Ist der Red Bull gefährlich?

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Schon in Melbourne zerlegte ein Rempler von Felipe Massa den Red Bull von David Coulthard in alle Einzelteile. Im Freien Training in Sepang hatte der Schotte nun erneut einen seltsamen Unfall.

Der Zwischenfall ereignete sich in einer 230 km/h schnellen S-Kurve. Ohne Feindberührung knickte plötzlich der Lenkhebel an der Aufhängung vorne rechts ab. Der Bruch des Carbonteils hatte gravierende Auswirkungen für Coulthards Sportgerät. Ohne Chance zur Richtungskorrektur schoss der Schotte von innen über die Randsteine der nächsten Kurve.

Anfälliges Newey-Design?

Wie schon in Australien brach die Vorderradaufhängung, beide Räder lösten sich und der Frontflügel zersplitterte in mehrere Teile. Im Kiesbett kam der komplett zerstörte Bulle schließlich zum stehen. Verletzt hat sich Coulthard bei seinem Crash zum Glück nicht. Wegen der langwierigen Aufbauarbeiten musste der Schotte allerdings das zweite Freie Training auslassen.

Der Unfall wirft natürlich Fragen auf. Wie schon in Melbourne überstand die Vorderrad-Aufhängung einen verhältnismäßig harmlosen Abflug nicht und knickte einfach ab. Red Bull Design-Chef Adrian Newey ist schon aus McLaren-Zeiten bekannt für seine extremen Leichtbau-Konstruktionen. Der Verdacht liegt nahe, dass Red Bull das Wettrüsten beim RB4 etwas übertrieben hat.

"Nicht fürs Fliegen gebaut"

Nach dem Crash inspizierten die Team-Ingenieure die verdächtigen Teile an der Aufhängung noch einmal genauer. Auf Nachfrage wiegelte Teamchef Christian Horner allerdings ab: "Die Rennautos sind nicht fürs Fliegen gebaut. Wenn man zwei Meter durch die Luft fliegt, darf man sich nicht über die Schäden wundern."

Aber dürfen die Boliden wirklich so sensibel reagieren? Beim Auftakt-GP riss auch bei Mark Webbers schon eine Spurstange ab, nachdem er am Start einen leichten Stoß von Anthony Davidson bekam. "So etwas müssen Autos schon aushalten", meint BMW-Technikchef Willy Rampf. "Die Boliden werden auf verschiedene Belastungsrichtungen getestet. Bremsen, Gasgeben, extreme Querbeschleunigungen - und auch kleine Kollisionen gehören zum Anforderungsprofil."

FIA fordert Aufklärung

Vor allem vertikale Stöße scheinen dem Red Bull nicht gut zu bekommen. Das Problem scheint ab Ansatz zum Radträger zu sitzen. Als Entschuldigung für den Zwischenfall nennt Horner die hohen Curbs, die Coulthard von der falschen Seite und aus einem unglücklichen Winkel überfuhr. "Dadurch wurde der Frontflügel abgerissen wodurch wiederum die Aufhängung beschädigt wurde."

Doch was macht Red Bull, wenn es nach Monza geht. In den engen Schikanen auf der italienischen High-Speed-Strecke müssen die Boliden mehrmals pro Runde über die Randsteine rumpeln. So ganz geheuer scheint auch der FIA die Häufung der Unfälle auch nicht zu sein. Die Kommissare luden die Red Bull-Verantwortlichen nun zu einem Gespräch vor, um sich noch einmal die Gründe für den Trainings-Crash im Detail erklären zu lassen.

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