Jerez

Keine weiteren Anfeindungen

Foto: SuperAguri

Das Fahrerlager von Jerez war gut gefüllt. Bis auf Ferrari und Toyota tauchten alle Teams in Andalusien auf. Sogar Super Aguri, die bereits totgesagt wurden. Das Team sucht weiter Sponsorgeld, um zu überleben.

Die 2007er Honda-Chassis, Motor und Getriebe werden vom Werk gratis gestellt, aber das Budget für die Einsätze muss Super Aguri selbst finden. Da weder Takuma Sato noch Anthony Davidson Geld mitbringen, wird nach einem zahlungskräftigen Testfahrer gesucht. Vor dem Hintergrund gehen Gerüchte um, dass der Österreicher Andreas Zuber den Zuschlag erhält. Der in Dubai lebende Zuber fährt in diesem Jahr mit Piquet Sports seine dritte GP2-Saison. Kontakt zu Honda besteht seit seinen Testfahrten im vergangenen Dezember.

Alonso zieht die Massen

Nachdem die ersten zwei Testtage in Jerez praktisch unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfanden, kamen am Mittwoch 5.000 Zuschauer an die Strecke. Der Grund: Fernando Alonso nahm seine Testarbeit auf. Auch der zuletzt in Spanien so geschmähte Lewis Hamilton war im Einsatz. Die Warnung der FIA an die spanischen Streckenbetreiber zeigte Wirkung. Es blieb alles ruhig. Keine Drohungen, keine Beleidigungen, keine rassistischen Ausfälligkeiten. Außerhalb der Strecke zeigte die Polizei Präsenz für den Fall, dass Zuschauer Hamilton-feindliche Plakate oder Spruchbänder mitgebracht hätten.

Bis zur Mittagspause hatte Mark Webber mit 1:18.623 Minuten die Bestzeit markiert, vier Zehntel schneller als der bislang Zweitplatzierte Nico Rosberg. Das ist die schnellste Runde, die in Jerez mit einem der 2008er Autos gedreht wurde. Sie zeigt, dass man Red Bull im Verfolgerfeld hinter Ferrari und McLaren-Mercedes mit auf der Rechnung haben muss. Dazu zählen auch Renault, BMW und Williams. Williams-Pilot Nico Rosberg meinte zu Webbers Rekordrunde trocken: "Eine Zeit von 1:18.6 kann man hier fahren."

Ob die Zeit am Nachmittag noch unterboten wird, ist zweifelhaft. Wie am Vortag ist der Wind wieder aufgefrischt und die Temperaturen gingen um drei bis vier Grad nach unten. "Der Wind ist ein echtes Problem hier", erklärte Nick Heidfeld. "Er ist böig und kommt ständig aus anderen Richtungen. Das macht das Auto unberechenbar." Sebastian Vettel pflichtet bei: "Die Rundenzeiten hier sind extrem abhängig von den Temperaturen und vom Wind."

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