Jordan präsentiert in Moskau

Foto: Wolfgang Wilhelm 7 Bilder

Der neue Besitzer Alexander Shnaider brachte den neuen Jordan-Toyota EJ15 auf den Roten Platz. Das neue Auto ist eigentlich ein altes. Der EJ 15 dient nur als Lückenbüßer.

Da stand er nun bei zehn Grad minus auf dem Roten Platz. Der EJ 15 trägt noch die Typenbezeichnung, die aus dem Kürzel des Teamgründers Eddie Jordan entstand, doch der Ire hat mit dem Rennstall nicht mehr viel zu tun. Stattdessen machte Alexander Shnaider, Chef der Bau- und Stahlfirma Midland klar, dass der neue Wind aus Russland weht.

Die englische Presse jammert schon, dass die herrlich bunten Zeiten von Rock 'n' Roll und Boxenludern unter der neuen Führung wohl der Vergangenheit angehören. Shnaider will stattdessen russisches Lokalkolorit in die Formel bringen. So wird auf den Autos für die russische Olympia-Bewerbung 2012 geworben. Mit Roman Rusinov beschäftigt man einen russischen Testfahrer und mittelfristig mächte Shnaider einen Grand Prix nach Moskau holen, was in den vergangenen Jahren immer wieder an politischen und finanziellen Querelen scheiterte.

Toyota V10 wichtigste Neuerung

Zwischen Kreml und Lenin-Mausoleum präsentierte sich der EJ15 als alter Bekannter. Es handelt sich um den EJ14 aus der vergangenen Saison, dessen Flügel und Diffusor an die neuen Aerodynamik-Regeln angepasst wurde. Immerhin beschert Chefkonstrukteur John McQuilliam der Formel 1-Welt mit zwei wüsten Hilfsflügeln über den Seitenkästen eine Neuerung.

Die wichtigste technische Änderung steckt unter der Motorabdeckung. Statt des brustschwachen Ford-Zehnzylinders, arbeitet nun ein Toyota-V10 im Heck. Dazu musste die Motoraufhängung am Monocoque modifiziert und ein neues Getriebe entwickelt werden.

Dornbos im dritten Auto

Was der Toyota-Motor kann, zeigte er bei den Testfahrten, wo er das aerodynamisch ineffiziente Auto mit dem unerfahrenen Inder Narain Karthikeyan immerhin zu Bestzeiten schob, die nur drei Sekunden über dem Testrekord von Fernando Alonso im Renault lagen. Am Tag der Präsentation gab das Team zudem die Verpflichtung des Niederländers Robert Dornbos als drittem Fahrer bekannt.

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