Juan Manuel Correa - Formel 2 xpb

Correa erholt sich schnell: Rückkehr für 2021 angepeilt

Correa erholt sich schnell Rückkehr für 2021 angepeilt

Juan Manuel Correa kämpft sich nach seinem Horror-Unfall im August in Belgien zurück ins Leben. Der Amerikaner mit ekuadorianischen Wurzeln macht in der Reha große Fortschritte. Correa hat sich zum Ziel gesetzt, 2021 wieder in den Rennwagen zu steigen.

Anthoine Hubert bezahlte den Zusammenstoß in Spa-Francorchamps mit seinem Leben. Juan Manuel Correa überlebte ihn mit schweren Verletzungen. Der 20-Jährige rang drei Wochen lang mit dem Tod. Correa lag im Koma. Seine Beine waren schwer mitgenommen, die Wirbelsäule und Lunge verletzt.

Acht Monate nach dem Horror-Unfall spricht der Amerikaner mit ekuadorianischen Wurzeln bereits wieder vom Rennfahren. Correa hofft, sich spätestens im nächsten Jahr vollständig erholt zu haben. Und er will dann sogar wieder Rennen fahren.

Kurz vor der Beinamputation

In Spa-Francorchamps erlebte der Motorsport im vergangenen August seine dunkelste Stunde des Jahres. Correa traf im Rennen der Formel 2 mit voller Wucht das Auto von Hubert. Mit 218 km/h und in einem Winkel von 86 Grad bohrte sich der Fahrer im Charouz-Rennwagen (Sauber Junior Team) durch das Auto des Franzosen. Hubert hatte keine Chance, den Unfall zu überleben. Correa traf sein Auto an der verwundbarsten Stelle kurz hinter den Vorderrädern.

Hubert wurde mit über 80 g beschleunigt, Correa mit der über 65-fachen Kraft verzögert. Es ist schon ein Wunder, dass er den Unfall überlebte. Und jetzt auf dem Weg zu einer schnellen Genesung ist.

In einem Podcast mit dem US-amerikanischen Sportsender ESPN, über den "Racer" schreibt, spricht Correa über seine schweren Verletzungen. Vor allem die ernsten Verletzungen am rechten Bein stellten die Ärzte vor große Herausforderungen. Und den jungen Mann vor die Wahl. "Die Verletzungen am rechten Bein waren sehr schlimm. In den ersten Wochen ging es nur darum, das Bein zu retten", führt der 20-Jährige aus.

"Es war so schlimm, dass mir die Ärzte die Option einer Amputation anboten. Ich entschied mich dagegen. Es waren sehr anstrengende drei Wochen. Wir mussten abwarten, ob mein Körper das Bein annimmt oder es abstößt. Es waren drei Wochen, in denen ich nur warten konnte, ob das Bein blau wird und abfällt. Das war ein langer Prozess. An jedem Kontrollpunkt ging es um die nächste Prognose. Was ist der bestmögliche und was der schlimmstmögliche Ausgang?"

Juan Manuel Correa - Formel 2
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Juan Manuel Correa hofft, 2021 wieder ins Auto klettern zu können.

Correa kann fast laufen

Correa kämpfte. Und jetzt sieht es ganz danach aus, als würden sich die Anstrengungen auszahlen. Schon im November durfte der Youngster das Krankenhaus in London verlassen. Nicht bevor er den Spezialisten eine Prognose abrang. "Ich habe sie unverblümt gefragt, wann ich wieder fahren könne, wenn ich das wollen würde. Sie sagten: Nicht in den nächsten zwei Jahren. Das war im November. Wenn ich mir meine Genesung so anschaue, werde ich sicher nicht diesen November wieder fahren, aber wahrscheinlich früh im nächsten Jahr, falls es weiter so gut läuft. Und das wäre immer noch deutlich früher, als es die Ärzte vorhersagen."

Correa weilt seither in seiner Heimat Miami. Die Regeneration verläuft wie im Bilderbuch. Sie kommt einer Wunderheilung gleich. Correas Wille scheint ungebrochen. Die Ärzte hatten prognostiziert, dass er fünf bis sechs Monate brauchen werde, bis er an Krücken gehen werde können. Es dauerte nur drei Wochen.

"Sie haben mir gesagt, dass es ein guter Verlauf sei, sollte ich in eineinhalb bis zwei Jahren wieder laufen können. Für den Fall, dass alles normal abläuft und ich das Bein retten könne. Jetzt kann ich schon fast wieder laufen und es ist keine acht Monate her."

Motorsport als Motivation

Der 20-Jährige gibt zu, zunächst nicht an ein Comeback gedacht zu haben. "Speziell am Anfang, als ich durch die schwerste Zeit ging, und alles so unsicher war, hätte ich mich nicht weniger um Rennfahren scheren können. Was mich interessiert hat, war, wie mein Leben aussehen wird. Mein Leben als Mensch."

Doch nach ein paar Tagen ohne Rennfahren in Gedanken sei die Lust und Liebe wieder zurückgekehrt. Das Comeback ist für Correa eine Motivationshilfe. "Für mich hätte es wirklich eine Chance sein können, einen sauberen Strich zu ziehen, von vorne zu beginnen, zu studieren, DJ zu werden! Ich weiß es nicht. Wahrscheinlich nichts mit Sport, das war meine einzige Einschränkung, da meine Beine nie wieder 100 Prozent sein werden. Aber ansonsten hätte ich wirklich alles wählen können."

"Doch ich liebe das Rennfahren. Es hat nur ein paar Tage gedauert, bis ich begriff, dass ich meine Liebe nicht so leicht verliere. Ich brauchte die Herausforderung, um mich zu motivieren und die lange Reise anzutreten, die vor mir liegt." Wo diese endet, ist noch unklar. Doch selbst wenn sich Correa nur in untere Motorsportserien zurückkämpfen sollte, wäre es schon eine große Willens- und Lebensleistung.

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