Jenson Button

Kritik am Young Drivers Test

Jenson Button - McLaren - Formel 1 - GP Deutschland - 4. Juli 2013 Foto: xpb 92 Bilder

Jenson Button vertraut Pirelli. Er glaubt, dass die neuen Reifen die Anforderungen erfüllen, lehnt aber eine Verantwortung von McLaren an den Schäden ab. Er beteuert, dass sich sein Team immer an Pirellis Vorgaben gehalten hat. Button zieht in Erwägung auf den Young Drivers-Test zu verzichten. "Da wird ja nur ein Reifentyp getestet. Das ist für mich kein Test."

McLaren zählte zu den Reifenopfern von Silverstone. Sergio Perez war gleich zwei Mal davon betroffen. Im Training ausgangs von Copse Corner und im Rennen zu Beginn der Hangar-Geraden. Jenson Button kam ungeschoren davon. Der Engländer weist die Kritik von Pirelli zurück, dass die Teams an den Schäden selbst schuld waren, weil sie riskante Einstellungen gewählt hätten.

"Wir haben uns mit beiden Autos an alle Vorgaben von Pirelli gehalten. Luftdrücke, Sturz und Vorspur befanden sich innerhalb der empfohlenen Grenzen." Button gibt jedoch zu, dass McLaren die Reifen von einer Seite auf die andere getauscht hat. "Pirelli hat uns ausdrücklich erlaubt, die Reifen zu tauschen."

Trotz Warnung über die Kerbs

Button will auch die Theorie nicht glauben, dass die Randsteine die Reifenschäden ausgelöst haben. "Immer diese armen Kerbs. Die haben wirklich ein schweres Leben, und jetzt noch das. Aber im Ernst. Das Team hat mir nach den ersten Schadensfällen gesagt, ich soll von den Randsteinen wegbleiben. Ich habe mich zwei Runden daran gehalten. Dann bin ich wieder drübergefahren. So sind wir Rennfahrer halt. Wir wollen so schnell wie möglich fahren, und wenn das Adrenalin pumpt, dann vergisst du alles um dich herum."

Kein Test, wenn es nichts zu Testen gibt

In Bezug auf die neuen Reifen sieht es Button wie Alonso. "Wir müssen Pirelli vertrauen." Ist Pirellis Umkehrschwung die Rettung für McLaren, die verkorkste Saison noch zu drehen? Button zweifelt: "Bei uns hat sich vom Speed her wenig geändert, egal was wir mit den Luftdrücken und den Fahrwerkseinstellungen gemacht haben. Offenbar haben die Reifen auf die Probleme unseres Autos wenig Einfluss."

Der Weltmeister von 2009 schlägt vor, die Saison mit den für den GP Deutschland gewählten Reifen zu Ende zu fahren, sollten die sich am Nürburgring bewähren. "Es macht wenig Sinn, den Reifentyp noch einmal zu ändern." Pirelli ist aber wild entschlossen, ab dem GP Ungarn die alten Konstruktionen mit den neuen Mischungen einzusetzen.

Genau dieser Reifen soll beim Young Drivers Test ausprobiert werden. Button dürfte dort einen Tag fahren, überlegt es sich aber: "Wenn wirklich nur ein Reifentyp zum Einsatz kommt, ist das für mich kein Reifentest. Ich bin schon so viele Runden in Silverstone gefahren, dass ich keine weiteren brauche, wenn es nichts zu testen gibt."

Das neue McLaren-Ziel ist Platz 5

Die Ziele von McLaren sind bescheiden geworden. Das Team, das in diesem Jahr um die Weltmeisterschaft kämpfen wollte, hat nun Platz 5 ins Auge gefasst. "Das wird schwer", schätzt Button die Lage kritisch ein. "Force India hat schon ziemlich viel Vorsprung, und sie haben ein gutes Auto, das regelmäßig in die Punkte fährt."

Auf die Frage, ob er einen Wechsel zu einem anderen Team erwägt, winkt Button ab. Englische Zeitungen wollen den 33-jährigen Engländer schon zu Red Bull schreiben. "Ich würde es, wenn diese Saison zum Dauerzustand wird. Ich bin aber überzeugt, dass McLaren einfach nur ein schlechtes Jahr hat."

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