Jenson Button - McLaren - GP Monaco - Formel 1 - 24. Mai 2017 sutton-images.com
Jenson Button - Porträt - Formel 1 - 2015
Jenson Button
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Jenson Button ohne Test in Monaco

„Ich hätte auch nein sagen können“

Jenson Button wirkt als wäre er nie weg gewesen. Sein einmaliger Einsatz als Alonso-Vertretung mag für Außenstehende ein besonderer Grand Prix sein, nicht aber für Button. Für den Veteranen ist es „Business as usual“.

Jenson Button steht in Monaco vor seinem 306. Grand Prix. Es ist sein 16. in Monte Carlo seit 2000. Zwei musste er auslassen. Einen nach einem Trainingsunfall, den anderen weil sein BAR-Team gesperrt war. Man könnte fast von Routine sprechen, wäre Jenson Button nicht Ende letzten Jahres zurückgetreten. Es war ein Rücktritt mit Hintertür. Button verdingte sich als Botschafter und Reservepilot für McLaren. Und rechnete nicht wirklich damit, dass er einmal gebraucht würde.

Und dann kam er doch, der Anruf von seinem Arbeitgeber. Fernando Alonso fahre in Indianapolis, und man brauche in Monte Carlo Ersatz, meldete sich das Team. Klar, dass die Wahl von McLaren zuerst auf seinen Veteranen fiel. Button stand in Monaco drei Mal in der Fürstenloge und bekam 2009 den Siegerpokal. Neben Neuling Stoffel Vandoorne brauchte McLaren einen erfahrenen Mann im Auto.

„Was hätte ich in Bahrain lernen sollen?“

Auf die Frage, ob er lange habe nachdenken müssen, wich Button aus: „Ich habe erst meine Hunde gefragt, dann meine Freundin. Aber im Ernst: Ich habe die Entscheidung getroffen. Ich hätte auch nein sagen können.“ Er wäre so oder so an diesem Wochenende in Monte Carlo gewesen, führt der Ex-Champion aus. In seiner Rolle als Botschafter des Teams. „Statt mit Gästen Champagner zu trinken, fahre ich halt jetzt das Auto.“

Der 37-jährige Engländer bereitete sich ausschließlich mit Trockentraining auf den vorerst einmaligen Einsatz als Alonso-Vertretung vor. „Ich hätte einen halben Tag in Bahrain testen können, aber das erschien mir sinnlos. Bahrain ist eine ganz andere Strecke. Was soll ich da lernen? Dafür bin ich viel im Simulator gesessen und habe versucht, mich so gut wie möglich auf die neuen Autos vorzubereiten.“

Der Weltmeister von 2009 war vielleicht nicht von Anfang an Feuer und Flamme, doch so langsam beginnt er sich mit seinem Aushilfsdienst anzufreunden. „Monaco ist ein spezieller Ort. Ich habe 17 Jahre hier gelebt und kenne jeden Meter. Deshalb spüre ich auch keinen besonderen Druck. Ich gehe relaxt an die Aufgabe heran und irgendwie freue ich mich auch darauf.“

Mit der Fitness hat Button kein Problem. Er bereitet sich gerade intensiv auf seinen Auftritt bei den Triathlon-Weltmeisterschaften vor. „Ich bin so fit wie immer. Vielleicht wird mir nach dem ersten Tag der Nacken etwas wehtun, aber in Monaco hast du ja den Freitag, dich auszuruhen.“

Lieber Le Mans als Indianapolis

Für Button ist der erste GP-Einsatz seit dem Saisonfinale 2016 mehr als nur eine Pflichterfüllung: „Wenn du im Auto sitzt, willst du auch das Beste aus dem Auto herausholen. Ich erwarte wegen der breiteren Autos keine Probleme. Die Reifen verlangen wahrscheinlich ein bisschen Eingewöhnung. Sie sollen ganz anders sein als im letzten Jahr. Aber ich habe ja zwei Tage Zeit, mich daran zu gewöhnen, und es ist warmes Wetter vorhergesagt. Da sollte es nicht so schwierig sein, die Reifen zum Arbeiten zu bekommen.“

Obwohl Button nie in dem echten McLaren MCL32-Honda gesessen ist, hat er die Fortschritte an Auto und Motor virtuell miterlebt. „Das letzte Upgrade fühlte sich im Simulator gut an. Die Zwischenzeiten im dritten Sektor von Barcelona sahen vielversprechend aus. Ich glaube, wir sollten hier ganz gut aussehen.“

Mit einem Auge wird Button auch den Fahrer beobachten, der ihm das alles eingebrockt hat. „Ich habe mir Fernandos ersten Testtag in Indianapolis live angeschaut. Weil ich wissen wollte, was er zu den total fremden Autos sagt. Und wie er mit der Presse klarkommt, die ihm in den USA auf den Füßen steht. Wir alle wissen, wie wenig Fernando die Medien mag. Es war interessant zu sehen, wie er das auf die Reihe kriegt, wenn ihm jeder Fragen stellt.“

Nach Indianapolis zieht es Button nicht. „Das wäre aus verschiedenen Gründen nichts für mich. Ich finde es verrückt, bei dem Tempo Rad an Rad zu fahren. Wenn ich die Wahl hätte, würde ich lieber in Le Mans als in Indianapolis fahren.“

Motorsport Aktuell Fernando Alonso - Indy500-Qualifying 2017 Alonso hat schon gewonnen Schmidts F1 Blog

Die Motorsport-Welt schaut auf Monte Carlo und Indianapolis.

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