die Korrelation zwischen Windkanal und Strecke schwierig, vor allem im Heckbereich. Mit den 18-Zoll-Rädern wird das Problem deutlich weniger stark ausgeprägt.“

Die Herausforderung bei dem Wechsel auf größere Räder sehen die Techniker nicht bei der Entwicklung des Autos sondern im operativen Bereich. „Die größte Aufgabe liegt für uns darin zu lernen, wie man die beste Performance aus den dünneren Reifen rausholt. Das ist komplettes Neuland für alle Beteiligten“, so Green.

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