Jerez-Test 1

BMW unter Hochspannung

Foto: XPB 47 Bilder

BMWs erster richtiger Testlauf mit der Hybrid-Technik musste im spanischen Jerez bereits nach drei Runden abgebrochen werden. Ein Mechaniker wurde in der Box von einem elektrischen Schlag getroffen.

Am Dienstag (22.7.) sollte die Hybrid-Technik das erste Mal in einem Formel 1-Boliden getestet werden. Die Premiere dauerte allerdings nicht lange: Schon nach drei Runden war der Einsatz von Christian Klien im modifizierten Vorjahreswagen beendet. Als das Fahrzeug rückwärts in die Box geschoben wurde, bekam ein Mechaniker einen elektrischen Schlag versetzt.

Bei einer ersten Untersuchung im Medical Center wurden Verletzung an der linken Hand sowie Hautabschürfungen am Arm festgestellt. Der Zwischenfall lief damit noch einigermaßen glimpflich ab. Trotzdem brach BMW den Hybrid-Test komplett ab. Zuerst müssten die Gründe untersucht werden, hieß es aus dem Team.

Kohlefaser als Stromleiter

Erst vergangene Woche hatte BMW mit einem Hybrid-Versuchsträger auf der Hausstrecke im südfranzösischen Miramas 41 Kilometer zurückgelegt. Dieser erste Funktionstest wurde nach Teaminformationen noch problemlos abgespult. Die normalen Testfahrten sollen am Mittwoch wie geplant mit dem konventionellen Modell des aktuellen Jahrgangs fortgesetzt werden.

Die Möglichkeit einer elektrischen Spannung am Auto ist eine nicht zu unterschätzende Gefahr der Hybridtechnik. Die Kohlefaser-Hülle ist ein sehr guter Stromleiter und könnte somit für Piloten, Mechaniker und Streckenposten zum Problem werden. In Hockenheim hatte Mario Theissen das Sicherheitsrisiko allerdings noch heruntergespielt: "Die größte Energiequelle an einem F1-Boliden ist immer noch ein gefüllter Benzintank", so der BMW-Sportchef.

Vettel Tagesschnellster

Bei sehr heißen Temperaturen spulten die anderen Teams am Dienstag dagegen weitgehend ohne Störung ihr Programm ab. Am Ende des Tages lag überraschend Sebastian Vettel im Toro Rosso an der Spitze des Zeiten-Klassements - noch vor Gary Paffet im McLaren und Luca Badoer im Ferrari.

Direkt dahinter landete mit Nico Hülkenberg der zweite deutsche Pilot auf Rang vier. Der Williams-Testfahrer war mit 110 absolvierten Runden zudem der fleißigste am ersten Tag in Jerez. Noch bis Freitag sind die Teams in Südspanien unterwegs. Dabei werden auch erneut die für kommende Saison vorgesehen rillenlosen Slickreifen getestet.

Zeitentabelle Jerez Test (Tag 1):

1. S. Vettel - Toro Rosso - 1:19.844 Min. - 94 Runden
2. G. Paffett - McLaren - 1:20.179 Min. - 80 Runden
3. L. Badoer - Ferrari - 1:20.697 Min. - 69 Runden
4. N. Hülkenberg - Williams - 1:20.953 Min. - 58 Runden
5. S. Buemi - Red Bull - 1:20.997 Min. - 110 Runden
6. R. Grosjean - Renault - 1:21.223 Min. - 71 Runden
7. J. Trulli - Toyota - 1:21.459 Min. - 96 Runden
8. A. Wurz - Honda - 1:21.596 - Min. 84 Runden
9. C. Klien - BMW-Sauber - keine Zeit - 3 Runden

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